Das Team fürs Weiße Haus Die Top-Jobs der künftigen US-Regierung

Mitarbeiter aus dem Wahlkampf: Biden stellt Team fürs Weiße Haus vor.

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J.C. Garcia
Übernehmen am 20. Jänner die Agenda im Weißen Haus: Joe Biden und seine Vize Kamala Harris © AP
 

Trumps Team lenkt offenbar ein und will eine geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump an den "president elect", den gewählten US-Präsidenten Joe Biden: Der Nationale Sicherheitsberater Richard O’Brien sagte in einem Interview im Rahmen des digital veranstalteten Global Security Forum, es werde zweifelsohne eine „sehr professionelle Übergabe der Amtsgeschäfte“ von Seiten des Nationalen Sicherheitsrats geben – vorausgesetzt, Donald Trumps Klagen seien nicht erfolgreich und Biden stehe als Gewinner fest. "Und offensichtlich sieht es jetzt danach aus", sagte  O'Brien.

Gut zwei Monate vor seiner Amtseinführung hat der gewählte US-Präsident Joe Biden weitere Mitglieder seines Teams im Weißen Haus vorgestellt. Die bisherige Wahlkampfmanagerin des Demokraten, Jen O'Malley Dillon, soll stellvertretende Stabschefin werden, der Kongressabgeordnete Cedric Richmond soll die Position eines ranghohen Beraters einnehmen, wie Biden mitteilte.

Die bisherige leitende Anwältin seines Wahlkampfteams, Dana Remus, soll demnach auch im Weißen Haus das Team der Juristen leiten. Der bisherige Chefstratege des Wahlkampfteams, Mike Donilon, soll künftig ebenfalls die Rolle eines ranghohen Beraters einnehmen. Als Berater will Biden zudem Steve Ricchetti mit in die Regierungszentrale in Washington bringen. Dieser unterstützte Biden bereits im Wahlkampf und hatte auch schon für ihn gearbeitet, als Biden unter Präsident Barack Obama Vizepräsident gewesen war.

Team Joe Biden: Die Köpfe um den gewählten Präsidenten

Der Präsident

Joe Biden wurde am 20. November 1942 in Scranton im Bundesstaat Pennsylvania geboren. Der Jurist begann seine Politiker-Karriere im Stadtrat von Wilmington (Delaware). Im Alter von nur 29 Jahren wurde Biden 1972 in den US-Senat gewählt und vertrat dort Delaware bis 2009. Von 2009 bis 2017 war er Vizepräsident der Vereinigten Staaten unter Barack Obama.

(c) AFP (ANGELA WEISS)

Die First Lady

Joe Bidens Ehefrau Jill hat sich für ihr Aufgabe als künftige First Lady einiges vorgenommen. So will die promovierte Lehrerin sich für eine kostenlose College-Ausbildung einsetzen, für Krebsforschung engagieren und ihre Hilfe für Militärfamilien fortsetzen

(c) AP (Chris O´Meara)

Die Vizepräsidentin

Kamala Harris bekommt als erste Frau und erste farbige Person als Stellvertretung des Präsidenten eine zentrale Rolle zu. Sie vertritt nicht nur den zur Amtseinführung dann 78-jährigen Biden und würde im Todesfall seine Rolle übernehmen, sie hat auch selbst politische Macht. Sollte es im Senat etwa zur Stimmengleichheit kommen, würde die 56-Jähirge als so genannter Tie Breaker die Abstimmung entscheiden. An ihrer Seite unterstützt sie Ehemann Douglas Emhoff.

(c) AP (Michael Perez)

Der Stabschef

Das Fachmagazin "The American Prospect" handelt Ron Klain als künftigen Stabschef im Weißen Haus. Der 59-jährige Jurist jüdischer Herkunft kennt Biden aus der gemeinsamen Arbeit im Justizausschuss im Senat bereits seit 1989. Danach wurde er Stabschef erst von Vizepräsident Al Gore und dann erneut von 2009 bis 2011 von Vizepräsident Biden. Er könnte in der Corona-Krise zur wichtigen Stütze werden, denn er war 2014 federführend bei der Bekämpfung der Ebola-Epedemie im Einsatz.

(c) AP (Jacquelyn Martin)

Die Finanzministerin

Janet Yellen hat gute Chancen das Finanzministerium zu übernehmen. Die 74-Jährige war Chefin der US-Notenbank und ist damit ausgewiesene Nationalökonomin. Sie steht aber nach Informationen mehrere US-Medien in Konkurrenz zur  Wirtschaftswissenschaftlerin Lael Brainard. Die 58-Jährige wurde in Hamburg geboren.

(c) AP (Pablo Martinez Monsivais)

Der Nationale Sicherheitsberater

Von 2009 bis 2013 war der 58-Jährige Tony Blinkener Nationaler Sicherheitsberater von Joe Biden, als dieser Vizepräsident war. Er berät Biden immer noch in außenpolitischen Fragen und wäre auch als Außenminister denkbar. Andere Medien handeln aber auch Ex-Vizeaußenminister William Burns und die beiden Senatoren Chris Coons und Chris Murphy für künftige außen- und sicherheitspolitische Aufgaben.

(c) AP (Jacquelyn Martin)

Die Verteidigungsministerin

Michèle Flournoy war bereits Staatssekretärin im Pentagon und Beraterin der Verteidigungsminister Robert Gates und Leon Panetta. Jetzt könnte die 59-Jährige selbst an die Spitze des Verteidigungsministeriums rücken. Sie wurde  bereits 2014 nach dem Rücktritt von Chuck Hagel als Nachfolgerin gehandelt.

(c) AP (Andy Wong)

Die Außenministerin

Von 2009 bis 2013 war die 55-jährige Susan Rice (55) US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Anschließend Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama im Weißen Haus. Sie gehört zum engsten Kreis um Biden.

(c) EPA (Andrew Gombert)
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Die bisherige stellvertretende Wahlkampfmanagerin Julie Rodriguez soll demnach als Direktorin für die Beziehungen zu den Verantwortlichen der Bundesstaaten, Bezirke, Kommunen und Stämme verantwortlich sein.

Biden hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass er Ron Klain als Stabschef ins Weiße Haus holen wird. Mittlerweile werden noch weitere Namen für die Top-Jobs der Biden-Regierung als ziemlich sichere Option genannt:

Außenministerium

 Susan Rice
Susan Rice Foto © ap

SUSAN RICE (55) ist eine langjährige politische Wegbegleiterin von Joe Biden und Barack Obama. Von 2009 bis 2013 war sie US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, anschließend wurde sie Nationale Sicherheitsberaterin im Weißen Haus unter Präsident Obama.

Verteidigungsministerium

Tammy Duckworth
Tammy Duckworth Foto © AP

Immer wieder wird TAMMY DUCKWORTH (52) als Verteidigungsministerin genannt. Die Irak-Veteranin verlor 2004 im Einsatz ihre Beine. Nachdem sie sich davon erholt hatte, wurde sie Veteranenministerin in ihrem Heimatbundesstaat Illinois, für den sie mittlerweile im Senat sitzt.

Finanzministerium

Lael Brainard
Lael Brainard Foto © AP

Die Wirtschaftswissenschaftlerin LAEL BRAINARD (58), die in Hamburg geboren wurde, gilt als Expertin für Fiskal- und Geldpolitik. Derzeit ist sie eine von fünf Direktoriumsmitgliedern der US-Notenbank Federal Reserve und diente schon als Staatssekretärin im Finanzministerium. Im Gespräch ist auch RAPHAEL BOSTIC, der der erste schwarze und schwule Finanzminister wäre.

Justizministerium

DOUG JONES (66) wird immer wieder im Zusammenhang mit dem Justizministerium genannt. Der Demokrat aus Alabama hat eine enge Beziehung zu Biden und wäre eine glaubwürdige Figur, wenn es um Bürgerrechte geht. Seine Ermittlungen als Staatsanwalt in Alabama führten dazu, dass Mitglieder des rassistischen Ku-Klux-Klans Jahrzehnte nach einem tödlichen Bombenanschlag auf eine von Schwarzen besuchte Kirche im Jahr 1963 zur Verantwortung gezogen wurden.

Arbeitsministerium

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Bernie Sanders Foto © APA/AFP/TIMOTHY A. CLARY

Der linke Senator Bernie Sanders brachte sich unterdessen für das Arbeitsministerium in Stellung. "Wenn ich ein Ressort hätte, das es mir ermöglichen würde, für die Arbeiterfamilien einzutreten und zu kämpfen, würde ich es tun? Ja, würde ich", sagte Sanders kürzlich im TV-Sender CNN auf die Frage, ob er den Job des Arbeitsministers annehmen würde, wenn er ein entsprechendes Angebot hätte. Der 79-Jährige hatte sich wie Biden um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben.

Stabschef

Ron Klain
Ron Klain Foto © AP

Joe Biden hat Ron Klain zu seinem Stabschef erklärt. Der Stabschef im Weißen Haus hat eine mächtige Funktion. Wer immer etwas vom Präsidenten will, kommt um ihn nicht herum. Der Stabschef betreibt die Personalpolitik des Weißen Hauses, kontrolliert die Informationen zum Oval Office und kommuniziert mit dem Kongress: angesichts eines Senats mit derzeitiger und möglicher künftiger republikanischer Mehrheit kein ganz leichter Job. Das Amt des Staatschefs lässt sich mit den drei Ks beschreiben: Koordination, Kommunikation und Kontrolle.

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