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Interview mit Hannes Androsch„Man muss China auf Augenhöhe begegnen, darf aber nicht seine Übermachtsgelüste akzeptieren“

Der Industrielle und China-Kenner Hannes Androsch warnt vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China. Europa drohe in dieser Auseinandersetzung unterzugehen.

Hannes Androsch ist als Industrieller (AT&S) in China engagiert
Hannes Androsch ist als Industrieller (AT&S) in China engagiert © (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

China will die USA als Weltmacht ablösen. Wird das Peking gelingen?
HANNES ANDROSCH: China hat in den vergangenen 40 Jahren einen beispiellosen Wiederaufstieg genommen. Das Land will mit aller Kraft verhindern, noch einmal so etwas wie Opiumkriege, ungleiche Verträge, ein demütigendes Jahrhundert und halbkoloniale Zustände erleben zu müssen. Das muss man verstehen. Es kann aber nicht bedeuten, alles zu akzeptieren, was China an eigenmächtigen, weltmachtorientierten Handlungen setzt. Natürlich gilt das auch für die USA.

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melahide
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Europa

und die EU scheitern gerade. Weil wir uns immer als "Wirtschaftsunion" verstanden haben... und jeder "Player" nur Nationalstaatliche Interessen im Focus hat.
Schon vor 25 Jahren hat man gewusst: "Entweder wir schaffen es eine EU aufzubauen oder ..." ... und wo sind wir jetzt? Ohne China und Südkorea können wir kein Mobilfunknetz bauen. Wir können keine Laptops mehr bauen. Unser Kleidung kommt aus Bangladesh. Bei Autos sind Amerika und Südkorea federführend. Wir sind abhängig von Öl. Bei der Akkutechnologie sind wir auch von China abhängig. Wir selber schicken unsere Produktionen nach China. Oder in den Osten. Selbst wird Europa mehrheitlich von China und US-Hedgefonds übernommen. Wir haben gar nichts mehr in der eigenen Hand. Bezeichnend auch, dass China, USA und die VAE (!) eine Sonde zum Mond schießen während wir gar nichts tun. Europa wird ins Hintertreffen geraten. Die Weltordnung wird sich zwischen China und den USA abspielen, Russland wird ab und an mitmischen. Aber die EU? Spricht nicht einmal mit einer einzigen Stimme. Und wenn die EU jetzt bald in die Hose geht, und das wird sie wenn wir so weiter machen (Einstimmigkeitsprizinzip) sind wir komplett am ****

scionescio
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@melahide: wir haben unser Vorrangstellung aufgegeben, weil wir uns einreden lassen, dass Europa ganz allein die Welt retten muss, während Asien und Amerika darauf pfeift und uns dafür noch auslacht ...

... in Europa haben wir schon viel getan (natürlich noch bei weitem nicht genug), aber die Rettung des Planeten wird nicht gelingen, wenn es außer den Europäern niemanden interessiert.
Da es anscheinend im Guten nicht geht, wäre es viel vernünftiger, dass Europa seine Stärken ausspielt (und sich andauernd selbst schwächt) und die anderen zwingt, sich an die gleichen Regeln zu halten - sonst werden wir am Ende des Tages gar nichts haben: Massenarbeitslosigkeit mit all ihren Folgen und dem Klima wird es auch nicht gut gehen.

melahide
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Ja e

Bürgerinnen und Bürger die entweder das Übel wählen (das den Menschen einredet ... „alles für die Wirtschaft, dann geht es uns gut) - siehe Trump... oder so billige Arbeitskräfte haben wie China, die Produkte herstellen die sie sich selber nicht leisten können ...Europa muss unabhängig werden.

Und ja - die Großen Nationen interessiert es nicht. Es gibt ja auch immer nur Abkommen ohne Konsequenzen. Die Leute die sagen „geht ja die Wirtschaft kaputt wenn wir es so machen“

walterkaernten
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@melahide

Ich denke da ist NICHT die EU schuld, sondern ALLE bürger in der EU.
Wir wollen ein SUPER leben, alles muss billig sein.
GEIZ ist …., Wir holen uns was uns zusteht…..

ALLE sollten STUDIERE und bildung bildung.... fasst ewig...…. bis zur rente… die dann durch biligimporte gezahlt wird, oder Staatsverschuldung.

Zu viel und zu teure bürokratie....
35 stunden woche oder noch weniger …..

und und und

melahide
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Also

das wir Bürgerinnen und Bürger ein gutes Leben haben möchten, das ist nichts verwerfliches. Sie möchten vermutlich auch eines. Und ich denke schon, dass man nicht mehr unterbezahlt 60 Stunden die Woche in Kohlemienen arbeiten muss wie früher. 30 Stunden sind genug, wenn man daraus etwas macht ... Die EU an sich ist an gar nichts schuld. Die Menschen die die EU "machen" aber schon. Wir sehen ja dass die EU eine riesige Administration hat, Entscheidungen dann aber dennoch von den 27 Mitgliedsstaaten getroffen werden. Und das im Einstimmigkeitsprinzip. Da kann nichts draus werden.

Europa muss viel mehr in Forschung und Entwicklung, in Technologien investieren. Was war denn die letzte "Revolution" die von Europa ausging? Also technisch? Wir haben keine wesentliche Rolle mehr. Natürlich müssen wir auch "unsere" Produktionen zurückholen, nur will eben - wie sie auch sagen - fast niemand mehr für Qualität Geld ausgeben, es sei denn es geht in das Luxussegment bzw. "Statussymbol".

Dazu passend ist, dass die teuerste Marke der EU Luxushandtaschen herstellt....

Um die EU dennoch stark zu machen, und unsere Gemeinschaft, würde es halt trotzdem Änderungen brauchen. Entweder gibt man dem EU-Parlament die Macht etwas zu entscheiden, oder man geht zu einem losen Wirtschaftsbund zurück. Weil das jetzt die Staats- und Regierungschefs Politik machen und jeder nur auf sich schaut, das geht nicht. Jeder EU-Gipfel endet mit 27 Gewinnern. Jeder will daheim erzählen, war er/sie herholt..

feringo
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Europa stärken, ...

😑 Wer Europa einheitlich stark haben will, lässt nicht in China produzieren sondern sorgt für bessere Organisation der Produktion im eigenen Land!

scionescio
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@feringo: wir geben sogar viel Geld für Förderungen aus, damit wir Arbeitsplätze in der europäischen Automobilindustrie und ihren Zulieferern abschaffen und dafür E-Autos mit ein paar hundert Kilogramm Sondermüll in Form von Akkus an Bord der Bevölkerung aufs Auge drücken...

... und dabei ist nicht einmal der Umwelt geholfen, weil die Chinesen nach wie vor ein Kohlekraftwerk nach dem anderen hinstellen und damit das CO2 schon bei der Produktion von Fahrzeug und Akku angefallen ist (bei der thermischen Verwertung des Akkus entsteht neben dem Sondermüll, der deponiert werden muss, natürlich noch einmal CO2).
China und die USA alleine sind für über 40% des weltweiten CO2 Ausstoßes verantwortlich- und wir in Europa würgen die europäische Konjunkturlokomotive ab, obwohl wir da um Klassen besser liegen: dem Klima ist es mit Sicherheit herzlich egal, ob das CO2 in Europa beim Betrieb oder in Asien/USA bei der Erzeugung entsteht - nicht egal ist, dass in Europa die Arbeitsplätze und damit auch das Geld für Gesundheits- und Sozialsystem, Pensionen, Bildung, Forschung, etc. ausgehen.

melahide
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Jetzt

hören Sie einmal auf mit Ihrem E-Auto-Splin. Der gleiche Sondermüll ist in Verbrennern auch drinnen, nur dass das ganze Gift dann halt klassisch in der Luft landet.
Europa verschlaft ja leider den E-Auto Einstieg. Wir könnten E-Autos mit einem .. europäischen Akku basierend auf Magnesium bauen und in Europa selbst produzieren. Das würde sehr wohl viele Arbeitsplätze schaffen.

Die "verbrenner" Autoindustrie steht vor dem Ende. Es gibt heute auch kaum mehr Kutscher und sicher auch vor 200 Jahren jemanden der aufschrie "Wir ruinieren unsere Wirtschaft, die Kutscherbauerkonzerne gehen alle Pleite"...

Hieronymus01
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Und lässt nicht zu dass China Stück für Stück in europäischen Schlüsselfirmen einkauft.

Nur weil sie unverschämt verlockende Angebote machen, sollte man das genau überdenken.