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Deutlich mehr als erwartetUSA wollen 12.000 Soldaten aus Deutschland abziehen

Der von Präsident Donald Trump angeordnete Abzug von US-Truppen aus Deutschland nimmt konkretere - Züge an. Die USA wollen auch ein Geschwader von F16-Kampfjets aus Deutschland abziehen. Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12.000 und damit deutlich stärker als bisher bekannt verringert werden. Rund 6.400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt, 5.400 in andere europäische Länder verlegt werden, wie Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch erklärte.

© APA (dpa/Archiv)
 

Bisher hatte die US-Regierung von einem Abzug von rund 10.000 der etwa 36.000 Soldaten in Deutschland gesprochen. Trump wirft der Regierung in Berlin erneut vor, ihren NATO-Verpflichtungen nicht nachzukommen. Der Truppenabzug stellt einen Affront gegenüber einem der engsten Verbündeten und Handelspartner der USA dar und ist sowohl im Militär als auch in Trumps eigenem republikanischen Lager umstritten. Zuvor hatte der SWR mitgeteilt, die Standorte Vilseck, Grafenwöhr und Wildflecken in Bayern und in Spangdahlem in der Eifel seien betroffen.

Kongress könnte blockieren

Bei der deutschen Bundesregierung und in der NATO stoßen die Pläne auf Vorbehalte. Auch in den Reihen von Trumps eigener Partei regt sich Widerstand: Republikanische Kongressmitglieder argumentieren, die Verringerung der Truppenpräsenz in Deutschland schade letztlich auch der Sicherheit der USA. Der US-Kongress könnte den Teilabzug noch über den Militärhaushalt blockieren oder zumindest deutlich erschweren.

Kampfjets

Die USA wollen auch ein Geschwader von F16-Kampfjets aus Deutschland abziehen. Das kündigte der Kommandant der US-Streitkräfte in Europa, General Tod Wolters, am Mittwoch in Washington an. Amerikanische F16-Kampfjets sind nur noch in Spangdahlem in Rheinland-Pfalz stationiert.

Die Kampfflugzeuge sollen "zu einem Zeitpunkt, der noch festgelegt werden muss", nach Italien verlegt werden, wie Wolters weiter sagte.

In Spangdahlem ist das 52. Jagdgeschwader stationiert: Es umfasst eine F-16-Kampfjet-Staffel mit gut 20 Flugzeugen. Zur Air Base gehören rund 4000 US-Soldaten. Die Angehörigen eingerechnet leben und arbeiten fast 11.000 Menschen auf dem Stützpunkt. Der Flugplatz ist Arbeitgeber für weit mehr als 800 Deutsche.

Der US-Flugplatz gilt als strategisch wichtiger Luftwaffenstützpunkt der amerikanischen Streitkräfte in Europa. Das Geschwader unterstützt weltweit Einsätze der US-Luftwaffe und der NATO vom Irak über Bosnien bis Afghanistan.

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zweigerl
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Alles läuft für Putin

Das Ganze, die Auflassung einer Militärbasis mit sinnlos exerzierenden und die Nachtlokale frequentierenden GIs, wäre begrüßenswert, wenn sich nicht in Moskau eine Militärmacht formieren würde, die bald zum Losschlagen, beispielsweise gegen die baltischen Staaten, bereit sein würde. Im Schatten dieser Bedrohung werden sich auch die erpresserischen "Ostblock"-Staaten bald einmal bemerkbar machen.

Nixalsverdruss
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Da hört man direkt ...

... Putin und die Russen lachen!

gonde
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USA schwächt sich selbst, damit Trump zeigen kann, wo der Hammer hängt!

Unfassbar, was der aufführt (aufführen darf!)