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Wahlkampf in KroatienEx-Präsidentin reagiert mit Mittelfinger auf Abtreibungsgegner

Dem Protest kroatischer Frauen schloss sich auch Ex-Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic an, indem sie Skoro den Mittelfinger zeigte.

Ex-Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic
Ex-Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic © APA
 

Der kroatische Folk-Popsänger Miroslav Skoro, dessen rechtsnationalistische Partei "Heimatbewegung" bei der bevorstehenden Parlamentswahl zur drittstärksten Kraft aufsteigen dürfte, hat mit Aussagen über Abtreibung für Aufsehen gesorgt. Dem Protest kroatischer Frauen schloss sich auch Ex-Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic an, indem sie Skoro den Mittelfinger zeigte.

Skoro machte die umstrittene Aussage in einer Wahldebatte, in der er sich mit dem Parlamentspräsidenten Gordan Jandrokovic von der Regierungspartei HDZ einig war, dass das Leben mit der Befruchtung beginne. Skoro betonte, dass der Staat viele Mechanismen habe, um Frauen zu helfen, alles zu unternehmen, um Leben zu schützen. "Eine Frau, die bei einer Vergewaltigung schwanger geworden ist, muss mit ihrer Familie vereinbaren, was sie machen wird", sagte er laut Medienberichten.

Dabei ist Skoro nicht der einzige Politiker, der in der laufenden Wahlkampagne mit Aussagen über Abtreibung empörte. Der Kandidat der konservativen Oppositionspartei Most (Brücke), Nino Raspudic, würde Frauen, die nach einer Vergewaltigung schwanger werden, die Abtreibung gar verbieten.

Die Aussagen lösten Aufregung unter kroatischen Frauen aus. Die Vizebürgermeisterin von Osijek, Zana Gamos von der mitregierenden liberalen HNS, rief als erste die Frauen auf, mit dem Mittelfinger zu protestieren. "Ich schließe mich den Frauen an, die mit dieser 'unanständigen' Geste ihren Standpunkt zeigen und die Stimme gegen diejenigen erheben, die uns um Jahrhunderte zurückwerfen wollen", teilte Grabar-Kitarovic der Tageszeitung "Jutarnji List" mit und fügte ein Foto von ihr mit ausgestrecktem Mittelfinger bei. Die Zeiten, als Männer Entscheidungen für Frauen getroffen haben, seien vorbei, betonte die Ex-Präsidentin.

Die Ex-Präsidentin erklärte weiters, dass sie sich immer für das Leben eingesetzt habe, aber auch für ein Leben, das ein Recht auf Wahlfreiheit habe. "Ohne Druck, ohne Stigmatisierung und Konditionierung, insbesondere in den kritischsten Lebenssituationen wie Vergewaltigung", so Grabar-Kitarovic. "Daher hebe auch ich als Zeichen der Unterstützung meinen Mittelfinger für uns Frauen und für unsere Rechte, aber auch für Männer, die uns unterstützen."

Entsetzt über die Aussagen zur Abtreibung zeigte sich auch Bildungsministerin Blazenka Divjak (HNS): "Wie können sie es wagen zu denken, dass sie als Männer den Frauen sagen können, wie sie sich fühlen oder was sie denken sollen bzw. nach wessen Meinung sie in Situationen, die ihr Leben betreffen, fragen sollen", schrieb die Ministerin auf Facebook.

In sozialen Netzwerken wurde unterdessen darauf hingewiesen, dass Grabar-Kitarovic in ihrer Amtszeit als Präsidentin nicht immer ein Gehör für Frauen und deren Rechte gehabt habe. Einige, darunter Ex-Ministerpräsidentin Jadranka Kosor, warfen ihr vor, ihre Stimme nicht für Frauen als Gewaltopfer erhoben zu haben. Außerdem wurde erinnert, dass sie als Präsidentin die Abtreibungsgegner, die den alljährlichen "Marsch für das Leben" organisieren, empfangen hat.

In dem überwiegend katholischen Kroatien ist gemäß einem aus dem Jahr 1978 stammenden Gesetz Abtreibung bis zur zehnten Schwangerschaftswoche legal. Allerdings gibt es immer mehr Ärzte, die den Eingriff aus Gewissensgründen ablehnen, so dass es bereits vorkommen ist, dass in einigen öffentlichen Krankenhäusern keine Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden.

Kommentare (2)

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fred4711
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3
Lesenswert?

gibt halt auch unter

männern gewaltige Armleuchter.....ganz vereinzelt natürlich nur oder so......

100Hallo
4
3
Lesenswert?

freie Meinung

Ist das die neue Umschreibung des Stinkefingers?