Mit dem sogenannten "Super Tuesday" steuern die Vorwahlen der US-Demokraten auf einen vorläufigen Höhepunkt zu. Bei dem Superwahltag am Dienstag wird in 14 Bundesstaaten abgestimmt, vergeben werden rund ein Drittel aller Delegiertenstimmen zur Wahl des Präsidentschaftskandidaten.

Während der linke Senator Bernie Sanders klarer Favorit ist, ringen Ex-Vizepräsident Joe Biden und der Medienmilliardär Michael Bloomberg um den zweiten Platz.

Eine neue Dynamik bekommt das Rennen durch den Rückzug des Bewerbers Pete Buttigieg. Der erst 38-jährige Vertreter des moderaten Demokraten-Flügels gab am Sonntag das Ende seiner Präsidentschaftsbewerbung bekannt. Er wolle dazu beitragen, dass sich seine Partei im Kampf gegen Präsident Donald Trump vereine, sagte der Ex-Bürgermeister. So wie sich das Rennen entwickelt habe, sei sein Ausstieg "die beste Weise", seine Ziele zu erreichen.

Jüngere Version Bidens

Der offen homosexuelle Politiker war am Samstag bei der Vorwahl in South Carolina mit nur acht Prozent der Stimmen auf dem vierten Platz gelandet. Dem 38-Jährigen gelang es bis zuletzt nicht, Rückhalt in der wichtigen Wählergruppe der Afroamerikaner zu gewinnen. Der frühere Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana hatte im Wahlkampf für Furore gesorgt und bei den ersten beiden Vorwahlen in Iowa und New Hampshire sehr stark abgeschnitten.

Der Afghanistan-Veteran vertritt wie Biden den moderaten Demokraten-Flügel und hatte sich als junge und frischere Alternative zum 77-jährigen Ex-Vizepräsidenten präsentiert. Der zu Beginn der Vorwahlen schwächelnde Biden gewann die Vorwahl in South Carolina aber triumphal und erhielt damit Rückenwind für den Super-Dienstag.

Bloomberg mischt mit

Allerdings steigt am "Super Tuesday" mit dem Medienmilliardär Bloomberg ein weiterer Vertreter der politischen Mitte in das Vorwahlrennen ein. Der 78-Jährige, der die ersten vier Vorwahlen ausließ, hat hunderte Millionen Dollar in den Wahlkampf gesteckt und ist damit in landesweiten Umfragen auf den dritten Platz vorgerückt.

Damit wird der Super-Dienstag zunehmend zum Richtungsentscheid darüber, wer bei den Vorwahlen der wichtigste Gegenspieler von Favorit Sanders wird. Biden sagte am Sonntag, Buttigiegs Ausstieg gebe seinem Wahlkampf "großen Auftrieb". Seine Wahlkampfmanagerin Kate Bedingfield sagte dem Sender CNN, beim Super-Dienstag gehe es um "Schwung, und den haben wir".

Allerdings wird sich erst noch zeigen, ob der für seine Patzer bekannte Biden den Schwung aus South Carolina tatsächlich mit in den Super-Dienstag nehmen kann. Unklar ist unter anderem, wie sich die Stimmen der Buttigieg-Anhänger verteilen. Offen ist auch, wie die Senatorin Elizabeth Warren abschneiden wird, die wie Sanders linke Positionen vertritt und in landesweiten Umfragen knapp hinter Bloomberg auf Rang vier liegt.

Sanders zu links?

Das interne Präsidentschaftsrennen der Demokraten hat sich inzwischen zu einem Wettbewerb zwischen dem moderaten und dem linken Parteiflügel zugespitzt. Linkspolitiker Sanders dürfte seine Führung am Super-Dienstag ausbauen. Umfragen sehen ihn unter anderem in den wichtigen Bundesstaaten Kalifornien und Texas vorne. Auch in einer Reihe weiterer Bundesstaaten dürfte der selbsternannte demokratische Sozialist gewinnen.

"Im November wird Donald Trump lernen, dass wir eine Demokratie und keine Autokratie sind, weil wir ihn aus dem Amt wählen werden", schrieb Sanders am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Viele Demokraten fürchten allerdings, dass der Senator wegen seiner linken Positionen Wähler der politischen Mitte verschrecken und deswegen letztlich gegen Trump verlieren könnte.

Beim Super-Dienstag wird über 1.357 der insgesamt 3.979 Delegierten entschieden, die schließlich bei einem Parteitag im Juli den Herausforderer oder die Herausforderin Trumps nominieren werden.