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Luxus-Essen auf StaatskostenFrankreichs Umweltminister verteidigt sich

Frankreichs Umweltminister wehrt sich gegen die Vorwürfe, auf Staatskosten teuer zum Abendessen eingeladen und seine Wohnung renoviert zu haben.

Umweltminister François de Rugy verteidigt sich im Fernsehinterview.
Skandal um Umweltminister François de Rugy © (c) APA/AFP/GEORGES GOBET (GEORGES GOBET)
 

François de Rugy, der französische Umweltminister, hat sich in einem emotionalen Interview gegen Vorwürfe verteidigt, er habe edle Abendessen und Reparaturen in seiner Wohnung vom Staat bezahlen lassen. Er habe keinerlei Grund, zurückzutreten, sagte de Rugy am Freitag dem Fernsehsender BFMTV.

Er sei sehr wütend wegen der Lügen, die über ihn und seine Ehefrau verbreitet würden, sagte der Minister, der sichtlich mit der Fassung rang. Er habe Rückhalt von Staatschef Emmanuel Macron zugesichert bekommen, so de Rugy.

Hummer und teure Weine

Das investigative Portal "Médiapart" hatte am Mittwoch berichtet, dass de Rugy während seiner Zeit als Präsident der Nationalversammlung etliche Male hauptsächlich Freunde seiner Ehefrau zu luxuriösen Essen eingeladen haben soll. Dabei seien auch Hummer und teure Weine serviert worden. Außerdem habe de Rugy Arbeiten in einer Wohnung auf Staatskosten durchführen lassen.

Überprüfung der Ausgaben angekündigt

Der Minister warf "Mediapart" tendenziöse Berichterstattung vor und kritisierte die französischen Medien. Diese würden seine Ehefrau als "eine Marie-Antoinette" darstellen. Die einstige französische Königin (1755-1793) war für ihren ausschweifenden Lebensstil bekannt.

Das Büro von Premierminister Édouard Philippe kündigte eine Überprüfung der Ausgaben de Rugys an, um Zweifel an der Rechtmäßigkeit auszuräumen.

Rücktritt gefordert

Die französischen Grünen (EELV), denen der Umweltminister vor seinem Wechsel in die Reihen von Präsident Emmanuel Macron angehörte, forderten seinen Rücktritt. De Rugys Erklärung sei "skandalös", sagte ein Parteisprecher. "Er hat Freunde eingeladen und behauptet das Gegenteil."

Der Umweltminister veranlasste an anderer Stelle personelle Konsequenzen: Er entließ am Donnerstag seine Kabinettchefin Nicole Klein, die "Médiapart" ebenfalls ins Visier genommen hat: Sie soll zwölf Jahre lang eine Sozialwohnung in Paris behalten haben, obwohl sie bis zu ihrer Berufung durch den Minister nicht mehr in der Hauptstadt lebte.

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Investigativer Journalismus

Ist auch so eine Sache. Es kann leicht der Eindruck entstehen, dass diese - ähnlich wie Künstler die meinen alles und jedes aus dem Titel Kunst oder Satiere machen zu dürfen - mit der Zeit vergessen dass investigativ auch genaue Recherche heißt und nicht dem Sensations- und Schlagzeilenjournalismus dienen sollte.

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