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PorträtOmar al-Bashir: Langzeitpräsident des Sudan

Sudans Machthaber wurde nach 30 Jahren offenbar aus dem Amt gedrängt.

Omar al-Bashir © AFP
 

Drei Jahrzehnte lang saß Sudans Präsident Omar al-Bashir fest im Sattel. Seine autoritäre Herrschaft prägten Gewalt und Bürgerkriege. Während seiner Regierungszeit wurde der Sudan international zum Paria-Staat. US-Sanktionen und Haftbefehle des Weltstrafgerichtshofs schienen dem 75-Jährigen nichts auszumachen.

Doch nun sind ihm die Massenproteste einer Bevölkerung, die seiner Herrschaft und der wirtschaftlichen Missstände im Land überdrüssig geworden ist, womöglich zum Verhängnis geworden. Regierungsquellen berichteten am Donnerstag von seinem Rücktritt.

Unblutige Machtergreifung

Bashir wurde 1944 in Hosh Bonnaga nördlich der Hauptstadt Khartoum nahe des Nils geboren. Er hatte eine lange Karriere im Militär, 1989 putschte sich der damalige Oberst an der Spitze einer Gruppe von Offizieren unblutig an die Macht. Er habe damals auch in Teilen der Bevölkerung viel Sympathie gehabt, erklärt Sudan-Expertin Annette Weber von der Stiftung Wissenschaft und Politik. "Er hat sich immer als Teil des Volkes dargestellt."

Bashir steht als Präsident auch für eine weitere Islamisierung des Landes, was die Konflikte mit christlichen und animistischen Sudanesen im Süden des Landes sowie in der Provinz Darfur verschärfte. Seinen Ruf als brutaler Diktator erhielt Bashir vor allem auch durch den Darfur-Konflikt. Dieser brach 2003 im Westen des Landes zwischen Volksgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung in Khartoum aus. Hunderttausende Menschen wurden seitdem getötet und Millionen vertrieben.

Der Internationalen Strafgerichtshof erließ 2009 und 2010 zwei Haftbefehle gegen Bashir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermordes und Kriegsverbrechen. Im Juni 2015 entging Bashir während eines Besuchen in Südafrika nur knapp einer Festnahme. Doch die südafrikanische Regierung zeigte sich letztlich unwillig, den IStGH-Haftbefehl auszuführen.

In die Herrschaft Bashirs fällt aber auch das Ende des Bürgerkriegs mit Rebellen im Süden, das 2005 nach 22 Jahren beendet werden konnte. Nach einem Referendum im Jahr 2011 wurde der Südsudan in die Unabhängigkeit entlassen.

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