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Äthiopien und EritreaUnd auf einmal war Frieden am Horn von Afrika

Die ewig verfeindeten Nachbarn Eritrea und Äthiopien nähern sich plötzlich an und beenden ihren Dauerkonflikt sogar ohne große Hilfe der Weltgemeinschaft.

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Die Annäherung gilt als Hoffnung für die gesamte Region
Die Annäherung gilt als Hoffnung für die gesamte Region © APA/AFP/MICHAEL TEWELDE
 

Es wurde fast zur Randnotiz an einem weltpolitisch turbulenten Tag. Doch was am 9. Juli im Schatten der Regierungskrise in London am Horn von Afrika verkündete wurde, war ein diplomatischer Paukenschlag. Die beiden verfeindeten Nachbarn in Ostafrika beendeten nach 20 Jahren ihren Kriegszustand und nahmen diplomatische Beziehungen auf. Direkte Flug- und Telefonverbindungen wurden umgehend eingerichtet und nun soll bald ein Freundschaftsspiel im Fußball folgen. Denn spätestens seit dem Fußballkrieg 1969 zwischen El Salvador und Honduras weiß man um die Macht des Sports in zwischenstaatlichen Beziehungen. Eine wichtige Klausel des Friedens- und Freundschaftsvertrages betrifft den Meereszugang für das Binnenland Äthiopien. Es soll über einen gemeinsam verwalteten Hafen Zugang zum Roten Meer bekommen.

Vor allem in Europa hätte diese Nachricht für einen heftigeren Widerhall sorgen können, denn ein Friedensabkommen könnte sich auf die Fluchtbewegung über das Mittelmeer maßgeblich auswirken. Im autoritär geführten Küstenland Eritrea galt bislang eine praktisch unbegrenzte Pflicht für den „Nationalen Dienst“. Dieser Wehr- und Zivildienst war ein Hauptgrund bei der Flucht junger Eritreerinnen und Eritreer aus dem abgeschirmten Land. Die Regierung in Asmara begründete die strengen Ausreisebeschränkungen und die Verfügbarkeit von männlichen und weiblichen Rekruten bis zu ihrem 70. Lebensjahr immer mit der Bedrohung aus Äthiopien. Diese sollte nun wegfallen und damit auch die Hauptursache für die Flucht. Asylwerber hatte in den Vorjahren eine ebenso hohe Anerkennungsrate wie etwa geflüchtete Syrer.

Kommentare (1)
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KarlZoech
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Lesenswert?

Man sieht, was alles geht, wenn der ehrliche Wille da ist.

Wir bräuchten mehr Staatsmänner und -frauen von der Art des seit heurigem Frühjahr amtierenden äthiopischen Premiers Ahmed Ali Abiy!
Er hat den Willen, Probleme zu lösen und redet nicht über andere Staatsmänner, sondert mit ihnen.