AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Alleingang - oder doch nicht?Trumps Zickzackkurs beim NATO-Gipfel

Heftige Differenzen beim Nato-Gipfel: US-Präsident Trump drohte offenbar mit Alleingang, später gelobte er wieder Bündnistreue. Merkel spricht von "sehr ernster Diskussion". Vor Helsinki-Gipfel wackeln Nato-Manöver in Osteuropa.

BELGIUM-NATO-DEFENCE-POLITICS-SUMMIT
© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
 

US-Präsident Donald Trump hat der Nato nach Angaben von Diplomaten offen mit einem amerikanischen Alleingang in Verteidigungsfragen gedroht. Wenn die Bündnispartner nicht sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgäben, würden die Amerikaner ihr eigenes Ding machen, sagte Trump demnach am Donnerstag beim Gipfeltreffen in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus mehreren Quellen erfuhr.

Bei dem Treffen geht es um die Zukunft des Bündnisses, insbesondere um die Finanzen. Trump hatte schon im Vorfeld mehrfach heftig das aus seiner Sicht ungenügende Engagement der europäischen Partner an den Pranger gestellt. Eine Sondersitzung des NATO-Gipfels wurde angesetzt.

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat die Beratungen in der NATO über die Lastenteilung als "sehr ernste Diskussion" bezeichnet. Ob Trump mit einem Austritt aus dem Bündnis gedroht hat, sagte sie nicht eindeutig. Auf eine entsprechende Frage antwortete sie: "Ich kann nur zusammenfassen, was das Ergebnis ist: Klares Bekenntnis aller zur NATO und eine deutliche Bereitschaft aller, angesichts veränderter Sicherheitslagen einen Beitrag zu leisten."

Protokoll des Wankelmuts

STIMMUNGSMACHE IN DER AIR FORCE ONE:
Bereits auf seinem Weg nach Europa wärmt sich der Präsident auf Twitter für die Wortgefechte in Brüssel auf. "Die USA zahlen ein Vielfaches mehr als jedes andere Land, nur um sie zu beschützen. Nicht fair für den amerikanischen Steuerzahler", schreibt er am Dienstag - und gibt damit schon mal die Stoßrichtung für den Gipfel vor.

FRÜHSTÜCK DES ZORNS:
Kurz vor dem Gipfel trifft sich Trump bei Orangensaft und Croissants mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er nutzt den Protokolltermin für eine aggressive Brandrede gegen Deutschland und Kanzlerin Angela Merkel. Die Bundesrepublik sei ein "Gefangener" Russlands, werde total von Russland kontrolliert und zahle viel zu wenig für Verteidigung. Stoltenberg kann der Schimpftirade wenig entgegensetzen.

SPAZIERGANG IN DER SONNE:
Beim Rundgang mit den anderen Staats-und Regierungschefs durch das neue NATO-Hauptquartier wirkt Trump dann recht entspannt. Zwischenfälle wie beim Gipfel im Mai 2017 gibt es nicht. Damals drückte sich Trump durch die Menge, was wie ein rüder Rempler gegen den montenegrinischen Premier Dusko Markovic wirkte und im Netz zum Renner wurde. Diesmal drängelt sich Trump nicht in den Vordergrund, er gibt den Zuhörer, läuft sogar beim Weg zum Familienfoto am Ende der Gruppe - fern von Kanzlerin Angela Merkel.

ÜBERSCHWÄNGLICHES LOB FÜR DIE KANZLERIN:
Beim Arbeitstreffen der 29 Staats- und Regierungschefs hinter verschlossenen Türen trägt Trump dann seine Kritik schon zurückhaltender vor als noch am Morgen. Beim Gespräch mit Merkel im Anschluss scheint seine Frühstückswut dann völlig vergessen. Plötzlich schwärmt er von ihr in den höchsten Tönen. Sein persönliches Verhältnis zu Merkel sei "sehr, sehr gut". Die Kanzlerin habe "herausragenden Erfolg", Deutschland und die USA hätten ein "hervorragendes Verhältnis".

NACHTRETEN PER TWITTER:
Die Arbeitsitzung erfolgreich beendet, die Gipfelerklärung beschlossen - da legt Trump am späten Nachmittag nochmal nach. Die Bündnispartner müssten sofort zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukte für Verteidigung ausgeben und nicht erst 2025, schreibt er auf Twitter. Auch Deutschlands Wirtschaftsbeziehungen mit Russland nimmt er erneut ins Visier: "Für was ist die NATO gut, wenn Deutschland Russland Milliarden Dollar für Gas und Energie zahlt?"

NEUER TAG, ALTE KRITIK:
Mit Verbalattacken startet Trump auch in den zweiten Gipfeltag. Reiche NATO-Länder wie die Bundesrepublik zahlten nur einen Bruchteil der Kosten, twittert er und legt als Geldeintreiber noch eine Schippe drauf: "Alle NATO-Staaten müssen ihre Zwei-Prozent-Verpflichtung erfüllen, und sie müssen letztlich auf vier Prozent gehen."

DROHUNG MIT ALLEINGANG:
Am frühen Donnerstagvormittag dann der endgültige Eklat beim Gipfeltreffen. Trump droht der restlichen NATO mit einem Alleingang. Wenn die Bündnispartner nicht sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgäben, würden die Amerikaner ihr eigenes Ding machen, sagt er, wie die Deutsche Presse-Agentur erfährt. Es ist unklar, ob die Drohung ernst gemeint ist und was Trump damit genau meint. Die Verbündeten kommen zu einer Krisensitzung zusammen.

TREUESCHWUR ZUM BÜNDNIS:
Keine zwei Stunden später stellt sich Trump vor die Weltpresse und wirkt wie ausgewechselt. Er sichert zu, weiter zur NATO zu stehen, lobt die Bündnispartner für ihre Anstrengungen bei der Erhöhung der Verteidigungsausgaben und hebt den großartigen kollegialen Geist bei den Gesprächen hervor. Die NATO sei eine "fein abgestimmte Maschine". "Die Leute zahlen Geld, das sie vorher nie gezahlt haben. Und sie sind glücklich, das zu tun." Und vor Deutschland habe er große Achtung. Am Ende wünscht er sich sogar den Weltfrieden.

Trump habe gefordert, dass die Lastenteilung sich verändern müsse, berichtete die Kanzlerin. "Ich habe für mich deutlich gemacht, andere haben das auch deutlich gemacht, dass wir auf diesem Weg sind."

Später wiegelte Trump wieder ab: Die Vereinigten Staaten blieben dem Bündnis sehr stark verpflichtet, sagte er bei einer Pressekonferenz nach der Krisensitzung.  Er sprach auch von "enormem Fortschritt" bei NATO-Rüstungsausgaben. Und: "Ich habe große Achtung vor Deutschland", sein Vater komme aus Deutschland, seine Eltern kämen aus Europa.

Keine Militärübungen im Baltikum?

Dann folgte Trumps nächster Knalleffekt, und zwar mit Blick auf das bevorstehende Treffen mit Wladimir Putin in Helsinki: Er wolle seinen russischen Amtskollegen als "Freund" haben. Das Treffen mit dem Kreml-Chef am kommenden Montag "könnte das einfachste von allen auf meiner Europareise sein", so Trump. Er könnte mit Putin auch über ein Ende der US-Militärübungen zum Schutz der NATO-Partner im Baltikum sprechen, räumte er ein.

Trump äußerte sich hoffnungsfroh, was den Gipfel am Montag betrifft. Putin sei nicht sein Feind, er sei sein Konkurrent und werde hoffentlich eines Tages ein Freund sein, so der US-Präsident. Er kündigte an, dass er mit dem Kreml-Chef über Syrien, die Ukraine, und auch die Einmischung in die US-Wahlen, aber auch über Rüstungskontrolle sprechen werde. Ultimatives Ziel mit Putin wäre, dass es keine Atomwaffen und keine Konflikte mehr auf der Welt gebe.

Bei Krim ist alles offen

Zum Thema Krim-Halbinsel legt sich Trump nicht darauf fest, ob die USA die russische Annexion der Krim anerkennen. Wie es mit der Krim weitergehe, könne er nicht sagen. Die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel 2014 sei während der Präsidentschaft seines Vorgängers Barack Obama geschehen. Er hätte dies nicht zugelassen, und er sei "nicht glücklich" darüber, meinte Trump. "Was von diesem Punkt an passiert, kann ich nicht sagen", fügte er hinzu.

Trump will am Montag den russischen Präsidenten Putin in der finnischen Hauptstadt Helsinki treffen. In den USA wird befürchtet, dass er zu große Zugeständnisse an den Kreml machen könnte. Explizit brachte er ein Ende der US-Militärübungen im Baltikum ins Spiel, die angesichts der russischen Aggression in der Ukraine zum Schutz der NATO-Partner Estland, Lettland und Litauen intensiviert worden waren.

Kommentare (29)

Kommentieren
Legu
0
0
Lesenswert?

Jaaaaaaaa,

ich bin sehr einverstanden damit, nicht jeden Furz von diesem Fatzke zu kommentieren und zu verbreiten...Wie wär´s mit ignorieren und später Essenz herauszufiltern ? ( So überhaupt möglich, bei diesem Schwachsinnigen ! )

Antworten
X22
1
0
Lesenswert?

Irgendwie verständlich, wenn man nach dem ersten Satz geistig nicht mehr mitkommt, fallen die Antworten nach dem was man verstanden hat aus, wenn

man den internen Berichten über Trump glauben schenkt.
Das könnte man ausnützen, man muss nur richtig beginnen und Trump vers(ch)enkt die USA

Antworten
sageni
1
5
Lesenswert?

herr lass bitte ein bisserl ein hirn für den onkel donald regnen!

Antworten
voit60
1
3
Lesenswert?

diesen Gimpel

müssen wir noch länger ertragen.

Antworten
pekavau
3
14
Lesenswert?

Die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel 2014 sei während der Präsidentschaft seines Vorgängers Barack Obama geschehen. Er hätte dies nicht zugelassen

Er hätte dies nicht zugelassen !!!

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Was hätte das Großmaul denn gemacht?

Antworten
wintis_kleine
0
12
Lesenswert?

Antwort

Einen pipfeinen Stellvertreterkrieg in unmittelbarer Nachbarschaft zu Europa mit der Implemetierung des einen oder anderen Nachbarstaates.
Warum?
Um Europa zu schwächen, die Wirtschaftsleistung Europas zu reduzierern, das Geld Europas in eigenen Rüstungsausgaben zu bündeln und damit das "TrumpFirst" Credo weiter fahren zu können. - Ist ja bis jetzt nicht so ganz gelungen ; gö lieba Herr Präsident.

Antworten
bb65
0
4
Lesenswert?

@winti

Wie, bis jetzt nicht gelungen? Fuer den orangen Clown lauft alles nach Plan. Er und seine Freunde und Familie sacken jede Menge Kohle ein, die Erzkonservativen Uhrenzurückdreher in den Staaten sind super happy mit ihm und seiner Politik . Die US Wirtschaft brummt trotz und nicht wegen ihm, aber er und die seinen lassen sich dafür feiern, also kannst dich schon drauf einstellen das er 2020 wieder gewählt werden wird.

Antworten
wintis_kleine
0
2
Lesenswert?

@bb65

Na, da hast so gesehen auch wieder Recht!

Antworten
Geerdeter Steirer
1
9
Lesenswert?

Unglaubwürdiger geht's nimmer,

was ist das für eine angeschlagene und fragwürdige Charaktere mit nahezu unheilbarem Virus, auf einer Seite kommt einem das Grauen und andererseits ständige Verwunderung mit einem nicht enden wollenden Lachen !

Antworten
dieblauegefahr
3
2
Lesenswert?

nur zur Info

Arbeitlosenrate bei uns in den USA dzt. 4% und allein I'm Juni ca. 240.000 neue Jobs. Irgend etwas muss our commander and chief aber richtig Machen.

Antworten
Planck
1
1
Lesenswert?

A geh.

Why do not you read your own newspapers (WaPo or NYT for example)?
It could turn out to be signifikant.
In the end.

Antworten
dieblauegefahr
0
1
Lesenswert?

tu ich ja auch...........

aber eben auch international Presse. Kann eben nicht genug kriegen von all den fake news ;-) Weisst du, wenn du hier lebst, siehst du die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Bis jetzt hat mir Trump nicht geschadet, eher geholfen. Mein 401K hat performed wie nie zuvor, wir zahlen wenig Steuern und haben Arbeit ohne Ende.

Antworten
Planck
0
0
Lesenswert?

Ja passt eh.

401k ist garantiert das Verdienst Ihres child in chief, nobody knew it was so easy ;-)
Dass Ihnen persönlich der Trumpl nicht geschadet hat, ist schön für Sie, etliche Kinder können das von sich nicht sagen; aber das ist Ihnen ja egal.
Good Mornin' America, how are you ...

Antworten
voit60
1
10
Lesenswert?

Wie wäre es,

Wenn das aggressive Land der Welt ihre Ausgaben halbieren, die Welt würde friedlicher werden.

Antworten
picciona
5
4
Lesenswert?

die nato ist für uns überlebenswichtig.

immerhin haben uns irak, libyen, syrien schon einmal überfallen, jetzt schleicht sich dieses böse russland auch noch an die nato militärstützpunkte in osteuropa ran.
die eu ist von allen seiten bedroht. deshalb her mit der nato und 2% für waffen.

Antworten
schadstoffarm
1
0
Lesenswert?

Russland

4,3%

Antworten
wintis_kleine
2
28
Lesenswert?

Irgendwann hatt schon einemal ein Agitator

Die Rüstung nach oben geschrubt, den Leuten Arbeit und Wohlstand versprochen und sich vom Rest der Welt abgeschottet - und der Rest der Welt hat auch lange zugesehen.
Ist glaube ich noch nicht so lange her, dass man sich daran nicht mehr erinnern könnte. (:-(

Antworten
Sol lucet omnibus
0
2
Lesenswert?

Wo sind die Zeiten wo der amerikanische Präsident

bloß mit der Praktikantin geschlafen hat?

Antworten
Geerdeter Steirer
9
10
Lesenswert?

Wei heißt es so schön,

"Hunde die bellen beißen nicht", Choleriker beruhigen sich auch recht schnell ;-))

Antworten
dalvero
0
23
Lesenswert?

Er ist kein "Beller" sondern ein Kläffer und die beissen sehr schnell.

Aber seine 2 % könnte er selbst leicht erreichen wenn er keine Kriege mehr führen würde.

Antworten
Geerdeter Steirer
3
14
Lesenswert?

Ein Kläffer

hat sich vor Frust auch schon inden eigenen Schw... gebissen, geduldig warten ihm wird es auch so ergehen.

Antworten
dalvero
0
11
Lesenswert?

OK - aber

was wird er in der Zwischenzeit alles anstellen?

Antworten
SoundofThunder
9
6
Lesenswert?

Leute,Leute!

Das ist immerhin der Präsident der Vereinigten Staaten über den ihr so despektierlich redet 😂😂

Antworten
gonde
0
2
Lesenswert?

Ihr Rotstrichler, kein Humor oder... Habt ihr die zwei Smileys übersehen?

Sonst muß ich beim "oder..." weiter schreiben. :-)

Antworten
styrianprawda
0
2
Lesenswert?

@SoundofThunder

"Wem Gott ein Amt gibt,
dem raubt er auch den Verstand".

Trifft auf T voll und ganz zu.
So dieser Mensch je einen hatte.

Antworten
Geerdeter Steirer
0
11
Lesenswert?

Jedem das was ihm zusteht !

Bin absolut kein gehäßiger oder schadenfroher Menschentyp, wenn der sich in den Schw... beißt würde ich geradewegs wegsehen ;-)

Antworten
 
Kommentare 1-26 von 29