SyrienMacron will verhandeln, Österreich bietet sich als Vermittler an

Der französische Präsident überzeugte US-Präsident Trump, die US-Truppen in Syrien zu lassen. Österreichs Außenministerin Karin Kneissl kann sich Syrien-Gespräche am Wiener UNO-Sitz vorstellen.

MINISTERRAT - PRESSEFOYER: KNEISSL
© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Nach den militärischen Angriffen mit westlichen Verbündeten in Syrien will Staatspräsident Emmanuel Macron Russland und die Türkei an den Verhandlungstisch holen. Die Aufgabe Frankreichs sei es, "mit allen zu sprechen", sagte Macron am Sonntagabend den Sendern BFMTV und RMC sowie der investigativen Internetzeitung "Mediapart".

Macron sagte, er habe ursprünglich geplant, in die Türkei zu reisen und sich dort mit Kremlchef Wladimir Putin, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani zu treffen. Der Chemiewaffeneinsatz in Syrien und das Vorgehen im Rebellengebiet Ost-Ghouta bei Damaskus habe diesen Plan aber durchkreuzt.

Macron wies auf den Dialog mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump hin: "Wir haben ihn überzeugt, dass es nötig ist, (in Syrien) zu bleiben", sagte der 40-Jährige mit Blick auf Trumps Ankündigung, Truppen aus dem Bürgerkriegsland abziehen zu wollen. Frankreich habe Washington auch überzeugt, die Militärschläge auf Chemiewaffeneinrichtungen zu beschränken.

Unterdessen bietet Außenministerin Karin Kneissl Wien als Vermittlungsort für die Syrien-Gespräche an. Sie begrüße alle Initiativen, auch jene Macrons, sagt Kneissl.

Da die Gespräche im Rahmen der UNO unter der Leitung des Sondergesandten Staffan de Mistura laufen, könnte die UNO-City in Wien der passende Ort sein, sagte sie im Ö1-Morgenjournal. Eine zweite Option sei eine von Wien geführte Pendeldiplomatie mit Missionen in den Nahen Osten, nach Moskau und in westliche Hauptstädte. Dafür sei aber ein gesondertes Mandat nötig - eine wohl wenig wahrscheinliche Variante.

Kneissl trifft am Donnerstag in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow zusammen, dort will sie die Haltung Moskaus in Erfahrung bringen. Die Reise war schon seit drei Monaten geplant. Heute Montag trifft sie den französischen und den britischen Außenminister in Luxemburg.

 

 

 

Kommentare (9)

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raspel
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Neue diplomatische Initiative des Westens?

Um Gottes Willen, nur das nicht! Überall, wo der Westen sich eingemischt hat, herrscht heute Chaos: Afghanistan, Irak, Libyen, aber am schlimmsten ist es in Syrien. Eine halbe Mio Tote, Millionen Flüchtlinge und zu allem Überfluss IS. All das geht nicht zuletzt auf das Konto der westlichen Einmischung. Man wolle "Demokratie und Rechtsstaat" etablieren. Sind die Leute tatsächlich so blauäugig? Es gibt nicht ein einziges islamisches Land weltweit, das man auch nur annähernd als Rechtsstaat bezeichnen könnte.

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Lodengrün
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Wieder nur so

lasst den Basti glänzen Projekt.

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schadstoffarm
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was will sie verhandeln ?

das wird in Astana zwischen den Akteuren gemacht, mit etwas Glück darf Europa etwas zum Wiederaufbau beisteuern oder Chemiewaffeneinsatz bedauern.

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Adler48
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Fr. Kneissl

Diese Dame ist die beste Außenministerin die wir je hatten! Die macht den schwachen VdB wett und präsentiert Österreich wieder würdig in der Welt als Vermittler und Brückenbauer. Weiter so!

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Lodengrün
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Das sie so Spitze sei

erfuhren Sie vom HC bei seinem Aschermittwochauftriit. Nur sein Niveau erreicht bald einer.

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schadstoffarm
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und liebe Hunderln hat sie auch

die werden in Erinnerung bleiben wenn die nie in ANspruch genommene Vermittlerin längst vergessen ist.

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Himmelschimmel
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Schadstoff arm

Dass sie Hunderln hat, müssen Sie wohl bei denen hinten erschnüffelt haben. Riechen's wenigstens gut?

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schadstoffarm
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wenn man am Hund

den Halter erschnüffeln kann liegt einiges im argen :) soweit wollte
ich mit meiner Kritik dann doch nicht gehen.

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hermannsteinacher
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Wenigstens eine gute Außenministerin

kann unsere schwache Bundesregierung aufweisen.

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