Nach Billag-NiederlageSchweizer Chefprovokateur Christoph Blocher zieht sich zurück

Christoph Blocher hat die schweizerische Politik der vergangenen Jahrzehnte bestimmt. Nun tritt er aus der Führung der Schweizer Volkspartei zurück.

Christoph Blocher
Christoph Blocher © (c) AP (PETER KLAUNZER)
 

Der langjährige Chefstratege der Schweizerischen Volkspartei Christoph Blocher zieht sich aus der Führung der rechtsnationalen Partei zurück. Der 77-Jährige möchte sich in Zukunft vermehrt seinem Kampf gegen das Rahmenabkommen mit der Europäischen Union widmen. Über den Schritt war bereits seit Wochen in Bern spekuliert worden. Der Schritt folgt unmittelbar nach der gescheiterten Abstimmung der Schweizer über die  Abschaffung der Rundfunkgebühren. Der deutsche Fernsehmoderator Jan Böhmermann hat sich kurz zuvor auf Twitter noch lustig gemacht über Blochers Niederlage: "Muss Christoph Blocher jetzt unglücklich sterben?". Die SVP hat zwar ein Ja zur Initiative empfohlen, Blocher gehörte aber nicht zu den Initianten.

Mehr als zwei Jahrzehnte hat der Nationalrat und Unternehmer das politische und wirtschaftliche Leben der Schweiz geprägt. Kein Politiker der Eidgenossenschaft hat so viele Gegner gegen sich aufgebracht, keiner so viele Anhänger gewonnen, keiner ist so mächtig geworden. Die Entscheidung zum Rücktritt aus dem Parteileitungsausschuss fällte er nach eigenen Angaben schon vor zwei Jahren.

Blocher hat sich für eine "Blutauffrischung" in seiner Partei ausgesprochen. Neu in der Parteispitze soll nun Blochers Tochter Magdalena Martullo-Blocher auch wenn Blocher sagt, seine Tochter habe keine Ambitionen auf eine Funktion in der Parteispitze. Sie sollte ursprünglich das Amt als Vizepräsidentin einnehmen. "Mit den neuen Köpfen sinkt das Durchschnittsalter im Ausschuss von 59 auf 48 Jahren", sagt Blocher zu den Veränderungen in seiner Partei.  

 

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