AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Erleichterung in ganz Europa über Wahl Van der Bellens

Aufatmen in Europa nach dem knappen Sieg von Alexander Van der Bellen über den FPÖ-Kandidaten Nobert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl. Es gehe ein "Seufzer der Erleichterung" durch Europa, sagte Italiens Außenminister Paolo Gentiloni am Montag. Der französische Premier Manuel Valls freute sich, "dass die Österreicher den Populismus und den Extremismus zurückgewiesen haben".

© APA (AFP)
 

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gratulierte Van der Bellen am Montagabend. Juncker habe mit van der Bellen telefoniert und ihm zum Wahlsieg gratuliert, teilte Kommissionssprecherin Mina Andreeva auf Twitter mit.

"Es ist ein guter Tag für Österreich und ein guter Tag für Europa, dass sich der Kandidat der rechten FPÖ nicht hat durchsetzen können", sagte die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, der Nachrichtenagentur Reuters. Als "gut und wichtig für Europa" bezeichnete auch der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka den Sieg Van der Bellens.

Glückwunschbekundungen für den künftigen Bundespräsidenten kamen von den Präsidenten Frankreichs (Francois Hollande), Deutschlands (Joachim Gauck), Italiens (Sergio Mattarella) und Litauens (Dalia Grybauskaite). Gauck würdigte seinen künftigen Amtskollegen als "überzeugten Europäer" und lud ihn zu einem Besuch nach Berlin ein. Mattarella rief seinen künftigen Amtskollegen auf, gemeinsam für eine Stärkung der EU zu arbeiten.

Betont lakonisch kommentierte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier den knappen Ausgang der Bundespräsidentenwahl. "Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen", lautete am Montagabend der einzige Satz einer Pressemitteilung mit dem Titel "Außenminister Steinmeier zu den Präsidentschaftswahlen in Österreich".

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz rief den neuen Bundespräsidenten auf, das österreichische Volk nach dem knappen Wahlausgang "wieder zusammenzuführen und nicht zu spalten". Dem "Kurier" (Dienstagsausgabe) sagte Schulz: "Diese Wahl muss ein Weckruf an alle Parteien der demokratischen Mitte in Europa sein, nicht auf den Kurs von Populisten einzuschwenken."

In die Freude über den Wahlsieg Van der Bellens mischte sich auch Sorge wegen des starken Abschneidens des rechtspopulistischen EU-Kritikers Hofer. "Jeder in Europa sollte seine Lehren daraus ziehen", betonte Valls. Der italienische Innenminister Angelino Alfano sprach von einem Zeichen, dass Europa "als Problem betrachtet wird". Der slowenische Außenminister Karl Erjavec sagte, Hofers Erfolg sei "ein Misstrauensvotum gegen die etablierten Parteien". Wenn Europa Probleme wie Migration oder Terrorismus nicht "bald" angehen werde, dürfte die Anziehungskraft radikaler Politik zunehmen. Die europäischen Politiker müssten "eine Bestandsaufnahme machen und handeln", forderte auch der Ministerpräsident von Malta, Joseph Muscat.

Erfreut über den Sieg Van der Bellens zeigten sich die Chefs der beiden großen Parteienfamilien in Europa. "Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich für eine konstruktive Mitarbeit in Europa entschieden", twitterte der Fraktionschef der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber. Doch müsse man "das Populisten-Ergebnis ernst nehmen und Antworten geben". Webers sozialdemokratisches Pendant Gianni Pittella sprach von einem "Aufatmen, dass die ärgsten Befürchtungen nicht wahr geworden sind durch die Wahl eines rechtsextremen Kandidaten, dessen Parteiideologie direkt auf den Nationalsozialismus zurückgeht".

Als erste gratulierten die deutschen Grünen dem früheren Chef ihrer österreichischen Schwesterpartei. "Wir freuen uns, dass unser Nachbarland mit ihm ein Staatsoberhaupt bekommt, das für ein offenes und pro-europäisches Österreich steht", sagte Parteichef Cem Özdemir. Van der Bellen müsse das Land nun einen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bezeichnete den Wahlerfolg Van der Bellens als "wichtiges Signal für die europäische Integration", die ungarischen Grünen (LMP) sprachen von "Hoffnung für Europa".

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher zeigte sich erfreut, dass mit Van der Bellen "ein Mensch großer Kultur und Erfahrung" in die Hofburg einziehe. Er werde bald nach Wien reisen, um Van der Bellen persönlich zu gratulieren. Zugleich dankte Kompatscher dem scheidenden Präsidenten Heinz Fischer "für all das, was er in diesen Jahren für Südtirol getan hat".

Die rechtsextreme französische Front National (FN) gratulierte Hofer zu seiner "historischen Leistung" bei der Bundespräsidentenwahl. Der Vizechef der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" (AfD), Jörg Meuthen, sagte, die "große Zustimmung für Hofer macht deutlich, dass immer mehr Menschen Vernunft vor Utopie wählen und sich nicht mehr von Allgemeinplätzen und angeblichen Alternativlosigkeiten beirren lassen". Bedauern über den verpassten "Endsieg" Hofers äußerte die rechtsradikale ungarischen Jobbik-Partei. Sein Erfolg habe gleichwohl "historische Bedeutung" für die nationalen Parteien in Europa.

"Sehr zufrieden" mit dem Sieg Van der Bellens zeigte sich der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi. Dieser sei aber "vermutlich nur wegen des Kanzlerwechsels" zustande gekommen, sagte der italienische Ex-Premier der Nachrichtenagentur ANSA. Angesichts des knappen Abstandes zwischen den beiden Kandidaten sei das von der Wahl ausgehende Signal "genau so gefährlich" als wenn Hofer gewonnen hätte, fügte Prodi hinzu. Ähnlich äußerte sich der frühere italienische Präsident Giorgio Napolitano. Es sei zwar das "schlimmste Ergebnis" verhindert worden, doch bleibe die Herausforderung bestehen, auf den zunehmenden Erfolg antieuropäischer Parteien zu reagieren.

Kommentare (15)

Kommentieren
5275003c8bf1b6385ce4a3eacbb330c6
4
1
Lesenswert?

Man stelle sich vor

Hofer hätte gewonnen!!
Europa wäre dem sofortigen Untergang geweiht gewesen. Unser inniger Dank den 31.026 Rettern, die vdBellen den Vorzug gegeben haben.
IRONIE off...

Antworten
thorberg
0
2
Lesenswert?

Erleichterung in ganz Europa

Erleichterung in ganz Europa. Das schaut so aus, als hätte Hofer als BP. mobil gemacht und wäre mit dem Heer in in alle EU Staaten eingefallen. Also standen wir arschknapp vor dem dritten Weltkrieg. Gott sei Dank ist dieser Becher an uns vorüber gegangen.

Antworten
tschele
4
5
Lesenswert?

Die "Erleichterten" werden sich noch wundern.

Der Wechsel ist eingeläutet, sie wissen es nur noch nicht, aber ahnen werden es schon ein paar von diesen Saugern. Der Wiener Vortänzer hat den Schwung ganz verloren, der ist nur mehr schmähstad!

Antworten
Aurelia22
6
4
Lesenswert?

Da kann man sehen was das für eine Partei ist..

sie können nicht verlieren. Es ist immer irgendwas oder irgendwer schuld. Sicher ist das Van der Bellen gewonnen hat und er der Präsident für die nächsten 6 Jahre ist und haben alle zu akzeptieren. Die ganzen Bierzelt FPÖ Anhänger können sich ja Schwarz und Blau ärgern.

Antworten
Kreutzbruck0
3
2
Lesenswert?

Die

EU-Politiker sollen g'scheiter in den Spiegel und nach Brüssel sehen, wie man dort mit den legalen Demonstranten heute, 24. Mai 2016, umgeht, da ist wie in der Türkei. Ein einziger groß angelegter Betrug an den Bürgern! Aber bis jetzt lese ich nichts in den Zeitungen darüber!
Ich denke, es wird Zeit für eine neue Tageszeitung von und für EU-Bürger.

Antworten
Jak39
9
3
Lesenswert?

Ein Seufzer der Erleichterung,

auch in Österreich.

Antworten
Digitaluser
4
8
Lesenswert?

Da bin ich aber glücklich

Na, wenn da "ganz Europa" über Wahl des VbB so arg "glücklich" ist - na das klingt für mich eher als ein sehr einseitiges "ganz Europa". Dass die Brüsseler "Eliten" vom Weinliebhaber Juncker angefangen da wieder eine neue Anlaufstelle für österreichische Zahlungsverpflichtungen witter, verstehe ich eh.
Ich wäre aber viel "glücklicher", wenn dieser Bürokratenhaufen endlich eine nachweisbare Außengrenze-Kontrolle zusammen brächte. Vor allem, ja, in Italien des Genossen Renzi und dem Griechenland des Genossen Tsipras...

Wozu haben denn die ihre sauteuren Armeen und Marinen? In GR, man weiß ja, müssen die bei Laune gehalten werden,damit sie nicht wieder, wie 1967, putschen...

Antworten
lupinoklu
2
8
Lesenswert?

Österreich ist Nettozahler der EU, davon profitiert die EU

das ist mal klar. Dann frage ich, wer von diesen EU Haubentauchern in den europäischen Staaten etwas dazu beiträgt, dass es Österreich besser geht ??? Also keiner!!!
Dann mögen bitte diese Herrschaften ihre blöde Pappen halten und vor der eigenen Haustüre kehren. Unabhängig davon, wer in Österreich Präsident geworden ist oder es hätte werden können. Wenn diese Herrschaften ihren eigenen Sauhaufen mal wieder ins rechte Lot gebracht haben, können sie Kommentare zu Österreich abgeben - und nicht vorher!!!

Antworten
Aurelia22
12
6
Lesenswert?

Ich bin so unbeschreiblich...

glücklich über diesem Wahlausgang, ich kann es nicht in Worten fassen. Die FPÖ ist eine Partei die dürfte es in dieser Form in Österreich nicht geben. Gratulation unserem neuen Präsidenten.

Antworten
4b2897a2f1b66a6bc1b923cabdd4ad10
2
2
Lesenswert?

50% Nichtösterreicher! Da hat sich wohl die Statistik massiv geirrt!

Antworten
5275003c8bf1b6385ce4a3eacbb330c6
11
9
Lesenswert?

no na

Da werden Ängste geschürt, Assoziationen zur brauen NAZI-Ideologie hervorgezerrt und ein Horrorszenario entworfen, als wäre Hofer der leibhaftige Satan.
Arme Schwachköpfe, die so zum "richtigen"
Präsidenten hingezittert haben.

Antworten
gauner
12
7
Lesenswert?

ich finde

auch dass es ein guter Tag für Österreich und Europa ist. Gott sei Dank kein rechtsradikaler als BP in Öst.

Antworten
grubmari
1
8
Lesenswert?

Sind für Sie

alle ,die Hofer wählten, Rechtsradikale. Danke ! Dann sind alle , die VDB gewählt haben, Kommunisten. Bei uns in Österreich wird man von solchen Menschen , wie sie einer zu sein scheinen, sofort ins rechtsradikale Eck gestellt, sobald man mit der Willkommenspolitik der Linken nicht einverstanden ist. Aber solche Menschen wie Sie nehmen unseren Kindern und Enkeln die Zukunft, denn die Integration wird nicht ind dem Maße funktionieren, wie sie sich das vorstellen. Und bis die bei uns arbeiten und einzahlen wird das uns und unsere Kinder den Wohlstand kosten, den uns die Nachkriegsgeneration beschert hat. So schauts aus.

Antworten
ChemMJW
7
9
Lesenswert?

Und?

"Es ist ein guter Tag für Österreich und ein guter Tag für Europa, dass sich der Kandidat der rechten FPÖ nicht hat durchsetzen können", sagte die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, der Nachrichtenagentur Reuters."

Aber warum es auch ein guter Tag sein soll, dass ein Kandidat der linken Grünen hat durchsetzen können, konnte die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, natürlich nicht erklären.

Antworten
Dolomiti
10
20
Lesenswert?

Europa und Österreich

Klar ist Europa Van der Bellen lieber.
Damit nehmen wir alle auf die andere nicht haben wollen.
Die zukünftigen Wähler.
Wer mache jedoch Österreich im Ausland immer schlecht? ???
Nicht die anderen, sondern die Eigenen.
Denke nur an Waldheim zurück.

Antworten