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Polen

Außenminister: "Keine Grundlagen für EU-Aufsicht"

Polens neue rechtskonservative Regierung baut das Land im Eiltempo von Grund auf um und ihre Macht gegenüber Richtern und Medien aus. Der Unmut ist groß, manche sehen einen "Anschlag auf den Staat".

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Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski sieht keine Grundlagen für die Anwendung von EU-Kontrollmechanismen über Polen. Sowohl EU-Kommissar Günther Oettinger als auch Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, hätten ihre kritischen Äußerungen über die Politik der nationalkonservativen Warschauer Regierung "bisher ausschließlich im eigenen Namen" gemacht, sagte er am Montag.

Diese persönlichen Äußerungen erweckten "den falschen Eindruck, dass es in internationalen Institutionen eine wichtige Diskussion zum Thema Polen gibt". Die Debatte finde aber nur in einigen Medien statt. Man könne nicht von einem Konflikt zwischen Polen und der EU sprechen, sagte Waszczykowski in dem Interview mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP weiter.

"Mehr Verständnis wünschenswert"

Er sehe auch keine Grundlagen, EU-Kontrollmechanismen gegen Polen anzuwenden, betonte Waszczykowski. "Wir sollten den europäischen Beamten erlauben, in Ruhe den Inhalt der von Polen angenommenen Vorschriften zu lesen, wozu sie bisher noch keine Gelegenheit hatten", sagte er zu der Kritik am umstrittenen neuen Medienrecht in Polen. "Auf welcher Grundlage sollten sie jetzt über Aufsicht über unser Land entscheiden?"

Zuvor hatte der Minister in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montag) mehr Solidarität für die neue nationalkonservative Regierung in Warschau gefordert. "Etwas mehr Verständnis der Deutschen für unsere politische Situation wäre wünschenswert", sagte er.

Waszczykowskis Amtsvorgänger Grzegorz Schetyna sagte am Montag im Rundfunksender RMF, die Nationalkonservativen hätten das Brüsseler Misstrauen mit ihrer Politik - etwa einer umstrittenen Reform des Verfassungsgerichts und einem neuen Mediengesetz - selbst heraufbeschworen. "Die (nationalkonservative Regierungspartei) PiS muss ihre Politik ändern, ohne diese Verletzung der Demokratie, der Unabhängigkeit und Anständigkeit in Polen", sagte er.

Journalisten an der Leine

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) begrüßte die "klare Haltung" Oettingers, der am Wochenende gesagt hatte, angesichts des neuen Mediengesetzes sei es angebracht, über eine EU-Aufsicht über Polen nachzudenken. "Dass die Rundfunksender an die Zügel der Regierung genommen werden, ist mit den Grundwerten der Europäischen Union, insbesondere mit Medienpluralismus und der Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zu vereinbaren", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.

Nach dem neuen Gesetz sollen Regierungsvertreter über die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Medien entscheiden.

Kommentare (3)

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KleinerGrisu
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Medienkontrolle

Diesen "Medienpluralismus und die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" können wir ja jeden Tag beim ORF verfolgen.

Scheinheiligkeit und gespieltes Entsetzen über etwas, was man bisher im eigenen Interesse gerne duldet.

Eine Unabhängigkeit der Medien zu fordern ja unbedingt - aber wenn, dann auf allen Ebenen und nicht nur einseitig.

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8
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Und was macht Herr Junker und die Eu?

Die kaufen Pampers auf Vorrat!

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scionescio
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4
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Echt peinlich, was da manche absondern ...

nur damit sie was gepostet haben ...

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