Papst reist am Mittwoch trotz Terrorgefahr nach Kenia

Papst Franziskus beginnt am Mittwoch seine 11. Auslandsreise, die in drei afrikanische Staaten führt. Die Reise des Papstes nach Kenia, Uganda und in die Zentralafrikanische Republik findet laut Kathpress trotz Terrorgefahr wie geplant statt. Besonders der jüngste Anschlag auf das Radisson-Blu-Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako hatte im Vatikan für Unruhe gesorgt.

© APA (AFP)
 

Von Rom fliegt Franziskus am Mittwoch in die kenianische Hauptstadt Nairobi. Dort wird er unter anderem eine große Rede am Sitz des UNO-Umweltprogramms UNEP halten. Außerdem stehen der Besuch in einem Slum, die Begegnung mit Tausenden Jugendlichen im Stadion der Stadt, eine Papstmesse auf dem Campus der Universität und ein interreligiöses Treffen auf dem Programm.

Am Freitag fliegt Franziskus weiter nach Uganda. Dort wird er in der Märtyrerkirche von Namugongo eine Messe feiern, in der Hauptstadt Kampala den Berichten von Jugendlichen zuhören und mit Vertretern der verschiedenen Religionen zusammentreffen.

Am Sonntag reist der Papst dann weiter nach Bangui, Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik (RCA). Neben einer Messe im Stadion ist dort unter anderem ein Besuch in der Hauptmoschee sowie in einem Flüchtlingslager geplant. In dem bettelarmen Land kommt es immer wieder zu Angriffen islamischer Milizen auf Christen.

In allen drei besuchten Ländern trifft Franziskus auch mit Regierungspolitikern und Diplomaten zusammen, bevor er am 30. November zurück nach Rom fliegt. Laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sind in jedem der drei Länder auch Fahrten im offenen Papamobil vorgesehen. Allerdings könnten sich die Pläne situationsbedingt auch kurzfristig ändern. "Der Papst ist nicht besonders um seine eigene Sicherheit besorgt", sagte Lombardi. Franziskus denke eher an die vielen anwesenden Menschen. Die Anschläge hätten nicht viel an den Reiseplanungen geändert.

Von Mittwoch bis Freitag ist das ostafrikanische Kenia die erste Station auf Franziskus' Afrika-Reise. Franziskus besucht auch das Slumviertel Kangemi am Rande der Hauptstadt. Wie die 650.000 Bewohner hier, leben 42 Prozent der Kenianer in extremer Armut. In dem Land, das in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz ethnischer Konflikte wurde, verschärfte sich die Rhetorik in den vergangenen Monaten. 2007 war es nach umstrittenen Wahlen zu heftigen Kämpfen zwischen der Kikuyu- und der Luo-Ethnie gekommen. Bei den blutigen Auseinandersetzungen starben mehr als 1.100 Menschen, 600.000 mussten fliehen.

Die Bischöfe des ostafrikanischen Landes verlangten mit Blick auf den Papstbesuch einen "ehrlichen Waffenstillstand". Die Beleidigungen müssten aufhören, so Militärbischof Alfred Rotich. Ein Ziel von Übergriffen waren zuletzt vor allem die in Kenia lebenden Somalier, die hier Schutz vor dem Bürgerkrieg und der Terrorgruppe Al-Shabaab suchen. 350.000 Somalier leben heute in Kenias Dadaab-Camp, dem größten Flüchtlingslager der Welt.

Der Terror macht an der Grenze nicht halt. Im April tötete die Al-Shabaab 148 Studenten an der Universität Garissa. Zwei Jahre zuvor starben bei einem Anschlag auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi 67 Menschen. Ethnische Somalis geraten seitdem immer wieder unter Generalverdacht.

Am Donnerstag trifft Papst Franziskus auf islamische und andere Religionsführer des Landes. Die Hoffnung auf versöhnende Worte ist groß, auch bei Kenias Ex-Präsident Mwai Kibaki. Er sprach am Montag von einem Wendepunkt, einer "einmaligen Chance" und einem "außergewöhnlichen Besuch".

International geriet die Regierung von Präsident Uhuru Kenyatta zuletzt in die Kritik. Wegen angeblicher Mittäterschaft bei den ethnischen Massakern hatte der Internationale Strafgerichtshof (ICC) Anklage gegen den Präsident erhoben - aus Mangel an Beweisen jedoch wieder fallen gelassen.

Der Nuntius in Kenia, Erzbischof Charles Daniel Balvo, verwies in einem Interview am Wochenende einerseits auf den großen Einfluss der katholischen Kirche in Afrika. Zugleich warnte er vor zu hohen Erwartungen. "Traditionsgemäß vermeidet der Papst, zu tief in die länderspezifischen Probleme involviert zu werden. Er wird allgemein über Regierungen sprechen, die den Menschen zu dienen haben - ohne aber ins Detail zu gehen", so Balvo.

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