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Griechenland

Varoufakis plante Währungsputsch

Selbst nach seinem Rücktritt sorgt der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis für Aufregung: Laut Tageszeitung "Kathimerini" habe er mithilfe von Hackern an einem geheimen Euro-Austritt gearbeitet.

BELGIUM EU FINANCE EUROGROUP GREECE CRISIS
Yanis Varoufakis © APA/EPA/OLIVIER HOSLET
 

Während sich internationale Medien noch mit seinen neuesten Machenschaften beschäftigten, kehrte Yanis Varoufakis am Montag von einem Wochenendausflug in der Villa seiner Frau auf der Insel Egina zurück, wie das griechische Fernsehen berichtete. Die kleine griechische liberale Partei "To Potami" erklärte, man wisse mittlerweile nicht mehr, ob man über all diese Sachen "lachen oder weinen" solle.  Denn auch wenn Varoufakis kein Minister mehr ist: Der Wirbel um seine Person reißt nicht ab: Wie die griechische Zeitung "Kathimerini" schreibt, soll Yanis Varoufakis von Premier Alexis Tsipras beauftragt worden sein, einen Ausstieg aus der Euro-Zone vorzubereiten.

"Kathimerini" berichtet, Varoufakis sei mit der Ausarbeitung eines parallelen Zahlungssystems beschäftigt gewesen, das in ein neues Bankensystem hätte überführt werden können, zitiert die "FAZ". Zu den Plänen, die noch vor der Wahl und der Regierungsbildung erarbeitet worden seien, habe auch die Option gehört, die Drachme über Nacht wieder einzuführen.

Telefonmitschnitt

Wie „Kathimerini“ weiter berichtet, hat Varoufakis von diesen Plänen bei einer Telefonkonferenz mit Hedgefonds-Managern am 16. Juli 2015 erzählt. Der Zeitung soll ein Telefonmitschnitt des Gesprächs vorliegen.

Zur Umsetzung der Ausstiegspläne habe auch der Zugriff auf die griechischen Steuerdaten gehört, zu denen zu jenem Zeitpunkt allerdings nur die Troika Zugang gehabt hätte.  Aus diesem Grund hätte das System gehackt werden sollen. Ein Spezialteam im Finanzministerium sollte sich Zugang zum System der obersten Steuerbehörde Griechenlands beschafft haben.

„Wir entschieden uns dafür, in die Software meines eigenen Ministeriums einzudringen“, soll Varoufakis in dem Gespräch mit den Hedgefonds-Managern gesagt haben. Dafür rekrutierte er angeblich einen Studienfreund, der mittlerweile als Informatik-Professor an der Columbia Universität in New York arbeitet.

Parallelsystem

Das Team rund um Varoufakis sollte die Daten von Bürgern und Unternehmen aus dem gehackten Steuersystem nutzen, um ein paralleles Bankensystem aufzubauen. Das sollte den griechischen Bürgern Finanzgeschäfte ermöglichen, falls die EZB das griechische Bankensystem nicht mehr mit Liquidität versorgt hätte. „Das hätte ein paralleles Bankensystem errichtet, was uns eine Atempause nach der durch die EZB verursachten Bankschließung verschafft hätte“, zitiert „Kathimerini“ den ehemaligen Finanzminister.

Über Twitter reagierte Varoufakis prompt auf die Hacker-Vorwürfe: "Ich hatte also vor, die Steuerdaten der griechischen Bürger zu hacken?", schrieb er. Die Fantasie seiner Verleumder sei beeindruckend. Der britischen Zeitung "Telegraph" sagte er, seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Irritiert von den Berichten zeigt sich die griechische Opposition. Die Mitte-Rechts-Partei Nea Dimokratia hat zusammen mit der liberalen Zentrumspartei To Potami und der sozialistischen Pasok eine Stellungnahme der Regierung verlangt. "Die Enthüllungen werfen große politische, ökonomische und moralische Fragen an die Regierung auf und müssen eingehend geprüft werden", heißt es in einem Statement.

Der griechische Vize-Finanzminister Dimitris Mardas erklärte dem Sender "Skai television": "Ich habe wiederholt gesagt, dass es solche Diskussionen innerhalb der Regierung nie gegeben hat."

 

Kommentare (44)

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ein weiser Mann!

ein Putschist ist mir immer willkommen.

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Warum hat man ihm bloß

diese Chance genommen.. ?!

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ounomos
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ich bin ein theil von jener kraft usw,usf............

verteufeln werd ich ihn höchstens,weil
er so früh aufgegeben hat!

er war der einzige, der die bratoaschatn
aus ihrem dilirium t. reissen konnte!
schade;-))

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Verantwortungsvoller Politiker mit Weitblick!!

Grexit wäre auf Zeit für alles Seiten das beste gewesen.

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hgw22
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ein Artikel in der PRESSE von 1915 !!!

Bedenkliche Finanzlage Griechenlands

Wie soll das Defizit gedeckt werden?

Neue Freie Presse 16.7.1915

Der griechische Finanzminister erklärte dem Athener Korrespondenten des „Berliner Tageblatt“ über die griechische Finanzlage, dass keinerlei Grund zur Beunruhigung vorliege. Der Staatshaushalt weist natürlich ein nicht unbedeutendes Defizit aus. Wie dieses Defizit gedeckt werden soll, darüber hat die gegenwärtige Regierung nicht entscheiden können, weil die politische Lage viel zu ungeklärt ist und die Entscheidung jener Regierung überlassen bleiben muss, die die dauernde Leitung der Geschäfte übernehmen wird.

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MrMystery
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und weiter?

ist 100 jahre her.. ab 50iger 60iger stieg griechenland immer mehr zum urlaubsland auf. touristen haben sicher genug geld dort gelassen in der vergangenheit!

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Esteke
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@MrMystery

Gar nix haben die Topouristen dort "genug Geld" gelassen! Griechneland hatte seit dem 1970-ern immer mehr importiert als exportiert und auch der Tourismus konnte die Lücke nie ausgleichen. 1981 verlangte die PASOK-Regierung von den USA eine Milliarde pro Jahr als "Pacht" für die US-Marinastützpunkte auf Kreta und dem Festland. Doch die USA schickten das Land - in die damalige EWG zwecks Finanzierung. Und so lebte GR seit damals mit immer steigenden Netto-Zuschüssen und "Förderungen" aus der EWG, dann EG bis schließlich sich die Bonanza auftat: Mit dem Betrug mit gefälschten Staatsausgabenrechnungen - kein Militäretat berücksichtig - log die PASOK das Land in die Euro-Zone. Womit sich erst richtig das Scheunentor des Schuldenmachens mit "billigen" Kredit-Euros aufmachte und der staatlichen Auagabenflut keine Grenze mehr gesetzt waren. Nicht für Investitionen, sondern einfach für Personalausgaben des Staates baute sich das Schuldengebirge auf.

Alles andere sind politische Zwecklügen.

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Bezüglich EU kann man nur sagen: Zurück an den Start!

Die Demokratie ist ein Federl am Hut (Entscheidungen fallen in bilateralen Gesprächen), der Euro ist ein Rohrkrepierer (EINE Währung, aber 19 Budgets, Transferunion ist längst Fakt). Die ordnerfüllenden Wirtschaftsprogramme greifen nicht, statt dessen verlieren die bereits armen Regionen immer mehr an Terrain. Die einzigen Profiteure sind Konzernmultis, die sich ungehindert über Europa ausbreiten können und für den monotonen Geschäfteeinheitsbrei von Linz bis Bukarest sorgen und mit ihnen vlt. noch die Logistikbranche. Weil wenn die Griechen und Spanier jeweils ihre eigenen Oliven essen würden, wäre das schlecht fürs Wirtschaftswachstum: es würden ja keine LKW kreuz und quer durch Europa fahren. "Stirbt der Euro, stirbt Europa": Welches Motiv verbirgt sich tatsächlich hinter solchen Parolen?

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perplesso
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Am besten ist es,

wenn man den Namen dieses eitlen, präpotenten Gockels, der nicht die geringste Ahnung von internationaler Politik hat, auf nimmer hören vergißt. Jedes weitere Wort in diesen Zusammenhang ist überflüssig.

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BigBang12
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"...Steuerdaten...

zu denen zu jenem Zeitpunkt allerdings nur die Troika Zugang gehabt hätte." Wie denn jetzt?
Kann das sein, dass in einem souveränen Staat die eigene Regierung keinen Zugang zu den Steuerdaten ihrer Bürger hat, sondern nur die "Troika". Wenn das stimmen sollte, dann hat der Putsch schon stattgefunden, aber in Brüssel!

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Esteke
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@BigBang12

Schon das kann so nicht stimmen!

Zwar ist die gesamte griechische Verwaltung ein korrupter und undurchsichtiger Sauhaufen. Aber dass der eigene Finanzminister zu den Steuerdaten keinen Zugriff gehabt hätte - das ist ein Märchen aus dem levantinischen G'schichten von 1000+1 Lügen.

Da soll anscheinend, von wem und in wessen Interesses immer, irgend eine Legendenbildung erfolgen.

Wieso konnte die Troika bei ihren Vor-Ort-Recherchen heraus gefunden haben, dass die Steuerrückstände in GR fünf Jahre betragen? Wer konnte so lange und von wem geduldet, sich das Steuerzahlen erspart haben?
War es vielleicht gar so, wonach einzelne griechische Beamte höheren Ranges und entgegen dem Willen etwa des Genossen Varoufakis der Troika die Steuerdaten ausgeliefert hatten? Weshalb der Varoufakis mit seinen Lügengebäuden in Bedrängnis kam und dann die Troika aus dem Land komplimentierte?

Also wird es um diese Enthüllung noch eine Vielfalt und Vielzahl von Spekulationen geben

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BigBang12
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@Esteke

Ich bin auch der Meinung, dass hier mediale "Nebelgranaten" geworfen werden. Der Artikel beschreibt auch recht verworren die herumschwirrenden Gerüchte.

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Also wirklich

hat irgendjemand hier, irgendjemand derjenigen, die so gerne auf Varufakis und Griechenland herumhacken auch mal kurz nachgedacht?
Einerseits seid genau IHR diejenigen, die immer wieder anmerken, dass die griechischen Steuerbehörden noch mit Papier und Bleistift arbeiten und daher gründlichst modernisiert werden sollte damit die "Steuersparbemühungen" der Griechen etwas eingedämmt werden, und glaubt ihr tatsächlich, dass dieser Mann es geschafft hätte, diese Steuerbücher zu "hacken"?? Das kann nicht euer Ernst sein, oder? So dumm könnt ihr nicht sein, oder etwa doch?

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BigBang12
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@Chlorophyl

Doch, die sind so einfältig, die widersprechen sich in jedem Satz zweimal. Das sind meist Menschen, die außer einem Mietvertrag keine weiteren Geschäfte finalisieren müssen.

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@BigBang

ja, so kommts mir manchmal vor ...

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Hohenwanger
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Griechenland beginnt neu,

nur wann?
Die EU will mit Griechenland ein Modell schaffen, wie es geht.

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norad
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die linkskommerln

können halt nur destruktiv sein, putschen, demokratie ignorieren,richtige kleine bolschewiken halt

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dein wirtschafts- u. politik - dadaismus hilft uns auch nicht weiter ...

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raspel
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Hätten sie es nur getan,..

..wäre ganz Europa gedient gewesen.

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Von wem wird diese Meldung gesteuert ???

.

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pumpum
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Also irgenwie verstehe ich auch den Schäuble nicht

Wenn ein Land Schulden macht, dann nehme ich doch an, dass diese Schulden in der Währung beglichen warden, in der man sie gemacht hat.Sprich, ich mache Schulden in Euro bezahle die Schulden in Euro zurück. Wenn ich nun meine eigene Währung einführe, dann muss ich mir ja um diese Währung Euros kaufen, damit ich wieder in EURO ausgleichen kann. Wo ist hier der Rebach für die Griechen? Ok, die Leistungs-und Handelsbilanzen verändern sich zu Gunsten der Drachme, aber die Schulden über die Inflation abzudecken, das würde nur gehen, wenn die EU die EURO Summe beim Währungswechsel auf 1:1 in Drachmen konvertiert. So blöd würde doch kein EU-Finanzminister sein, das seinem Land vorzuschlagen, oder doch? Deshalb stimmt die Rechnung des Hrn Schäuble nicht. Im Falle einer Inflation der Drachme, müssten doch die Griechen immer mehr Drachmen aufwenden im die Schulden in EURO zurück zu bezahlen...? Das heißt, der Grieche verhindert nur die teuren Importe, und produziert seine Tomaten dann selbst.

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pumpum
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@pumpum2 - Schlussfolgerung

Der Schuldenschnitt für Griechenland bleibt in jedem Fall unausweichlich, Europa hat 380 Milliarden EURO in den Sand gesetzt! Danke EUROPA und ein herzzereissendes Dankeschön allen EU-Finanzministern, allen EU-Regierungschefs und allen EU Parlamentariern. Ein Dankeschön dafür, dass diese unsere Zukunft und die Zukunft unserer Nachkommen für Jahrzehnte in den Sand gesetzt haben.

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Quilt
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Und was soll ein Schuldenschnitt bringen???
Die Griechen leben sein Jahren über ihre Verhältnisse, d. h. dass der Erlös aus ihrer Wirtschaftsleistung bei weitem nicht die Staatsausgaben abdeckt. Hat auch damit zu tun, dass das staatliche System ziemlich unortodox ist, soll heißen: wenn ich an die Macht komme, dann staube ich, meine Familie und meine Freunde so viel wie möglich ab, Klientelpolitik³!!!!!
Solange das nicht geändert wird ( und auch Tsipras hat noch nix geändert - ganz im Gegenteil) wird Griechenland immer wieder in die Pleite rutschen! Egal ob Schuldenschnitt oder nicht!

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pumpum
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@Quilt

Ob Schuldenschnitt oder 100 Jahre Stundung, ergeben im Ergebnis völlig das selbe. Natürlich werden sich die Europäer damit ihren Einfuss sichern wollen,zu Recht. Man kann sich vorstellen, dass z.B Deutschland das Thema Infrastruktur und Finanzen auf europ.Standard bringen, Österreich wurde ja schon erwähnt, könnte z.B. Justiz, Landwirtschaft etc. organisatorisch in die Hand nehmen, da werden dann Organisation aufgebaut die funktionieren Das Problem in Griechenland sind die vielen Inseln! In dem Fall müssten die Europäer ausschwärmen und die Verwaltung direkt vor Ort übernehmen, ich meine natürlich aufbauen. Es wird erforderlich sein dass hier absolute Profis am werken sind, und ich vermute, dass da bis zu 2000 Fachkräfte verteilt über Festland und Inseln erforderlich sind. Es ist wie bei einem Industrieunternehmen, das weltweit Subuhnternehmen aufbaut bzw. aufgebaut hat.D.h.die Inselverwaltung stellt die Leitung einer Filiale dar. Die Profis sind vorerst die Filialleiter...

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pumpum
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@pumpum3 - Schlussfolgerung erweitert

Schäuble forciert den Grexit, aber erhat es offenbar nicht der Mühe für Wert befunden, es seinen Deutschen zu erklären, dass ein Grexit nur in Verbindung mit einem totalen Schuldenschnitt erfolgreich sein kann. Das hat er sich politisch dann doch nicht getraut.

ps: Übrigens, die Rotstrichler drücken einmal mehr ihre Unfähigkeit zum Mitdenken aus. Setzen sie daher ihre Stricherlparade ruhig fort, mich stört es nicht, mich stört nur, dass unfähige Politiker meine Zukunft in die Hand nehmen, und dies erst bei Wahlen korrigiert werden kann. So betrachtet sind wir Europäer alle am Gängelband unfähiger Politiker.

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@pumpum: Mit Verlaub: Was wollen Sie bei "Wahlen an den unfähigen Politikern korrigieren" ? Rot und Schwarz haben sich dieses Land doch schon seit dem 2. Weltkrieg schamlos aufgeteilt ! Allen "Denkzettelwählern" ins Stammbuch: Wenn es bei der nächsten Wahl nicht zu einer Mehrheit reicht, nehmen sie halt die Grünen mit ins Boot, werfen ihnen ab und zu ein Krümmel zu, und schon geht das Werkel auf unsere Kosten ungeniert weiter. Lebensweisheit von Loriot: "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Was haben wir verbrochen von solchen Leuten regiert zu werden !!!!

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