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Nahost

Vorwurf: Türkei behindert christliche Flüchtlinge

Ein syrischer Bischof wirft der Türkei die Blockade von Christen in Syrien vor. Knapp 1000 Familien sollen seit Montag auf der Flucht sein.

© AP
 

Nach der Entführung dutzender assyrischer Christen durch die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo der Türkei vorgeworfen, Christen an der Flucht über die Grenze zu hindern. Jeden Tag müssten Familien per Flugzeug aus Damaskus fliehen, weil ihnen andere Wege abgeschnitten seien, so der Erzbischof von Hassaka-Nisibi am Mittwoch.

Gleichzeitig aber lasse die Türkei "Lastwagen, Kämpfer des IS, gestohlenes Öl aus Syrien, Weizen und Baumwolle durch", kritisierte er gegenüber dem Sender Radio Vatikan. Gleichzeitig forderte der Erzbischof das Rote Kreuz dazu auf, seinem islamischen Pendant Roter Halbmond kein Geld mehr zur Verfügung zu stellen. Dieser gebe nichts von der Unterstützung an die Christen weiter, sagte er.

IS-Kämpfer hatten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag zwei Dörfer in der nordostsyrischen Provinz Hassaka angegriffen und mindestens 90 assyrische Christen verschleppt. Die Ortschaften Tal Shamiran und Tal Hermus hatten bis dahin unter kurdischer Kontrolle gestanden. Wohin die Jihadisten die Christen brachten, ist den Angaben zufolge unklar.

Nach Angaben des Leiters des assyrischen Netzwerks für Menschenrechte, Oussama Edward, sind seit Montag knapp tausend christlich-assyrische Familien und damit insgesamt rund 5.000 Menschen aus bedrohten Dörfern in die Provinzhauptstadt Hassaka und den kurdischen Ort Kamishli an der Grenze zur Türkei geflüchtet. Edward, dessen Organisation in Schweden sitzt, vermutete nach Telefonaten mit Angehörigen aus seiner Heimatregion, dass die Verschleppten in die IS-Hochburg Shaddadi gebracht wurden. Dort würden sie vermutlich als "menschliche Schutzschilde" oder zum Austausch gegen IS-Gefangene der Kurden eingesetzt.

Der IS hatte seit Juni große Teile des Nordirak und auch Gebiete im benachbarten Syrien erobert. Die Jihihadisten verübten seither zahlreiche Gräueltaten gegen die Bevölkerung. Die irakische Armee, kurdische Kämpfer und Stammesmilizen kämpfen gegen den IS. Unterstützt werden sie von einer US-geführten Koalition aus westlichen und arabischen Staaten, die mutmaßliche IS-Stellungen aus der Luft bombardiert.

Kommentare (1)

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BwanaMakuba
0
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Dass sich die islamische Türkei so verhält, wie es der

Koran vorgibt, ist doch selbstverständlich. Für Erdogan sind doch die Christen als Ungläubige die wahren Feinde und nicht der IS.

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