Das Patriarchat macht krank. Und zwar alle. Aber Frauen stärker. Vor allem psychisch. Das ist die Grundthese von Beatrice Frasl, mit der wir in dieser Episode über "patriarchale Belastungsstörungen" gesprochen haben.

Die Geschlechterforscherin und Podcasterin ("Große Töchter") hat sich tief in diese Materie begeben, auch, weil sie selbst als Betroffene einer Depression gemerkt hat, wie ungleich psychische Erkrankungen – im Gegensatz zu beispielsweise einem Beinbruch – anerkannt und behandelt werden. Daher gibt es hier noch eine Zahl als Spoiler: 80 Prozent aller Psychotherapiestunden werden in Österreich privat bezahlt. Das Thema hat also nicht nur einen feministischen, sondern auch einen Klassenaspekt. Beatrice Frasl hat sich diesen vielen Ungleichheiten in ihrem aktuellen Buch "Patriarchale Belastungsstörung – Geschlecht, Klasse und Psyche" (Haymon Verlag) angenommen. Und wühlt sich durch "die Eingeweide unseres kranken Gesundheitssystems".