Auf einem schmalen GratVon Schranz bis Djokovic: Der Sport als Spielfeld für Nationalismus

Sport kann Völker versöhnen. Und er kann sie trennen. Das geschieht dann, wenn er wie im Fall Djokovic zum Vehikel von Nationalismus wird. Grund, mit dem Finger auf Serbien zu zeigen, gibt es freilich keinen. Auch den Österreichern sind solche Wallungen nicht fremd.

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Landsleute des serbischen Tennisstars Novak Djokovic protestieren in Melbourne gegen die ihrer Meinung nach skandalöse Behandlung ihres Idols I © AFP
 

Das ganze Land war in Aufruhr. Die Volksseele kochte. Tageszeitungen zogen Vergleiche zu den Hexenverbrennungen. Der Sportminister rief zum Boykott auf. Sogar eine Bombendrohung gegen die US-Botschaft in Wien gab es. Und Bundeskanzler Bruno Kreisky bereitete dem wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen von den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo ausgeschlossenen Ski-As Karl Schranz einen triumphalen Staatsempfang. An die 100.000 Menschen jubelten ihrem Idol zu, als ihnen dieses vom Balkon auf dem Ballhausplatz zuwinkte. „Für was ist das gut?“, soll, so geht die Fama, der Eigenbrötler aus Sankt Anton in Tirol am Abend gefragt haben, als das Spektakel endlich vorüber war.

Kommentare (4)
WASGIBTSNEUES
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7
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Nicht zu vergleichen!

Die Geschichte Schranz mit Djokovic zu vergleichen ist
eine Frechheit. Schranz wurde es unter fragwürdigen Argumenten (Verstoß gegen die damals geltenden Armateurregeln, er hatte bei einem Fußballspiel ein Leiberl mit einer Kaffeewerbung drauf an, Amateure durften damals keine Werbung machen) von den Olympischen Spielen vom IOC ausgeschlossen. Djokovic hat bei der Einreise nach Australien gelogen und gefälschte Dokumente vor gelegt. Das die Serben generell sehr nationalistisch sind dürfte ja bekannt sein. Genauso wenig wie sie sich an Regeln halten. Siehe Kosovo, Republika Srbsk usw. und für alle Rotstrichlet vorweg, ich kenne das aus eigener beruflichen Erfahrung.

Lodengrün
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Eine Konstruktion wie es schlimmer nicht geht

Spätestens bei Betrachtung des Ausschliessungsgrundes müsste dem Redakteur klar sein, Käse von sich gegeben zu haben. Und Schranz fuhr und hat nicht mit seiner Familie Tage herumgeplärrt.

lamagra
4
12
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Es ist schlichtweg gesagt eine Frechheit,

einen Karl Schranz, dem durch eine mehr als fragwürdige Aktion der Amateurstatus aberkannt wurde, mit DjoCOVIDc zu vergleichen, der mit voller Absicht gegen ein Gesetz verstoßen hat!
Aber auch typisch für die Gesinnungsrichtung, Patriotismus mit Nationalismus zu vermischen!

Lodengrün
2
6
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Richtig

Vermag Patriotismus und Nationalismus nicht zu trennen. Uns so etwas nennt sich Ressortchef.