Lostag am DonnerstagSchulen vor Corona-Stufe 3: Masken in der Oberstufe und keine Veranstaltungen

Erstmals könnten ab morgen, Donnerstag, Bundesländer in Stufe drei fallen. Die Folge wären Maskenpflicht im Unterricht in Oberstufen und der Entfall sämtlicher Schulveranstaltungen. Alle Länder außer dem Burgenland liegen nur noch knapp unter der Schwelle.

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Für die Oberstufe droht wieder die Maskenpflicht
Für die Oberstufe droht wieder die Maskenpflicht © Pajman
 

Am Donnerstag steht wie jede Woche die Entscheidung über den Ablauf des Schulbetriebs an. Erstmals dürfte ab nächster Woche in einigen Bundesländern die Risikostufe drei gelten - das bedeutet, dass zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen alle Schüler bzw. Lehrer an Oberstufen auch im Unterricht Maske tragen müssen und Schulveranstaltungen wie Wandertage und Unterrichtsangebote mit externen Partnern nicht mehr durchgeführt werden. Elternsprechtage müssten digital stattfinden.

An den Schulen wächst die Zahl der positiven PCR-Tests weiter an. Am Montag und Dienstag wurden (exklusive Wien) 1.832 positive PCR-Tests registriert. Vier Schulen und 126 Klassen sind bereits geschlossen. Am vergangenen Freitag waren es nur 22 Klassen. Das zeigt die Dynamik der Entwicklung.

Positive PCR-Tests

Die positiven Ergebnisse der PCR-Testungen an den Schulen Anfang dieser Woche (Ergebnisse der Vorwoche in Klammern):

  • Oberösterreich 673 (663)
  • Niederösterreich 406 (385)
  • Steiermark 329 (196)
  • Salzburg 129 (98)
  • Vorarlberg 96 (46)
  • Tirol 82 (98)
  • Burgenland 73 (43)
  • Kärnten 44 (90)
  • Wien: Die Zahlen liegen erst am Freitag vor

Jeden Donnerstag wird anhand der Einschätzung der Corona-Kommission über den Ablauf des Schulbetriebs ab der jeweils kommenden Woche entschieden. Für die Festlegung der Risikostufen wird die sogenannte risikoadjustierte Inzidenz (berücksichtigt neben den Infektionszahlen auch Zahl der Tests, Aufklärungsrate, Symptomatik und Dynamik des Infektionsgeschehens) sowie die Auslastung der Intensivstationen (ICU) herangezogen.

In der letzten Woche wurde für alle Bundesländer noch die Stufe zwei festgelegt. Das bedeutet, dass an den Schulen Ungeimpfte drei Mal pro Woche getestet werden (mindestens einmal davon mit der aussagekräftigeren PCR-Methode) und abseits der eigenen Klasse bzw. Gruppe Maskenpflicht gilt. Schulveranstaltungen sind nach einer Risikoanalyse möglich, externe Personen etwa von Vereinen dürfen für Unterrichts- oder Sportangebote mit 3G-Nachweis in die Schule.

Fast alle Länder am Limit

Stufe drei würde dann in Kraft treten, wenn die risikoadjustierte Inzidenz in einem Bundesland über 200 liegt und die ICU-Auslastung mit Corona-Patienten 20 Prozent überschreitet. In Sachen Inzidenz haben bereits in der Vorwoche alle Länder die 200er-Marke gerissen. Wien lag mit 237 noch am besten, Oberösterreich und Salzburg erreichten sogar Werte über 900.

Allerdings war die ICU-Auslastung in der Vorwoche noch unter dem Schwellenwert - wobei Niederösterreich und Wien mit 19,5 bzw. 19,4 Prozent nur noch knapp an der 20-Prozent-Marke vorbeischrammten und auch Oberösterreich mit 17,4 Prozent schon in die Nähe kam. Einzig das Burgenland war mit 5,2 Prozent noch im grünen Bereich, Vorarlberg (10,3 Prozent) und Salzburg (11,1 Prozent) ebenfalls noch weiter von den 20 Prozent entfernt.

Betrachtet man die aktuellen Dashboard-Zahlen, ist derzeit erneut nur das Burgenland weit unter der 20-Prozent-Marke. Alle anderen Länder liegen entweder knapp unter dieser Schwelle oder sind bereits darüber - wobei vor allem in kleinen Ländern oft wenige Patienten entscheiden.

Maßnahmen gefordert

NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre forderte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) auf, auch bei Risikostufe drei externe Personen aus Vereinen für Sport- und Unterrichtsangebote mit 2G-Nachweis in die Schulen zu lassen. Die Kinder hätten schon auf zu viel verzichten müssen, so Künsberg Sarre. Auch Sportveranstaltungen, Wandertage oder ähnliches sollten weiter - unter Einhaltung der Sicherheitskonzepte - möglich sein.

Umgekehrt sprechen sich Lehrervertreter für eine Verschärfung der Maßnahmen aus: So ortete etwa der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), Hannes Grünbichler (ÖLI-UG), auf "Puls4" einen "Kontrollverlust" und regte eine sofortige Maskenpflicht im Unterricht an - auch in der Unterstufe. Früher oder später werde man auch über eine 2G-Regelung an den Oberstufen sprechen müssen. Außerdem müsse die Booster-Impfung für Lehrkräfte in allen Bundesländern angeboten werden - in der Steiermark funktioniere dies derzeit nicht.

Unterdessen verlangt die SP-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) Wien eine 2G-Pflicht für neu angestellte Lehrerinnen und Lehrer. Ab einer Intensivstation-Auslastung von 20 Prozent mit Covid-Patienten sollte ungeimpftes Lehrpersonal außerdem von daheim aus unterrichten müssen, so AHS-Landesschulsprecherin Maria Marichici bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Für Schüler soll es außerdem Gratis-FFP2-Masken geben, an den Schulen müssten flächendeckend mindestens drei PCR-Tests pro Woche sowie mehrere Antigentests durchgeführt werden.

Kommentare (12)
lucie24
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Sinnloses Theater

Manche Schulen testen schon jetzt 5 mal pro Woche und es reicht euch wohl noch immer nicht. Die Schildbürger sind nichts dagegen...

dude
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Masken schützen vor Infektionen und FFP2-Masken...

... schützen noch besser davor.
Aber bei einer durch und durch und permanent getestet Gruppe, wie einer Schulklasse, wird eine FFP2 Maskenpflicht wohl keine wesentliche Verbesserung im Infektionsgeschehen bedeuten.
Da sitzen die Oberstufenschülerinnen täglich 5 - 10 Stunden ganz brav mit Masken in den Klassen und am WE tanzen sie - natürlich ganz ohne Masken - im V-Club, im Bollwerk, im Teatro, oder bei einer privaten Party ab.

Wesentlich sinnvoller wäre es, wenn sie alle am SO einen PCR-Test machen und am MO frisch getestet in die Schule kommen! Oder wie seit Monaten bewährt, am MO vor der Schule einen Antigentest durchführen.

rehlein
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@dude

Doch, eine FFP2 Maske im Unterricht bringt schon was, denn auch wenn getestet wird, sind die Lückentage dazwischen eine Gefahr.

Und grade, wenn man Wochenende gefeiert wird - schlägt die Inkubationszeit, und somit am höchsten ansteckende Zeit, dann während der Schulwoche zu.

Die Tests sind nur Momentaufnahmen, und eben Getestete, können sich schon in der nächsten Pause, bei Schulkollegen anstecken, bei dem der Antigentest z.B. noch nicht angeschlagen hat, ein PCR-Test an diesem Tag aber nicht stattfand.
Antigentests erkennen meist noch nicht in der Inkubationszeit.

So leid mit Schüler und Lehrer tun - es sollten jetzt wieder ALLE indoor Maske tragen - in Büros und Geschäften, Geimpfte und Ungeimpfte.

Das Infektionsgeschehen ist dzt so hoch, dass man mit allen Mitteln versuchen muß, dagegen zu halten.

Und wenn indoor oder bei vielen Menschen auch outdoor, wieder alle FFP2 tragen würden, würde man sich vor einem Großteil der Transmissionen schützen.

Hohe Infektionszahlen brauchen rigide Maßnahmen - wir sind ohnehin wieder viel zu spät mit den Maßnahmen, und sie sind unzureichend.

Wir haben in ca. 2 Wochen 600 ICU Betten belegt, und die Hospitalisierungen werden dann aber noch höher gehen - es hört bei 600 ja nicht plötzlich auf mit den Zahlen die wir jetzt haben.

600 ICU Betten werden bei dieser Welle niemals reichen, und wenn es dann 700, 800 oder mehr werden, was realistisch ist, dann ist Schicht im Schacht.
Zunahme war nun in 1 Woche über 100 ICU-Pat.
Mir graut.

johannisbeere
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Trotzdem ist jeder Test

nur eine Momentaufnahme! Um 7.30 Uhr getestet, kann man um 8.30 Uhr schon andteckend sein!

selbstdenker70
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..

Total sinnlos...3x in 5 Tagen getestet und die Infektionen halten sich, für den vielen und intensiven Kontakt an den Schulen, in Grenzen.

karin666
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Sinnlos …

ist Ihr Kommentar!

CatsAndDogs
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Sinnlos ist Ihr Kommentar karin666...

...sitzen Sie doch nach 3 Testungen pro Woche mit Maske den ganzen Tag bei der Arbeit!!! Wozu dann ständig testen??? Lasst die Kinder endlich in Ruhe! Niemand von uns hätte sich so eine Schulzeit gewünscht!!!

rehlein
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@cats And Dogs

Nein, der Kommentar von @karin 666 ist nicht sinnlos.

Niemand hat sich diese Pandemie gewünscht, und niemand wünscht unseren Kindern das ständige Testen und eventuell wieder Maske tragen.
Das Virus ist nun aber mal da.

Fakt ist, dass das Infektionsgeschehen unter den Kindern und Jugendlichen hoch ist, und dementsprechend wieder in die Familien getragen wird.

Es ist keinesfall angenehm, noch hat man es den Kindern gewünscht - aber es gab schon schlimmere Zeiten - denken Sie an den Krieg, da litten die Kinder Hunger, hatten oft keine warme Kleidung, keine Schuhe, keine Schulsachen, konnten oft gar nicht zur Schule gehen - testen und Masken sind keine lebensbedrohlichen Maßnahmen.
Wenn es im Krieg Bombenalarm gab- kamen Kinder oft nicht rechtzeitig in die Schutzkeller.

Wenn man die Schulsprecher so hört, sind die vernünftiger, und wünschen sich sogar bessere Maßnahmen, um sicheren Unterricht zu erhalten.
Die wünschen sich häufigere PCR-Tests, und wollen Lehrer, die geimpft sind oder ungeimpft FFP2 Maske verpflichtend tragen.

Es kommt immer drauf an wie man Kindern situationsbedingte Maßnahmen erklärt - die sind verständiger und vernünftiger als man glaubt, wenn ihnen ohne Angstmache der Sinn erklärt wird.

karin666
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So ist es @rehlein

Kann mich Ihrem Kommentar 100% ig anschließen.
Warum wird ständig gesagt, dass die Kinder ARM seien?
Meine eigenen Kinder finden gar nichts dabei, sich testen zu lassen. Auch wenn s 2 mal PCR wäre( was eh sinnvoller wäre). Inwiefern sind sie denn arm?
Bzgl FFP2.. Viele PädagogInnen tragen- trotz Impfung u Tests- die Masken. Es kann aber nicht toleriert werden, dass UNGEIMPFTE Erwachsene ohne Maske in einer Klasse stehen.
Und leider ist dies der Fall…

karin666
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Null Ahnung

Wissen Sie es, wann und wielange ich meine FFP2 trage? Trotz Testungen?
Die Tests b d Kindern sind nicht wirklich aussagekräftig.

Rinder
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Sinnlos

Niemand von uns musste durch eine Pandemie. Aber unsere Eltern und Großeltern durch einen Krieg. Für mich würde ich die Pandemie wählen, und fleißig mitarbeiten, damit sie beendet werden kann. Oder ich habe so tolle Pläne, dass ich die ganze Welt retten kann.

rehlein
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@Rinder

Wir hatten anscheinend die gleichen Gedanken dazu - sorry, habe Ihren Kommentar erst gelesen, nachdem ich meinen schon geschrieben hatte.

Bin ganz bei Ihnen, dass man alle als arm und bedauernswert hält, anstatt alles daran zu setzen, MIT den Maßnahmen eine Eindämmung zu erreichen, anstatt die Maßnahmen für sinnlos und unnötig zu erachten.

Es ist jetzt für alle, natürlich besonders für die Kinder schwer - aber wenn von den Eltern einfühlsam die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit erklärt wird, und mit gutem Beispiel vorgelebt wird - die Kinder verstehen das und sind da sehr willens vernünftig zu sein.

Testen klaubt nur die eindeutig positiven Fälle raus - verhindert aber nicht die Ansteckungen - und je mehr das Virus überall, also auch in den Schulen zirkuliert, desto mehr finden Übertragungen statt - Masken schützen, das ist erwiesen.