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Weißrussland Ausschreitungen und Proteste nach Wahl Lukaschenkos

Nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl in Weißrussland (Belarus) ist es erneut zu Protesten gekommen.

Seinem Ruf als "letzter Diktator Europas" wird Alexander Lukaschenko bei der Präsidentenwahl gerecht.

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Er hetzt seine Truppen mit Gummigeschoßen, Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auf weitgehend friedliche Demonstranten in der Ex-Sowjetrepublik Weißrussland (Belarus).

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Noch nie haben die Menschen so aufbegehrt gegen den 65-Jährigen - wegen der fast schon traditionellen Wahlfälschung.

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"Lukaschenko, hau ab!", rufen sie bei den historischen Protesten gegen den seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit harter Hand regierenden Politiker.

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Zehntausende Menschen gingen in dem zwischen EU-Mitglied Polen und Russland hin und her gerissenen Land in mehr als 30 Städten auf die Straße.

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Und sie unterstützten vor allen eine Frau: die 37-jährige Swetlana Tichanowskaja, die sie als eigentliche Siegerin der Wahl vom Sonntag feierten. "Sweta, nasch president!" – Deutsch: Sweta ist unsere Präsidentin – skandierten die Menschen nicht nur in der Hauptstadt Minsk.

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"Das Land ist aufgewacht", hatte Tichanowskaja, eine Fremdsprachenlehrerin, zuletzt immer wieder gesagt. Und nach dem Jubel auf der Straße und unzähligen Hinweisen auf gefälschte Wahlergebnisse bezeichnet sie sich nun selbst als Siegerin der Abstimmung.

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"Wir erkennen die Ergebnisse nicht an", sagt sie. Tichanowskaja und ihr Team stellen sich auf einen langen Kampf gegen Lukaschenko ein, um ihn mit Protesten zum Aufgeben zu bewegen.

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"Viele Menschen in Belarus haben nach Jahren der Repressionen die Angst verloren", sagt die belarussische Analystin Maryna Rakhlei der Deutschen Presse-Agentur über die Proteste. "Wir erleben gerade die Geburt der Nation Belarus."

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Die Menschen hätten inzwischen eine stärkere nationale Identität entwickelt - und sie strebten nach Freiheit. Dazu gehöre auch das Abnabeln vom Nachbarn Russland, an dessen Tropf das Land wirtschaftlich hängt.

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Wichtig sei aber, sagt Rakhlei, dass die Menschen nun auch Unterstützung aus dem Westen bekämen. Sie müssten mit ihrer Wahl und dem Wunsch nach Veränderung ernst genommen werden.

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"Selbst wenn Lukaschenko diese Krise noch einmal überlebt, ist es so, dass die Probleme bleiben."

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Das Land habe sich verändert, die Menschen hätten die Lügen satt – zuletzt auch wegen der von Lukaschenko weitgehend ignorierten Corona-Pandemie.

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Tichanowskaja habe es als Erste überhaupt geschafft, die Massen zu mobilisieren. "Sie ist zu einem Symbol geworden."

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Vorbei ist die "schweigende Zustimmung", das Wegsehen der Menschen, wie es in Tichanowskajas Wahlkampfstab heißt.

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Zu Dutzenden veröffentlichen Aktivisten die Ergebnis-Protokolle aus den Wahlbüros.

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Viele weisen die Kandidatin als Siegerin und Lukaschenko als Verlierer aus. Das seien die "ehrlichen Wahlkommissionen", hieß es.

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