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Causa Schwarz Scharfe Replik aus Kärnten auf Schönborn-Kritik

Das kircheninterne Hickhack in der Causa Schwarz geht weiter. Nachdem Kardinal Schönborn im ORF gemeint hatte, die "Herren in Klagenfurt" hätten ihre Beschwerden nie nach Rom gemeldet, kam aus der Diözese Gurk-Klagenfurt Widerspruch. Man habe sich an die Nuntiatur gewendet.

© APA/BARBARA GINDL
 

Die katholische Kirche kommt aufgrund der Affäre rund um Bischof Alois Schwarz und das Bistum Gurk in Kärnten nicht zur Ruhe. Ein Prüfbericht, den die aktuelle Kirchenführung in Kärnten in Auftrag gegeben hat und der vom Domkapitel Gurk veröffentlicht wurde, ist zu dem Schluss gekommen, dass Schwarz - seit Juli Bischof der Diözese St. Pölten - für ein undurchsichtiges "System Schwarz" verantwortlich sei. Damit seien auch Misswirtschaft und das "Abhängigkeitsverhältnis zu einer Vertrauten" verbunden gewesen.

Nun ist die Affäre um eine Facette reicher: Gestern wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Graz gegen Bischof Schwarz wegen des Verdachtes der Untreue ermittelt. Und auch Kardinal Christoph Schönborn muss sich in dem Zusammenhang ungewöhnlich harsche Kritik aus der Diözese Klagenfurt gefallen lassen. Schönborn hätte die Dinge verharmlost und zu lange weggeschaut, lautet der Vorwurf aus Klagenfurt. „Ich bin nicht die zuständige Instanz, die Herren in Klagenfurt hätten jederzeit in Rom an der zuständigen Stelle ihre Beschwerden melden können“, kontert Schönborn. Ihm sei eine etwaige Korrespondenz auf jeden Fall nicht bekannt, „falls es eine gegeben hat“. Schönborn weiter: "Es gibt eine Visitation, das ist die kompetente Stelle. Ich bilde mir kein Urteil. (...) Die Sache ist zu komplex. Und die zuständige Stelle ist Rom."

"Haben uns an die Nuntiatur gewendet"

Am Nachmittag konterten die Verantwortlichen in der Diözese Gurk.  Nachdem Kardinal  Schönborn  im ORF-Radio gemeint hatte, die "Herren in Klagenfurt" hätten ihre Beschwerden seines Wissens nach nie nach Rom gemeldet, kam aus der römisch-katholischen Diözese Gurk-Klagenfurt umgehend Widerspruch. Man habe sich nämlich an die Nuntiatur gewendet.

"Bekanntlich ist die offizielle Vertretung des Papstes in Österreich die Nuntiatur in Wien, mit der Funktion des 'Sprachrohrs' und Brückenkopfs zwischen dem Vatikan und der Ortskirche", hieß es in einer schriftlich übermittelten "Richtigstellung" des Pressesprechers der Diözese: "Unter Einhaltung des Dienstweges wurde eben diese Nuntiatur seit Jahren immer wieder von hochrangigen kirchlichen Vertretern aus Kärnten, von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von besorgten Katholikinnen und Katholiken über die Situation in der Diözese Gurk informiert."

Mindestsicherung

Außerdem kritisierte Kardinal Christoph Schönborn im Ö1-Interview die Mindestsicherung für kinderreiche Familien. Das sei eher eine symbolische Maßnahme, denn um wirklich viel Geld würde es in Relation zu dieser Maßnahme nicht gehen, sagte er. Und er kritisierte auch die Form der Debatte über dieses Thema. „In einer Gesellschaft in der es möglich ist Mindestsicherungsbezieher global als Sozialschmarotzer zu bezeichnen, da ist etwas in Schieflage“, sagte Schönborn im Ö1 Journal zu Gast.

Schönborn erklärte, nicht in Detaildiskussionen eingreifen zu wollen, weil er zu wenig Experte dafür sei, aber "natürlich treten wir ganz entschieden dafür ein, dass nicht am unteren Rand der Gesellschaft gespart wird. (...) Es ist kein gutes Signal für eine Gesellschaft, wenn bei denen gespart wird, die unter der Armutsgrenze sind. Das wäre ein Armutszeugnis für ein reiches Land."

Auf die Frage nach den Öffnungszeiten am Sonntag sagte Kardinal Schönborn: "Ich bin - no na - dagegen."

Auf die Frage, wo der Kardinal Silvester verbringe, sagte Schönborn: "Ich flüchte aufs Land zu einer befreundeten Familie, denn am Stephansplatz ist es ein Höllenlärm. Man hört nicht einmal die Pummerin."

 

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joschi41
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Moderator?

Folgt man den Aussagen des Kardinals hat man den Eindruck, seine Aufgabe als Vorsitzender der Bischofskonferenz erschöpft sich in der Rolle eines Moderators. Dass es zu seiner Verantwortung gehörte, Missstände, die ihm bekannt gewesen sind, an die von ihm strapazierte Bischofskongregation in Rom zu melden, übergeht er. Den Hinweis auf die Freiheit aller, vorstellig zu werden, empfinde ich als billige Ablenkung und eines EB nicht würdig.

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georgXV
2
72
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FEIGLING

als Oberhirte der Katholiken in Österreich ist Christoph Schönborn natürlich für die Vorgänge und Mißstände in allen österreichischen Bistümern (mit)verantwortlich !!!
Andernfalls bräuchten wir KEINEN "Oberhirten" und es ist auch organisatorisch schwer vorstellbar, daß alle hunderte (tausende ???) Bistümer weltweit direkt nach "Rom" berichten !!!
Zumindest hätte er aber "Rom" über die offensichtlich jahrelang eingehenden zahlreichen Schreiben und Beschwerden informieren müssen !!!
Jetzt rächen sich Untätigkeit, Aussitzen, Weichspülen und "unter den Teppich kehren", ähnlich wie bei den zahlreichen Mißbrauchsfällen mit Kindern und Jugendlichen !!!
Es gilt die USV

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zyni
3
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Habe das Interview auch gehört,

Schönborn bestärkt darin mein Vorhaben diesen Verein nun endgültig zu verlassen. Unglaublich unverbindlich und inkompetent. Schönborn hat von KHG gelernt, wie man sich seiner Verantwortung entziehen kann. Er tut der Kirche damit aber keinen Gefallen, ganz im Gegenteil.

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gerbur
6
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@zyni

Den Schritt habe ich schon vor Jahrzehnten gemacht! In meine Nähe kommt von diesen verlogenen Typen keiner mehr! Mich wurmt aber, dass weiterhin Steuergeld an diese Sippe verschwendet wird.

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Buero
2
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Ein

Feigling.

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joe1406
1
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Wenn es um den Verdacht der Untreue geht

ist einzig und allein die Justiz in Österreich zuständig. Man hat eh schon versucht die Missbrauchsfälle - die meiner Ansicht ein noch schwereres Verbrechen sind - unter den Teppich des Vatikans zu kehren.

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gerbur
4
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Ein Rückgrat fehlt

diesem Kardinal! Ist schon die " Botschaft" dieser Kirche ein skurriles Hirngespinnst , aber die obersten Vertreter dieser Religion sind ja ganz besondere Perlen von Präpotenz und Verschlagenheit. Schönborn kann dem Höllenlärm vor seiner Kirche noch entfliehen, seine Amtskollegen a la Groer schmoren aber bereits darin.

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wjs13
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Aus Angst vor der Kurie kein Kommentar zu Kirchenfragen

aber zur Politik muss er seinen Senf dazugeben.

Die Kirche braucht ihr Vermögen nur ein kleines Bisschen anzapfen und schon gibt es keine Armut mehr.
Die deutsche katholische Kirche wird auf 200 Milliarden geschätzt, und das obwohl nur der Süden katholisch ist. Das heisst, dass es bei uns wohl deutlich mehr als die üblichen 10% sein müssten und die Armut könnten sie mit Links beseitigen.

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ibinanders
4
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Einmischung in MINDESTSICHERUNG

In den Wäldern des Bistum Gurk (Eigentum der römisch katholischen Kirche) stehen überalll Hinweisschilder : " Pflücken von Beeren und Pilzen VERBOTEN " !!! - die Natur beschenkt die Menschen .........nicht sie, Herr Schönborn.
So ist ihre Nächstenliebe.....also, bitte vor der eigenen Türe kehren.

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smarty
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Kirche - Politik

Es ist schon ein Jammer bei uns zur Zeit!
Die Kirche meint immer, sie muss in der Politik mitmischen, aber wehe weltliche würden sich in die Kirche einmischen!
Und natürlich wenn, wie doch niemals, in der Kirche was aufgedeckt wird, da ist Rom zuständig, ist ja sehr weit weg. Wer mitreden will muss mindestens Verantwortung in den eigenen Reihen wahr nehmen.

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KlausLukas
4
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Kardinal Schönborn....

....hat niemals in die Schuhe von Kardinal Franz König gepasst. Keine Persönlichkeit, sondern ein "einfacher Diener" seiner Herren in Kirche und Politik.

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