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''Muss ihr Profil finden''Doskozil: "Rendi-Wagner braucht keine Empfehlungen"

Im ORF-Interview stellt sich Burgenlands SPÖ-Chef Doskozil hinter die neue Parteichefin Rendi-Wagner und kritisiert indirekt den Wiener Bürgermeister.

Burgenlands SPÖ-Chef Hans Peter Doskozil
Burgenlands SPÖ-Chef Hans Peter Doskozil © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Eigentlich wollte der ORF einen Vertreter der neuen SPÖ-Spitze ins Ö1-Mittagsjournal einladen. Geschickt hat die Partei den burgenländischen SPÖ-Chef Hans Peter Doskozil. Er stört sich nicht an der öffentlichen Diskussion über die Parteilinie, sondern lobt diese eher. So verteidigt er auch seinen Kommentar zum aktuellen Parteiprogramm, in dem er vor "linker Fundi-Politik" gewarnt hat. Das sei eine klare inhaltliche Stellungnahme gewesen.

Was Doskozil nicht befürwortet, ist die Diskussion persönlicher Befindlichkeiten in der Öffentlichkeit. Das müsse in einem privaten Gespräch geregelt werden. Trotz mehrmaligen Nachfragen geht Doskozil jedoch nicht auf die Aussagen des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig ein, der die neue SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner vor einem zu großen Arbeitspensum gewarnt hatte. Doskozil sieht die Entscheidung über ihre Aufgaben bei der Parteichefin. "Sie braucht hier keine Empfehlungen", stellt er klar und verbittet sich gleichzeitig Empfehlungen in seine Richtung.

Lob für Rendi-Wagner

Er stellt sich damit klar hinter die neue Parteichefin und sieht auch keine Konflikte mit den Landesparteien, der Wiener SPÖ oder der Gewerkschaft, die in der neuen Parteiführung keine Vertreter mehr haben. Doskozil kritisiert, dass Rendi-Wagner medial in eine Schublade gesteckt werde, bestätigt aber, dass sie noch ihr "Profil finden muss". Er selbst sieht die SPÖ als wichtiges Gegengewicht zur Politik der Regierung, die von Wirtschaftsinteressen dominiert sei.

Diese Wirtschaftsinteressen sieht er auch in der EU. Als Wirtschaftsunion würde diese ausgezeichnet funktionieren. Doskozil führt hier das EU-Kanada-Abkommen Ceta ins Feld. Allerdings versage die EU als Solidaritätsunion. Konkret kritisiert er, dass trotz massiver Fördergelder für Ungarn der Wohlstand der Bevölkerung dort nicht steige, sondern nur Industrielle profitieren würden. Er wünscht sich die Koppelung von Wirtschaftsförderung an Wohlstandswachstum. Solange das nicht funktioniert kann er sich auch eine Einschränkung der Personenfreizügigkeit vorstellen.

Beim Thema Eurofighter erwartet sich Doskozil eine Positionierung der ÖVP. Ob sie aufseiten der Republik oder aufseiten Airbus stehe.

Kommentare (2)

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5d659df496fc130dbbac61f384859822
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Lesenswert?

Der soll sich keine Sorgen um das Profil

von Frau Dr. Rendi Wagner zu machen - Vollstudium, Ärztin, habilitiert, Gastprofessorin etc. - genug "Profil" und kein Vergleich zur eher flachen "Profiltiefe" des Herrn Mag. Doskozil!
(Polizist, der berufsbegleitend (haha) Jus studiert hat!)

schmalhardt
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Lesenswert?

Ludwig

Der Herr Ludwig soll erst eine

vernünftige Wahl schlagen und dann den Mund aufmachen