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Zeilinger im Gespräch

Konkurrenz für den NSA-Supercomputer

Der österreichische Quantenphysiker Anton Zeilinger über den geheimen Supercomputer.

© APA
 

Vor Kurzem wurde publik, dass der US-Auslandsgeheimdienst NSA an einem Quanten-Supercomputer forscht, der alle Daten knacken kann. Wie lange ist das unter Wissenschaftlern schon bekannt?

ANTON ZEILINGER: Die weltweiten Forschungen dazu sind bald 20 Jahre alt, erste Experimente passierten vor zehn Jahren. Die Methode funktioniert im Prinzip.

Wie funktioniert ein Quantencomputer?

ZEILINGER: Quantencomputer zerlegen Zahlen in ihre Primzahlen viel schneller als herkömmliche Computer. Erste Quantencomputer sind so groß wie zwei, drei Tische. Aber: Wir stehen erst am Beginn einer Technologie. Am Ende sollte das die Größe eines Chips haben.

Bis wann könnte so ein Computer seine Arbeit aufnehmen?

ZEILINGER: Optimisten gehen von fünf Jahren aus, manche Pessimisten sagen nie. Wir wissen es nicht.

Sie forschen seit Jahren an der Quantenkryptografie, die es unmöglich macht, manche Verschlüsselungen zu knacken. Könnte sich diese Technologie gegen den Supercomputer durchsetzen?

ZEILINGER: Quantenkryptografie basiert auf quantenphysikalischen Phänomenen und ist eine Möglichkeit, Quantencomputer zu schlagen. Das ist keine Konkurrenz, sondern ein nächster Schritt.

Verschlüsseln Sie als Verschlüsselungsexperte eigentlich Ihre E-Mails oder Anrufe?

ZEILINGER: Nein, ich sehe das gelassen. Ich gehe davon aus, dass jedes meiner E-Mails gelesen werden kann und dass viele die Power dazu haben.

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