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Fall sorgt für AufregungArzt verließ Operationssaal: Herzpatient verstorben

Der leitende Operateur verließ während einer Operation das Spital - der 77-jährige Herzpatient verstarb daraufhin.

77-jähriger Patient verstarb während der Operation
77-jähriger Patient verstarb während der Operation © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Der Tod eines 77-jährigen Patienten am Linzer Kepler-Klinikum sorgt für viel Aufregung. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, wurde der Mann am vergangenen Dienstag aufgrund eines Aortarisses mit dem Helikopter in das Krankenhaus geflogen. Die Operation übernahm der Oberarzt der Abteilung Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie.

Jedoch übergab ebenjener während der Operation an einen Assistenzarzt und verließ folglich das Spital - "dem Vernehmen nach soll der Oberarzt einen Termin in seiner Privatordination gehabt haben", berichtet das Medium online. Der Patient ist schließlich an einem Hinterwandinfarkt verstorben, nachdem der Oberarzt gegangen war.

Er wurde bis zur Klärung des Sachverhalts suspendiert. Andreas Zierer, der Vorstand der Abteilung Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, bestätigte den Fall und meinte, es sei "bemerkenswert, dass es im Verlauf der Operation zu einer Übergabe an den assistierenden Arzt gekommen ist". Ferdinand Waldenberger, der ärztliche Leiter des Krankenhauses, hat ein Fachgutachten von einem gerichtlich beeideten Sachverständigen in Auftrag gegeben.

Kommentare (12)

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scionescio
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In jedem anderen Beruf ist es denkunmöglich, dass ein Angestellter während einer Besprechung in der Arbeitszeit aufsteht und geht, weil er privat einen Kunden bedienen möchte - eine Kündigung, wenn nicht gar Entlassung wäre die sofortige Konsequenz!

Nur bei Ärzten haben sich Dank der starken Lobby Privilegien angesammelt, die auf keine Kuhhaut gehen - auch Ärzte sind normale Berufstätige (auch wenn manche - Allgemeinmediziner auf dem Land ausgenommen- unangemessen viel Lohn bekommen) und es gibt keinen Grund für diese Extrawürste!

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freeman666
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Erschreckender Bericht!

Hoffentlich ist diese Ungeheuerlichkeit nur ein unfassbarer Einzelfall.
Das System, dass angestellte Krankenhausärzte nebenbei eine Privatordination führen und da das Wohl eines Patienten möglicherweise ganz anders eingestuft wird ist dringend zu hinterfragen.
Ich nehme an, dass der Beruf eines Herzchirurgen eine sehr anstrengender ist.
Zu den etlichen Stunden im OP etc. kommen noch nötige Fortbildungreisen, bezahlte und somit gut vorbereitete Vorträge bei Kongressen etc. hinzu.
Es fehlt einfach die Zeit noch eine Praxis zu leiten und zu managen.
Entweder wird irgendwo Zeit eingespart, wir nehmen mal an, dass sicher nicht die entlohnte Arbeitszeit dazu verwendet wird.
Aber um die Last dieser Versuchung von den Krankenhausärzten zu nehmen, sollte die Möglichkeit GLEICHZEITIG eine private Praxis zu betreiben untersagt werden.

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GordonKelz
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Als ich vor kurzem in Facebook kritisierte...

...das ein Primar im gleichen Krankenhaus eine Privatpraxis eröffnet....wurde mir mit
KONSEQUENZEN gedroht...?!
Gordon Kelz

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elloco1970
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Ganz ehrlich

....lebenslanges Berufsverbot und lebenslange Haft für den Wahnsinnigen!!! Da brauch ich nicht zu diskutieren....geldgieriger arzt!!! Unglaublich

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Trieblhe
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@elloco

Ganz ehrlich, auch wenn selbstverständlich die Optik hier für den Oberarzt eine fatale ist, bin ich froh in einem Rechtsstaat zu leben und nicht in einer Elloco Diktatur, wo nach Durchsicht eines Zeitungsartikels leichtfertig und „diskussionslos“ lebenslange Haft ausgesprochen wird.

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amilia_13
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Hmm..

Einen Hinterwandinfarkt hätte der Herr Oberarzt sicher verhindern können. Aber liest sich halt gut so ein Bericht... Traurig...

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DocMike81
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Reißerisch

Vielleicht sollte man auch erwähnen, dass die Überlebenschance bei einer Aortenruptur, auch wenn’s der Patient lebend in die Klinik schafft, bei wenigen Prozent liegt. Darüberhinaus handelt es sich bei dieser OP um einen Höchst-Risiko-Eingriff mit einer hohen Komplikationsrate, auch wenn keine Vorerkrankungen bestünden. Das Verlassen des OPs des Oberarztes bei einem derartigen Eingriff Ist zwar nicht in Ordnung, hat jedoch mit dem leider tödlichen Ausgang nichts zu tun...

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amilia_13
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DocMike

Ihren Kommentar stimm ich voll und ganz zu! Mein Sarkasmus kam im nachhinein leider nicht so an wie ich es erwartet habe!
Das Verlassen ist natürlich nicht in Ordnung wie Sie sagen, aber wer weiß ob das mit Privatordi etc auch wirklich der kompletten Wahrheit entspricht!

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Hazel15
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Tatsache

...der Oberarzt sei später wieder zurückgekommen und habe den Eingriff beendet.....Der Patient ist auch nicht während der Operation, sondern noch am selben Tag an einem Hinterwandherzinfarkt verstorben.

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jaenner61
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und trotzdem hätte es sein können

dass der oberarzt dank seiner erfahrung und routine das leben des patienten retten hätte können!
das verlassen des op‘s ist trotz allem fahrlässig, und nicht nur „nicht in ordnung“

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mafoX
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Dank seiner Erfahrung....

Dann erklären Sie mir , wie man einen plötzlichen Herzinfarkt verhindern kann???
Ich hatte zu hause einen Hinterwandherzinfarkt, bekam dann im Krankenhaus in der Intesivstation trotz Überwachung einen zweiten Herzinfarkt. Ich hatte nur das Glück, das der zweite Infarkt nicht so schlimm war. Ansonsten kann sie kein noch so berühmter Herzchirurg retten. Es kommt immer darauf an, was für einen und wie starken, und wo man ihn hat. Einen plötzlichen Herzinfarkt kann man nicht verhindern!!! Gerade ein Hinterwandherzinfarkt ist trotz EKG nur schwer erkennbar.

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schadstoffarm
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Nicht in ordnung

Ist ein äußert hartes verdikt von einem Kollegen, ich hoffe sie haben sich das redlich überlegt. Dieses Diener zweier herren system mit kassenstelle und privatordination ist nicht hinterfragbar, wie ich annehme. Die wichtigere Frage ist:wie geht's dem Privatpatienten?

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