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Wien

Fall Bakary J.: Antrag auf Wiederaufnahme abgewiesen

Der Fall Bakary J. wird nicht neu aufgerollt. Drei ehemalige Polizisten waren vor über acht Jahren wegen Quälens eines Gefangenen rechtskräftig verurteilt worden. Deren Anwältin kündigt ein Rechtsmittel an.

Bakary J.
Bakary J. © AP
 

Das Verfahren gegen drei ehemalige Polizisten, die vor über acht Jahren im Fall Bakary J. wegen Quälens eines Gefangenen rechtskräftig verurteilt worden sind, wird nicht neu aufgerollt. Das Wiener Straflandesgericht hat Anfang August einen Wiederaufnahmeantrag der früheren Wega-Beamten abgewiesen, gab Gerichtssprecherin Christina Salzborn am Montag auf APA-Anfrage bekannt.

Entscheidung nicht rechtskräftig

"Es liegen keine eine Wiederaufnahme begründenden Umstände vor", fasste Salzborn den umfangreichen, 14 Seiten umfassenden Beschluss zusammen, der den Ex-Polizisten bereits zugestellt wurde. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

Zwei der verurteilten WEGA-Polizisten Foto © APA/HERBERT NEUBAUER

Die Rechtsvertreterin der ehemaligen Polizisten wird die abgelehnte Wiederaufnahme des Verfahrens bekämpfen. Sie sei im Begriff, dagegen ein Rechtsmittel auszuführen, sagte die Wiener Rechtsanwältin Maria Zehetbauer auf APA-Anfrage. Damit steht fest, dass die endgültige Entscheidung, ob der Fall Bakary J. strafrechtlich noch einmal aufgerollt wird, beim Wiener Oberlandesgericht (OLG) liegt.

Naturgemäß zufrieden reagierte der Anwalt von Bakary J. auf die Entscheidung des Straflandesgerichts. Für ihn sei "von vornherein klar gewesen, dass die Wiederaufnahme nicht bewilligt wird", erklärte Nikolaus Rast im Gespräch mit der APA. Die Polizisten hätten ein Geständnis abgelegt und dieses in der Hauptverhandlung durchgehend aufrechterhalten, verwies Rast auf die seinerzeitige Verantwortung der früheren Wega-Beamten.

Insgesamt vier Polizisten waren in der Aufsehen erregenden Causa Bakary J. verurteilt worden und mit vergleichsweise milden Strafen davongekommen, weil sie den gebürtigen Gambier nach einer gescheiterten Abschiebung in eine mittlerweile abgerissene Lagerhalle in Wien-Brigittenau gebracht, dort schwer misshandelt und dem Mann mit der Tötung gedroht hatten. Drei von ihnen wurden später nach längerem Hin und Her aus dem Polizeidienst entfernt.

In dieser Lagerhalle wurde der gebürtige Gambier schwer misshandelt Foto © APA

Wiedergutmachung von 110.000 Euro

Diese drei widerriefen im Vorjahr ihre im April 2006 abgelegten Geständnisse und behaupteten, sie hätten Bakary J. nicht die amtsärztlich festgestellten Verletzungen zugefügt. Sie unterstellten diesem, er hätte - was die Entstehung seiner schweren Verletzungen betreffe - offensichtlich die Unwahrheit gesagt.

Bakary J., der inzwischen mit einem regulären Aufenthaltstitel in Österreich lebt, hat für die erlittene Tortur von der Finanzprokuratur eine finanzielle Wiedergutmachung von 110.000 Euro erhalten. In einer gegen die Republik gerichteten Amtshaftungsklage fordert sein Anwalt Nikolaus Rast weitere 375.000 Euro und eine monatliche Pension von 1.000 Euro. Ein vom Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen (ZRS) bestellter Gutachter hatte zuletzt jedoch Zweifel am Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung angemeldet. Die Kanzlei Rast lehnt diesen Sachverständigen wegen Befangenheit und Voreingenommenheit ab.

Kommentare (11)

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Momi60
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Er war schließlich der Grund dafür dass alles aus dem Ruder lief und was bekommt er dafür? Ja eh, nix Neues bei uns. Was... noch nicht gelöscht?

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7f2c47844fda9a338774e26104880064
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Es ist ein Wunder....

..dieses Forum ist (noch) offen, der Bericht von Schützenhöfer nicht mehr.
War es sein Wunsch ???

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Für 1000,- € müssen anständige Leute das ganze Monat arbeiten.

Man kann gar nicht soviel essen was man ...... möchte !

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Dafür wurden werden sie auch nicht fast zu Tode getreten und geschlagen!

2000 Euro sind da sowieso zuwenig.

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Momi60
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Er hätte nur das zu tun brauchen, was ihm auf Grund seiner... bestimmt war und nix, aber schon garnix wäre ihm passiert. Natürlich war es total falsch, ihn derart zu malträtieren, aber irgendeinmal ist es abgedient.... Das ist ja schon Erpressung.

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Das ist für Herrn Bakary ja ein Lottosechser auf Lebzeit

Und eine kleine Nebenbeschäftigung im Stadtpark wird sich auch noch ausgehen. Kunden gibt es überall.

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8a3d92fe185f8db3dc2ac502c32945de
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dass der typ

ein sch.u.b.häf.tling war, und jetzt trotzdem legal in ö auf lebenszeit abkassiert..treibt mir die kotze hoch.

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57f225744571b3158bc19c84f82cc103
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mir treibt es die speibe hoch,

wenn ich erkenne wie unsere exekutive von blauen Menschenverachtern Unterwandert ist.
als Österreicher muss einer sich schämen ,das es möglich ist, das solche typen überhaupt in den Exekutivdienst kommen.

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8bfca71f6ac8524d8b4d13cb303010a9
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Diesen NGO nahen Anwälten sollte man die Befugnis entziehen.

.

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mariajohanna
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In Bälde ist da zugesperrt!

Die Kommentare der Bösmenschen werden bald dazu führen, dass dieses Forum geschlossen wird.

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keniakaernten
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Astronomische Höhe

Die Höhe des Schmerzensgeldes ist ein Witz. Ich weiß, dass man für 2 gebrochene Rippen in Österreich 3.500,- Euro Schmerzensgeld bekommt. Welche Verletzungen bringen denn bitte 485.000,- und weitere 1.000,- monatlich? Und wieso hat Bakary bitte eine Daueraufenthaltsgenehmigung, wenn er abgeschoben werden sollte?

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