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EssayNava Ebrahimi: „Das Land schreibt Geschichten, die ich mir nicht ausdenken kann“

Je länger ich in diesem Land lebe, desto mehr wandelt sich meine ursprünglich kindliche Faszination in das typisch widersprüchliche Verhältnis, an dem sich so viele in Österreich abarbeiten.

Nava Ebrahimi: geboren im Iran, aufgewachsen in Deutschland, seit acht Jahren lebt die Schriftstellerin in Österreich
Nava Ebrahimi: geboren im Iran, aufgewachsen in Deutschland, seit acht Jahren lebt die Schriftstellerin in Österreich © (c) Juergen Fuchs
 

Mit Falco fing es an. Ich muss etwa schulreif gewesen sein, als ich durch ihn das erste Mal eine Ahnung von dieser seltsam anderen Möglichkeit des Deutschseins erfuhr. Inkorrektheiten seien mir an dieser Stelle verziehen, ich war erst sechs oder sieben Jahre alt und versuche jetzt, meine Annäherung an Österreich nachzuzeichnen. Und wie für viele andere Menschen, die in Deutschland leben, bleibt das Österreichische eben lange eine reizvolle Spielart des Deutschen.

Kommentare (4)
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Plantago
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Bewundernswert, ihre differenzierte Sicht der Dinge.

Ein Tipp nur noch: Die Guten findet man eher in der Mitte als im linken oder im rechten Eck.

zweigerl
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Scham-Pflicht?

Frau Abrahami kann sich gerne "fremdschämen", dass Österreich nicht bereit ist, endlos Flüchtlingsmassen aufzunehmen, aber sie braucht sich nicht als Österreicherin dafür zu schämen, da sie bei uns erst über zwei Fluchtländer, Iran und Deutschland, eingereist ist. Wer hat Verantwortung für das politische Handeln eines Staates, dem er ohne historisch gewachsene Bindung an dessen Tradition, Bevölkerung und Landschaft angehört? Und sich für Österreich zu schämen, dass sie hier eine freie Entfaltungsmöglichkeit vorfindet für ihr in der Tat eindrucksvolles schriftstellerisches Wirken, wäre überhaupt das Paradoxeste.

Shiba1
3
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Toller Kommentar,

wenn ich auch mit manchen Aussagen nicht d'accord bin

lieschenmueller
4
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"Toller Kommentar"

Fand ich auch. Und wir können sowieso nicht immer alles gleich sehen wie unser Gegenüber.

Auf das Insgesamte kommt es an bzw. sich in das Hineinversetzen.