Die Berufsfeuerwehr hat in der Nacht auf Samstag in Wien-Brigittenau vier Männer aus der Slowakei aus einem Auto befreit, in das sie ein Landsmann eingesperrt haben soll. Ein Passant hatte in der Donaueschingerstraße die Männer im Alter von 20, 24, 33 und 42 Jahren in einem Pkw um Hilfe rufend wahrgenommen. Er verständigte die Polizei. Die Männer bekamen offensichtlich kaum mehr Luft. Einsatzkräfte der Feuerwehr schlugen schließlich eine Scheibe ein und holten sie ins Freie.

Im Zuge der Erhebungen stellte sich heraus, dass die Männer sich seit einigen Tagen in der Bundeshauptstadt aufgehalten und – vermutlich schwarz – gearbeitet hatten. Die Nächte verbrachten sie jeweils im Auto eines Bekannten. Nachdem sie am Freitag ihre Schlafplätze bezogen hatten, soll der 45-Jährige – anders als an den vorangegangenen Abenden – das Auto abgesperrt haben. Wie die Landespolizeidirektion am Samstag mitteilte, wurde der Autobesitzer wegen Verdachts auf Freiheitsentziehung (§ 99 StGB) vorläufig festgenommen. "Er bestreitet den Vorwurf und spricht von einem Missverständnis", sagte Polizeisprecherin Barbara Gass.

Die vier Männer wurden von Einsatzkräften der Berufsrettung Wien untersucht. Es bedurfte keiner weiteren Versorgung.