Nach rund zweieinhalb Jahren hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) die Ermittlungen gegen den Wiener Thoraxchirurgen Walter Klepetko rund um Vorwürfe wegen Lungentransplantationen für ausländische Patienten eingestellt. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" bestätigte Oberstaatsanwältin Elisabeth Täubl, Sprecherin der WKStA, am Donnerstag auf APA-Anfrage. Die Einstellung sei "mangels Nachweisbarkeit" der Vorwürfe erfolgt.

Der international bekannte Spitzenmediziner, der auch dem Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda am AKH/MedUni Wien eine Spenderlunge eingepflanzt hatte, war nach einem Medienbericht im Herbst 2019 mit schwerwiegenden anonymen Vorwürfen konfrontiert. Konkret ging es um eine damals 47-jährige Griechin, die gegen Geld auf der Warteliste für eine Lungentransplantation vorgereiht worden sein soll.

Med-Uni-Rektor spricht von "Komplott"

Laut WKStA lieferten die Erhebungen "keinerlei Anhaltspunkte, die auf ein strafbares Verhalten hindeuten, geschweige denn die in den anonymen Eingaben erhobenen Vorwürfe indizieren", berichtete das "profil" online. Der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Markus Müller, sprach gegenüber dem Magazin von einem "Komplott" gegen Klepetko, das lange vorbereitet worden sei und zum Ziel gehabt habe, einen weltweit angesehenen Chirurgen "persönlich zu desavouieren".

Eine von MedUni Wien und AKH eingesetzte Audit-Kommission hatte bereits im März 2020 "keine Hinweise auf systematische Fehler" gefunden. Es sei zu keinen Manipulationen oder Benachteiligungen österreichischer Patienten gekommen, hieß es damals. Klepetko und seinem Team, das an der Universitätsklinik für Chirurgie in Wien in drei Jahrzehnten eines der größten Lungentransplantationsprogramme weltweit aufgebaut hatten, war bereits zuvor von Transplantationsbeirat und Patientenverbänden weiterhin volles Vertrauen entgegengebracht worden. Mit der Einstellung der WKStA-Ermittlungen wurde endgültig ein Strich unter die Sache gezogen.