Ein 56-jähriger Mann ist am Freitag vom Wiener Landesgericht rechtskräftig in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Er hatte zuvor zugegeben, dass er seine Ehefrau töten wollte, als er am 6. November 2021 mit zwei Messern auf sie losging. Der Sohn des Paares dürfte der 53-Jährigen das Leben gerettet haben, indem er dazwischen ging, dem Vater ein Messer entwand, ihm ein Ohr abbiss und diesen am Ende mit einem Pfefferspray außer Gefecht setzte.

"Mein Eindruck war, er wollte sie umbringen. Und mich", berichtete der Sohn einem Schwurgericht (Vorsitz: Christina Salzborn). Der 56-Jährige war laut einem psychiatrischen Gutachten im Tatzeitpunkt allerdings zurechnungs- und damit schuldunfähig. Er leide seit vielen Jahren an einer schweren Geisteskrankheit, erläuterte der Sachverständige Peter Hofmann. Eine psychotisch depressive Störung mache ihn gefährlich, eine Anhaltung in einer Sonderstrafanstalt sei geboten, empfahl Hofmann.

Sohn befürchtete Eskalation

"Zuerst waren es nur Ängste, Aufregung. So richtig ist es aber sicher schon zehn, zwölf Jahre, mit Wahrnehmungsstörungen, Angststörungen", beschrieb die Frau den Geschworenen die Krankheitsentwicklung bei ihrem Mann. Er habe sich in der Arbeit verfolgt gefühlt, zu Hause sei es auch immer schwieriger geworden. Ihr Mann habe ihr eine außereheliche Beziehung zu einem anderen Hausbewohner namens Rudi unterstellt. Der 24-jährige Sohn des Paares zog schließlich aus Sorge um die Mutter wieder bei den Eltern ein. "Ich war mir sicher, dass etwas passieren wird", legte er in der Verhandlung dar. Er habe beruflich mit psychisch kranken Patientinnen und Patienten zu tun: "Ich erkenne eine Person, die davor ist auszuflippen."

Bis zum 6. November des Vorjahrs hatte der Ehemann keine Gewalttätigkeiten gegen seine Frau gesetzt. Dann kam es jedoch zu einem Streit um seine im Keller verwahrten Audio-Boxen. Plötzlich sei er in der Küche zu einer Lade gegangen, habe "Es dauert nur drei Minuten" gesagt, sie zu Boden gestoßen und sie attackiert: "Er hat versucht, mir mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden."

Der Sohn kam ihr – alarmiert von ihren Schreien – zu Hilfe. Es gelang ihm, dem Vater die Waffe zu entreißen, worauf sich dieser ein zweites Messer schnappte. Damit schnitt er dem 24-Jährigen in die rechte Hand und trennte ihm Sehnen und Nerven durch. "Ich konnte die rechte Hand nicht mehr verwenden. Ich hatte keinen Spielraum mehr. Ich hab' ihn mit der linken Hand gehalten und hab' ihm in das Ohr abgebissen, einen Teil des Ohres abgebissen", gab der Sohn zu Protokoll, der aufgrund der schweren Schnittverletzung drei Monate im Krankenstand war. Die Mutter hatte Schnittwunden am Hals und im Gesicht und Sehnenverletzungen an mehreren Fingern davongetragen.