Salzburg„Naturtalent der Kommunikation“: Requiem für Sepp Forcher

„Eine Stimme ist verstummt, die gerne gehört wurde“: Erzabt Birnbacher würdigte in seiner Predigt das Leben von Forcher. Angehörige, Wegbegleiter und Politiker nahmen an der Messe teil.

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© APA/FRANZ NEUMAYR
 

Im Andenken an Sepp Forcher ist am Mittwoch in der Franziskanerkirche in der Stadt Salzburg ein Requiem mit Erzbischof Franz Lackner und Erzabt Korbinian Birnbacher abgehalten worden. An dem Abschiedsgottesdienst für die am 19. Dezember kurz nach seinem 91. Geburtstag verstorbene Moderatorenlegende nahmen Angehörige Forchers, darunter sein Sohn Karl und dessen Familie, sowie Freunde, Wegbegleiter und einige Politiker teil.

Der Verstorbene war in einem schlichten Fichtensarg vor dem Hochaltar aufgebahrt. Den Sarg zierten Nadelzweige, drei gelbe Rosen und Forchers grüner Hut, sein Markenzeichen. „Eine Stimme ist verstummt, die gerne gehört wurde“, sagte der Erzbischof, der den Gottesdienst leitete, zu Beginn der Messe. Forcher habe es mit unnachahmlicher Schönheit verstanden, aus dem Buch der Natur zu erzählen.

„Er war ein offener und toleranter Mensch“

Der in Rom geborene Sepp Forcher, der mit seiner Familie in Salzburg eine neue Heimat gefunden hat, war der Franziskanerkirche sehr verbunden, wie Erzabt Birnbacher, der ein Freund von Forcher war, in seiner Predigt sagte. Die Franziskanerkirche habe Forcher schon als knapp zehnjähriger Bub beeindruckt. Er sei immer wieder dorthin gekommen und habe vor der von Michael Pacher geschnitzten Madonna gebetet.

Der Erzabt der Salzburger Erzabtei St. Peter würdigte das Leben des Moderators, der auch Lastenträger, Hüttenwirt und Bergsteiger war. „Er war ein offener und toleranter Mensch.“ Birnbacher bezeichnete Forcher als ein „Naturtalent der Kommunikation“, als Moderator "wurde er von einem Millionenpublikum geliebt". Er sei ein demütiger und bescheidener Vermittler der Schönheit des Landes gewesen und als gläubiger Mensch bedächtig seinen Weg durchs Leben gegangen.

Letzte Worte: „Es war alles sehr gut“

Drei Wochen nach dem Tod seiner geliebten Frau „Helli“ habe Sepp Forcher seinen letzten Atemzug gemacht und in Ruhe und Gelassenheit den letzten Gipfel seines Lebens souverän bezwungen, sagte Birnbacher. „Sepp hat den Tod gerne als einen Trottel verspottet. Der Tod kam still und unspektakulär in seinem Bett.“ Forchers letzte Worte seien gewesen: „Es war alles sehr gut.“

Die Fürbitten lasen Angehörige, Freunde und Wegbegleiter, darunter die ehemalige Salzburger Staatsanwältin Eva Danninger-Soriat und der ehemalige Direktor des ORF-Landesstudios Salzburg Siegbert Stronegger. An dem Gottesdienst teilgenommen haben auch ehemalige und aktive Politiker wie Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner, Landesrat Josef Schwaiger, der ehemalige Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger und der ehemalige Landeshauptmann von Niederösterreich Erwin Pröll. Zudem erwiesen Mitarbeiter des ORF mit dem neuen Generaldirektor Roland Weißmann an der Spitze Forcher die letzte Ehre.

Coronabedingt: Nur bis zu 200 Gäste

Der Erzbischof gedachte auch der verstorbenen Frau von Sepp Forcher und sagte: „Wir möchten sagen: ‚Pfiat euch, Gott behüte euch.‘“ Aufgrund der aktuellen Corona-Situation konnten nur geladene Gäste und bis zu 200 Personen am Requiem in der Kirche teilnehmen. Aus diesem Grund wurden vor dem Gottesdienst auch keine Angaben über den genauen Ort gemacht.

Musikalisch gestaltet wurde das Requiem von Musikern und Musikerinnen, die mit Sepp Forcher häufig für die ORF-Reihe „Klingendes Österreich“ unterwegs waren, etwa die Göllwurzn Bläser oder das Streichquartett Kiesenhofer. Forcher hat diese Sendung jahrzehntelang moderiert.

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