Neujahrs-UmfrageStimmungslage der Österreicher auf Rekordtief

Blickten die Österreicherinnen und Österreicher noch vor zwei Jahren mit großem Optimismus in die Zukunft, hat sich die negative Stimmung aus dem Vorjahr wegen der andauernden Corona-Pandemie noch einmal intensiviert.

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© APA/THEMENBILD
 

Wie die aktuelle IMAS-Neujahrsumfrage zeigt, ist der Anteil jener, die nicht frohen Mutes auf das kommende Jahr blicken mit 70 Prozent auf einem historischen Höchststand. Nur zwei Prozent empfanden in der Rückschau 2021 als ein sehr gutes Jahr.

Zum mittlerweile 50. Mal hat das Linzer Marktforschungsinstitut IMAS die Österreicherinnen und Österreicher zu ihren Erwartungen und Vorsätzen sowie zum abgelaufenen Jahr befragt. Bei der heurigen Umfrage verstärkte sich der Trend des vergangenen Jahres, die Grundstimmung war noch nie so pessimistisch. 38 Prozent blicken mit Sorge und 32 Prozent mit Skepsis in das herannahende Jahr. Lediglich 26 Prozent zeigten sich zuversichtlich. Besonders viele Sorgenfalten haben - wie auch schon im Vorjahr - Frauen sowie Menschen ab 60 Jahren.

2021 nur für zwei Prozent gutes Jahr

Das positiv gestimmte Viertel sieht sich entweder grundlegend als optimistisch an oder ist bezogen auf Corona guter Dinge - insbesondere wegen der Impfung. Die Skeptiker genauso wie die Besorgten bedrückt die Pandemie im Allgemeinen am meisten (46 Prozent sowie 41 Prozent). Jeder Fünfte von ihnen fühlt sich zudem von den Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung stark eingeschränkt. In der Rückschau sehen nur zwei von Hundert das Jahr 2021 als ein sehr gutes Jahr an, 28 Prozent als ein ziemlich gutes - das ist immerhin eine leichte Steigerung gegenüber 2020 (20 Prozent). Die Mehrheit allerdings hielt 2021 für kein sehr gutes Jahr (45 Prozent) oder gar für ein schlechtes (22 Prozent).

Dass die Corona-Krise die Bevölkerung auch das kommende Jahr über "sehr intensiv" oder "eher intensiv" beschäftigen wird, glauben vier von fünf Österreichern. Trotzdem wiegt sich knapp jeder Fünfte in der Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität und ebenso viele auf ein Ende der Pandemie. 21 Prozent hoffen gesund zu bleiben. Die Impfpflicht ist kein dominantes Thema, fünf von hundert sehnen sich diese bzw. eine höhere Impfquote herbei, einer von hundert wünscht sich, die verpflichtende Impfung würde nicht kommen.

Umfrage noch vor Omikron

Die Pandemie unbeschadet überstanden haben die Vorsätze: Gleich viele Menschen wie 2019 - nämlich 37 Prozent - haben sich bestimmte Ziele für das Jahr 2022 gesetzt. Von ihnen wollen 48 Prozent mehr Bewegung bzw. Sport machen (im Vorjahr: 44 Prozent). Außerdem planen jeweils 36 Prozent mehr Zeit mit der Familie bzw. Freunden zu verbringen und bewusster zu leben. Am unteren Ende der guten Vorsätze rangieren mit jeweils sechs Prozent die Suche nach einem neuen Job sowie mehr politisches Engagement. Im Durchschnitt fassen die Österreicher vier gute Vorsätze, knapp jeder Fünfte sogar sieben oder mehr. Ein knappes Viertel war mit der Erfüllung dieser im Jahr 2021 nicht erfolgreich, jeder Fünfte konnte seine Ziele großteils umsetzen und 56 Prozent zumindest teilweise.

Befragt wurden zwischen 10. November und 5. Dezember 1.013 repräsentativ ausgewählte Personen ab 16 Jahre in persönlichen Interviews. Die Virusmutation Omikron war zu diesem Zeitpunkt noch kein breites öffentliches Thema.

Kommentare (3)
future4you
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Jammern auf

allerhöchstem Niveau! Man braucht nur ein wenig über unsere Grenzen schauen, dann wird man sehr schnell dankbar hier leben zu dürfen, trotz aller Unbilden, welche uns in letzter Zeit beschert wurden.

himmel17
0
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Ich bin ein Superoptimist...

...und kein Superspreader. Ein schwieriges Jahr, in dem alle in meinem Umfeld über sich hinausgewachsen sind, zu besseren, verständnisvolleren Menschen geworden sind, bleibt mir in bester Erinnerung. Ihre Resilienz/Anpassungsfähigkeit hat mich erstaunt. Und ihre Kinder waren großartig ohne Ende.

dude
5
16
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Im Schlusssatz steht's ja: Die Umfrage wurde vor Omikron erstellt.

Ich gehe davon aus, dass mittlerweile viele in Omikron die Chance sehen, dass die Pandemie mit dieser höher ansteckenden, aber - hoffentlich - milder verlaufenden Variante zu Ende geht! Sogar der Infektiologe Dr. Wenisch bezeichnete Omikron als "Weihnachtsgeschenk" und Dr. Drosten sieht in Omikron die eventuell letzte pandemische Variante!
Dieser Optimismus der Experten steckt doch an! Mich zumindest.