SozialversicherungsträgerBrief an Ungeimpfte ohne konkreten Impftermin "verschwendetes Geld"

Peter Lehner, Co-Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, kritisiert das geplante Informationsschreiben an Ungeimpfte ohne fixen Impftermin als "überflüssig". Man solle zunächst die Impfwelle durch die 2G-Regelung abwarten.

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Ungeimpfte sollen bald per Post von der Corona-Schutzimpfung überzeugt werden.
Ungeimpfte sollen bald per Post von der Corona-Schutzimpfung überzeugt werden. © APA/WOLFGANG SPITZBART
 

Wer bis 1. November noch nicht gegen Corona geimpft wurde, soll bald von den Sozialversicherungsträgern einen Brief erhalten. Darin wird über die Risiken einer Covid-Erkrankung sowie kostenlose Impfmöglichkeiten informiert werden. Das wurde im Parlament beschlossen, der Beschluss im Bundesrat steht noch aus.

Peter Lehner, Co-Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, geht davon aus, dass ab 2. Dezember mit den Vorbereitungen für das Schreiben gestartet werden könnte, hält ein solches Schreiben für "überflüssig" und "verschwendetes Geld". Lehner betont, dass er einen solchen gesetzlichen Auftrag selbstverständlich erfüllen würde. Er kann sich aber nicht vorstellen, dass man damit Impfgegner oder -skeptiker umstimmen könnte.

Lieber Brief mit fixem Termin - aber erst später

Sinn würde ein solcher Brief für Lehner nur dann machen, wenn man auch einen konkreten Termin für die Impfung mitgibt. Wer diesen Termin nicht einhalten könne, solle sich abmelden müssen. Etwaige Sanktionen für Personen, die sich nicht abmelden, wären juristisch wohl nicht machbar, so Lehner auf Nachfrage. Er verweist aber darauf, dass auch Spanien und Portugal, die eine hohe Durchimpfungsrate haben, fixe Termine vorgegeben haben.

In der aktuellen Situation ist Lehner aber auch bezüglich eines solchen Briefes mit konkretem Termin skeptisch. Er plädiert dafür, zunächst abzuwarten, wie sich die seit Montag geltenden 2G-Regel auf die Impfrate auswirkt. Lehner verweist darauf, dass die Zahl der Impfungen nun wieder im Steigen sei. Auch Spanien und Portugal hätten den Brief mit einem fixen Termin am Beginn der Impfungen und nicht "mitten drinnen" verschickt. In machen ländlichen Gegenden sei es zudem derzeit schwierig, rasch einen Impftermin zu bekommen.

In einer solchen Situation könnte der Brief das falsche Mittel sein und eher wie ein "PR-Gag" wirken. Man solle daher erst nach der aktuellen Impfwelle danach darüber nachzudenken, wie man die verbleibenden Ungeimpften noch erreichen könne. Das könnte dann ein solcher Brief sein - oder auch andere Maßnahmen.

Kommentare (1)
schteirischprovessa
0
8
Lesenswert?

Ich bekomme auf meinem Zweitwohnsitz im Burgenland

alle paar Wochen einen von LH Doskozil unterzeichneten Brief mit der Post.
Die sind mindestens genauso hinausgeschmissenes Geld wie ein Brief an nicht Geimpfte.
Wobei man erst einmal sehen muß, wie der Brief formuliert ist.