Coronavirus 2286 Neuinfektionen und die vierte Welle

Die Zahl der Neuinfektionen ist neuerlich deutlich angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell am Wert von Mitte Oktober 2020.

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© (c) APA/GEORG HOCHMUTH
 

Justament an dem Tag, an dem die Regierung ihr neues Maßnahmenpaket zur Eindämmung der stark steigenden Coronazahlen präsentiert, wurden erstmals seit Ende April wieder mehr als 2.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Dienstag kamen österreichweit 2268 weitere Infizierte hinzu. Innerhalb einer Woche mussten in den Spitälern 100 Patienten mehr aufgenommen werden, insgesamt sind bereits 645 Covid-19-Erkrankte hospitalisiert.

180 Schwerkranke müssen auf Intensivstationen versorgt werden - um neun mehr als am Vortag. Seit Dienstag wurden außerdem drei weitere Todesfälle gemeldet. Allein in der vergangenen Woche starben 40 Menschen an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch bereits 10.815 Tote in Österreich gefordert. Pro 100.000 Einwohner sind somit 121,1 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Die 2.268 Neuinfektionen liegen deutlich über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage mit 1.580 Fälle. Mehr als 2.000 wurden in Österreich zuletzt mit 2.131 am 30. April gemeldet. Die Sieben-Tages-Inzidenz stieg nunmehr auf 123,8 Fälle auf 100.000 Einwohner. Am Mittwoch gab es in Österreich 18.256 bestätigte aktive Fälle, um 721 mehr als am Dienstag.

Kein Sommer wie damals

Die vierte Infektionswelle ist in Österreich sogar noch deutlich früher gestartet als die zweite im vorigen Herbst. Mit durchschnittlich 1600 täglichen Neuinfektionen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell am Wert von Mitte Oktober 2020. Auch die Zahl der Patienten auf Intensivstationen ist vergleichbar. Betroffen sind vorwiegend Ungeimpfte. Auf sie dürfte die Regierung ihre Maßnahmen konzentrieren.

Die Neuinfektionen sind heuer schon im Juli und August merklich angestiegen. Die von der AGES zuletzt ausgewiesene Sieben-Tage-Inzidenz von 130 - das entspricht gut 1600 täglichen Neuinfektionen - wurde im Vorjahr erst am 21. Oktober erreicht. Die Zahl der Intensivpatienten lag damals bei 145, aktuell sind 171. Und zwar trotz grundsätzlich verfügbarer Impfung, denn laut Meldungen aus den Bundesländern ist der Großteil der Intensivpatienten umgeimpft.

Geringer als im Vorjahr fällt in der vierten Welle der Anstieg der coronabedingten Todesfälle aus. Während in den ersten drei Wochen des Oktober 2021 täglich durchschnittlich acht Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben sind, waren es in den letzten drei Wochen etwa drei pro Tag.

Die - gemessen an der Bevölkerungszahl - am stärksten von Neuinfektionen betroffene Altersgruppe waren im vorigen Herbst wie auch heuer Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24. Allerdings war die Inzidenz zu Schulbeginn im Vorjahr noch deutlich niedriger (62) als heuer (254). Bei den jüngeren Kindern zwischen fünf und 14 Jahren lag die Sieben-Tage-Inzidenz zum Schulstart in Ostösterreich am 7. September 2020 bei 22 - heuer waren es 210 Neuinfektionen pro 100.000 Kindern in dieser Altersgruppe.

Vor einer Entwicklung wie im vorigen Oktober hat am Dienstag auch Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober gewarnt. Er plädierte via Twitter daher u.a. für eine Maskenpflicht in Innenräumen sowie für eine Impfkampagne, für Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Infektion bei Nichtgeimpften sowie für Schutzmaßnahmen für Kinder.

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Danke für Ihr Verständnis.

STEG
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Selbstbehalt für Impfverweigerer

Wer Schutz verweigert, das Gesundheitssystem vorsätzlich belastet, soll bei einem Spitalsaufenthalt zur Kasse gebeten werden.

Schlmich28
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Das Gleiche

Bitte auch für alle Raucher, Alkoholiker, Übergewichtige und Extremsportler. Jeder der sich absichtlich in Gefahr begibt muss die Konsequenzen tragen. Hallo, wo kommen wir da hin?

HansWurst
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"Danke"

an alle Impfverweigerer.

HansWurst
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Lieber Impfen gehen

Das schützt besser als ein reflexartiges Nein drücken.

Stony8762
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2286! Niederhetzen, kleinprotestieren und quer wegdenken (leugnen) hilft wohl nicht!

hfg
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Es besteht ohnehin lt.

Experten die kuriose Situation, das für gesunde vollständig geimpfte Personen eine Ansteckung sinnvoll ist, weil sich die Immunität noch deutlich verbessert und wesentlich mehr Antikörper gebildet werden. Nur leider ist das für die ungeimpften oder nicht impfbaren Personen sehr schlecht, wenn sich das Virus noch stärker verbreitet.

VH7F
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Dunkelziffer deutlich höher,

weil ja die 65% Geimpften sich nicht mehr testen lassen müssen?

ugglan
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Die Geimpften

sind ja auch nicht das Pandemieproblem - und jeder Ungeimpfte ist selbst schuld wenn er sich den Virus - von wem auch immer - holt ! Warum sollten Geimpfte sich auch noch testen lassen müssen ? Wenn jemand mehr Angst vor einer rettenden , noch dazu kostenlosen ,Impfung als vor einer lebensbedrohlichen Krankheit hat soll er niemanden dann die Schuld geben !

DannyHanny
9
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VH7F

Und!
Diese Personen brauchen anscheinend keine ärztliche Hilfe, weil sie keine Symptome haben oder so leichte das Die gar nicht an Covid denken , da gejmpft, genesen, oder leichte Infektion ( ungeimpft)!
Den Geimpften, Genesenen mit Antikörper werden solche Asymptomatische nicht gefährlich.....bei Nicht Impfwilligen ist die Gefahr um ein Vielfaches grösser......aber die wollen das ja so!

hfg
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Hilfreich und notwendig

Wären auch genaue konkrete Zahlen wieviele Personen die im Krankenhaus, der Intensivstation oder versterben. Nicht geimpft, teilgeimpft, genesen und oder geimpft sind oder waren. Natürlich mit den Altersangaben und anonym.
Das könnte die wirksamste Maßnahme sein die Impfquote zu erhöhen.

RonaldMessics
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So viele....

...Zahlen wurden bereits veröffentlicht, auch jene, die ihren Forderungen entsprechen. Daher die Frage: wann lasen sie was?
Gerade auch die Kleine Zeitung ist dafür sehr bemüht.

silentbob79
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Vor ein paar Tagen

wurden (auch in der Kleinen Zeitung) ein paar dementsprechende Zahlen aus Wien veröffentlicht.

"Am Stichtag 18. August waren in Wien 94 Prozent der Coronapatienten auf Intensivstationen nicht geimpft oder von einer Immunsupprimierung – das ist die Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems – betroffen. [...]. Von den 16 Intensivpatienten war am Stichtag einer vollimmunisiert, zwölf waren ungeimpft, einer erst teilimmunisiert und zwei zwar bereits fertig geimpft, aber immunsupprimiert. Das Durchschnittsalter betrug 61,3 Jahre In Normalbehandlung waren am 18. August 85,7 Prozent der Coronapatienten in Wiener Spitälern ungeimpft, weitere 5,4 Prozent nur teilimmunisiert. Hier waren die Patienten im Schnitt 54,2 Jahre alt."

Auch in der Steiermark sieht es ähnlich aus

"Mit Stand Freitag (20.8) mussten elf Personen mit Covid-19 intensivmedizinisch in einem fondsfinanzierten Krankenhaus der Steiermark betreut werden. Keiner von ihnen ist geimpft, sagte Virologe Bernhard Haas von der Krankenanstaltengesellschaft (KAGes). Von den 33 weiteren corona-positiven Patienten auf Normalstation liege der Anteil der Ungeimpften bei über 80 Prozent."

hfg
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Diese Zahlen und Fakten müssen

Ständig und täglich präsentiert und adaptiert werden, die einzige Chance die vielen Skeptiker und Unentschlossenen zu überzeugen. Es ist ohnehin sehr schwierig, weil meist keine Argumente oder Fakten helfen. Die nächste Stufe ist ohnehin der indirekte Zwang - eine Impfpflicht ist in der Demokratie ohnehin nicht durchsetzbar.

umo10
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Bei so wenigen Toten und intensivmedizinisch betreuten Personen könnte man es

auf einzelne Personen zurückverfolgen. Aber in 3 Wochen dann, denn dann sind eh wieder exponential mehr Menschen betroffen 😧

pecunianonolet
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impfen oder infizieren

ziemlich simpel impfen oder infizieren anders werden wir nicht aus dem Ganzen rauskommen.

Lockdowns oder ähnliches für Geimpfte und auch Genesene wird in Österreich keiner mittragen.
Sorry natürlich gibt es die Gruppe der Lockdownfetischisten,

Völlig befremdlich ist für mich, dass noch immer nicht im Rahmen der VU (Vorsorgeuntersuchung) ein Antikörper-Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wird.