Wege aus der Klima-KriseAuf kleineren Füßen in die Zukunft

Unser Verhalten verursacht Treibhausgas-Emissionen. Doch wir können vieles tun, um unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

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Unser Verhalten entspricht unseren Worten nicht immer, weil unser Tun nicht nur vom Verstand gesteuert wird. Beim Klimaschutz kommt hinzu, dass man schnell entmutigt ist, weil die Aufgabe so groß erscheint. „Da fragen sich viele: Was kann ich alleine schon ausrichten“, erklärt Psychologin Katja Corcoran von der Uni Graz. Um von Plänen zu Handlungen zu gelangen, sollte man sich zunächst fragen, warum man Ziele verfolgt. "Wenn ich von etwas überzeugt bin, handle ich eher danach", erklärt Corcoran. Als Nächstes rät die Psychologin zu realistischer Zielsetzung. Es ist besser, kleinere Ziele zu haben und die auch zu erreichen. Auch sollte man sich positive Seiten bewusst machen. Radfahren ist etwa anstrengender als Autofahren, aber dafür macht man Sport. Zudem sollte man sich mit anderen zusammentun. Dinge alleine zu verändern, ist oft schwieriger.

Energie: Abschalten statt Stand-by-Modus

Im Haushalt gibt es für viele von uns noch Luft nach oben. Es beginnt bei der Wahl des Stromanbieters. Vieles hängt aber auch mit Gewohnheiten und Unachtsamkeiten zusammen. TV und Co. verbrauchen beispielsweise auch dann Strom, wenn sie im Stand-by-Modus sind. Hängen Sie einen Verteilerstecker mit Schalter dazwischen und schalten sie den Strom ganz ab. Bei fixen Gewohnheiten kann das auch eine Zeitschaltuhr erledigen. Reduzieren Sie Heizkosten, indem sie stoßlüften, anstatt länger zu kippen. Heizen Sie nur Räume, in denen Sie sich aufhalten. Entlüften Sie regelmäßig ihre Heizkörper. Nutzen Sie beim Wäschewaschen nach Möglichkeit niedrige Wassertemperaturen und verzichten Sie auf Trockner. Stellen Sie die Temperatur im Kühlschrank ein: sieben Grad reichen aus.

Welche Ideen und Projekte verfolgen Sie?

Immer mehr private oder öffentliche Initiativen und Ideen rund um den Klimaschutz treten in Erscheinung und immer mehr Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam gegen Klimaerhitzung und Emissionen anzugehen. Ein Beispiel ist die Aktion „Parks statt Parken“, die sich für Reduktion und Rückbau versiegelter Flächen einsetzt und fordert.

Welche Ideen für eine bessere Zukunft haben Sie? Wie bringen Sie sich ein? Schreiben Sie an
reporter@kleinezeitung.at

Internet: Streaming-Dienste und E-Mails

Das Internet respektive die Server verbrauchen sehr viel Energie. Vor allem Streaming-Dienste wie Netflix aber auch Spotify – also Audio-Stream – haben einen großen CO2-Abdruck. Achten Sie darauf, dass sie über LAN- oder WLAN-Verbindung mit dem Netz verbunden sind und reduzieren Sie bei kleineren Endgeräten wie Tablets die Auflösung. Das spart Ressourcen, fällt aber kaum auf. Übrigens: Auch Ihre E-Mails benötigen Speicherplatz. Löschen Sie also regelmäßig.

Wasser: Duschen und ein Becher

Der Klimawandel reduziert unsere Trinkwasserbestände sukzessive. Der Wasserverbrauch in heimischen Haushalten lässt sich zum Glück leicht senken: Die Dusche ist der Badewanne vorzuziehen. Wenn Sie sich einseifen, drehen Sie das Wasser kurz ab und montieren Sie einen Sparduschkopf. Verwenden Sie beim Zähneputzen einen Becher, so verbrauchen Sie nur einen Bruchteil. Nutzen Sie Sparprogramme des Geschirrspülers oder – wenn Sie mit der Hand abwaschen – drehen Sie den Wasserhahn immer ab. Gießen Sie Ihre Pflanzen nach Möglichkeit mit Regenwasser. Auch eine Spartaste bei der Klospülung ist eine gute Idee.

Ernährung: Regional und saisonal

Vor allem Fleischerzeugung befeuert den Treibhausgas-Ausstoß massiv, benötigt enorme Mengen Wasser und verursacht großes Tierleid. Sie müssen deshalb nicht gleich vegan werden. Wie in den meisten Bereichen geht es auch hier um das rechte Maß. Essen Sie Fleisch an ausgesuchten Tagen, aber gönnen Sie sich dafür gute Qualität aus der Region. Damit helfen Sie zugleich unseren Bauern. Und verzichten Sie am besten auf Nahrungsmittel, die einen weiten Weg hinter sich haben.

Mobilität: Gut für das Klima, gut für die Gesundheit

Nach dem Sektor Industrie/Energie wurden vor Corona die zweitmeisten Emissionen im Land vom Verkehr verursacht. 30 Prozent des Gesamtausstoßes im Jahr 2019 sind darauf zurückzuführen. Während in allen anderen relevanten Bereichen der Treibhausgasausstoß im Vergleich mit dem Jahr 1990 zurückging, stieg er im Verkehr beständig an. Der Umstieg auf das Fahrrad ist hier die beste Variante, allerdings ist das natürlich nicht immer möglich. Bei kurzen Strecken und gutem Wetter gelten aber keine Ausreden. Zudem hat man damit womöglich schon die Tagesdosis Bewegung abgedeckt. Alternativ sollte man öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In ruraleren Gebieten könnte man zumindest Fahrgemeinschaften bilden. Das spart nicht nur CO2, sondern auch Geld und die Parkplatzsuche. Zudem bieten sich Gelegenheiten zum Austausch. Das könnte man nutzen, um gleich die nächste Fahrt auszumachen.

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Sam125
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Eines MUSS uns allen klar sein,solange gnadenlos und weltweit die Regenwälder

abgeholzt werden und sich daher der"Golfstrom"gravierend verändert,werden sich die Meeresströmungen und damit auch das Weltklima nachhaltig zum Nachteil der gesamten Welt und für immer verändern!Die Klimakatastrophe wird daher leider auch nicht zum aufhalten sein!Es ist schön,wenn wir fossile Brennstoffe durch Elektrizität ersetzen wollen,was natürlich nur in Ländern möglich ist,wo keine AUTOBATTERIEEN,wie in China,hergestellt werden,denn in China wird wegen der florierenden Wirtschaft(E- Mobilität!)fast täglich ein neues Kohlekraftwerk hochgefahren und die sogenannten westlichen und fortschrittlichen Länder wollen alles verbieten was mit fossilen Brennstoffen fährt und heizt und die gute Luft vom "Westen"wird durch die schlechte Luft vom "Osten",gesehen für's WELTKLIMA,wieder aufgehoben! Schöne Aussichten für uns alle! Und Deutschland verbraucht ALLEIN 40 % vom weltweit angebauten Palmöl und ist daher auch am allermeisten für die Abholzung der Regenwälder verantwortlich!

CWM61
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Aus der Seele gesprochen

Ja das trifft es genau auf den Kopf! Solange die Wirtschaft aus allen Profit schlagen kann wird das Volk nur sehr bedingt etwas daran ändern können! Solange unsere Waren teilweise sinnlos quer durch Europa gefahren werden und so weiter wird sich nicht viel ändern! Wo ist da die Politik um diesen Treiben Einhalt zu bieten? Besser von E-Mobilität reden, uns vorgaukeln wie sauber das alles ist! Schon mal damit befasst woher und wie das nötige Silizium gewonnen wird? Auch ja, ist ja weit weit weg von uns Frau Umweltministerin Gewessler!

huckg
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Solange die Politik nicht handelt seh' ich schwarz

Natürlich liegt es an der Bevölkerung ihren Lebensstil dahingehend zu ändern, dass der CO2 Ausstoß schnellstmöglich verringert und mittelfristig der Verbrauch von Erdöl Produkten für Heizung und Motoren komplett eingestellt wird.
Solange es aber von Seiten der Regierung keine allgemein gültigen Gesetze gibt, die den CO2 Ausstoß reglementieren, wird das nichts. Diese Regeln können nur über absolute Verbote oder über den Preis steuern. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Jedem Politiker der uns etwas anderes erzählt ist nicht zu trauen und ist unehrlich gegenüber seinen Wählern. Ein CO2 Preis, der uns Menschen nicht zwingt klimafeindliches Verhalten zu beenden, hat keine Auswirkung auf die Zukunft. Daher müssen diese Kosten richtig weh tun. Wann werden sie das Auto stehen lassen? Wenn der Liter Benzin 10,-- Euro kostet, oder schon bei 5,-- Euro? Wann stellen sie ihre Ölheizung um?

melahide
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Aha

Immer groß von Eigenverantwortung faseln und dann nach einem Staat schreien, der Vorgaben macht. Was hindert Sie daran, sich und ihre Familie auf Nachhaltigkeit umzustellen? Weil ihr Nachbar „auch nicht muss?“

huckg
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Gedanken zum geplanten CO2 Preis

Die österreichische Regierung hat sich in unserem Namen verpflichtet, die Pariser Klimaziele einzuhalten. Daran gibt's nichts zu rütteln. Die Sache ist, ob es manchen gefällt oder auch nicht, gegessen.
Als wichtigstes Steuer-Instrument wird, wenn man den Ankündigungen unserer Regierung glauben darf, die CO2 Steuer gesehen und (wahrscheinlich) auch umgesetzt. Jetzt plant man einen Preis von etwa 25,-- Euro je ausgestossene Tonne. Das würde einen Liter Benzin um vielleicht 35 Cent verteuern.
(Dazu muß man wissen: Vor 40 Jahre kostete Benzin, im Verhältnis zum Verdienst, doppelt so viel wie heute.)
Ich traue mich zu behaupten, dass dies keine Auswirkung auf den Verkehr haben wird, und nur eine Geldbeschaffungsaktion unserer Regierung, unter dem Deckmantel Klimaschutz, darstellt.

melahide
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Die

Ratschläge sind nett gemeint, aber eben nur im Rahmen einer konservativen Ansicht. Ein „regionales Einkaufen“ das auch „unsere Bauern unterstützt“ hilft halt nur teilweise. Kauf ich Fleisch beim regionalen Bauern, der argentinisches Soya verfüttert, bringt das nichts. Kauf ich beim regionalen Bauern, der mit amerikanischen Dünger düngt, bringt das nichts. Oder wenn man Saatgut aus China verwendet. „Saisonal“ ist gut. Man muss aber auch bedenken: Im Winter verursacht eine Bio Kiwi aus Italien weniger CO2 als eine eingelagerte heimische Birne …

CWM61
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CO2 Bepreisung

Ich denke das uns allen klar sein muss etwas tun zu müssen! Aber die Politik versagt total mit den angedachten Maßnahmen. Zum Beispiel zur Bepreisung von CO2, was wird basieren, der Güterverkehr wird diese Preiserhöhung 1:1 weitergeben, so wird einfach alles was transportiert wird teurer! Die Kosten trägt das Volk! Ändern tut es nichts! Menschen die zur Arbeit kommen müssen und der Öffentliche Verkehr das nicht ermöglicht werden weiterhin mit dem Auto fahren und die Mehrkosten anderweitig einsparen. So wird alles teurer und der Ausstoß von CO2 wird der gleiche bleiben. Solange nicht zumindest ganz Europa an einem einheitlichen System arbeitet ist das alles nur Beschönigung und bringt der Umwelt nichts!
Ich höre jetzt schon die Kritiker, einer muss ja anfangen, ja mit Sicherheit sogar! Aber ganz Europa ist da gefragt, der Umwelt zur Liebe wenigstens einmal EINIGKEIT zu zeigen!