Fehlende VerkehrsberuhigungVor der Eröffnung bröckelt die Fassade am neuen Wiener Ikea

Am Donnerstag eröffnet der Ikea am Wiener Westbahnhof. Vielerorts überwiegt die Vorfreude und Spannung. Der Verkehr könnte für das Grätzl dahinter zum Problem werden.

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Rund 10.000 Kunden pro Woche erwartet Ikea für das "Hus" am Westbahnhof.
Rund 10.000 Kunden pro Woche erwartet Ikea für das "Hus" am Westbahnhof. © TOPPRESS
 

Der neue Wiener Ikea ist so speziell, er hat sogar einen Spitznamen. Im "hus" (gesprochen: hüs) am Westbahnhof soll alles hip, urban und nachhaltig wirken. Keine Parkplätze, dafür eine frei zugängliche Dachterrasse. 3.000 Produkte zum Mitnehmen sind im Geschäft verfügbar, große Produkte werden zugestellt. Vom typischen blauen Quader hat sich der Möbelriese auch verabschiedet. Am Westbahnhof steht ein großes Regal aus Glas und Stahl.

Im Viertel dahinter trübt die Sorge um den Verkehr die Vorfreude. Dass tatsächlich niemand mit dem Auto kommt, glaubt dort niemand so recht: "So naiv kann man nicht sein", sagt Anrainer Matthias Till. "Wenn nur hundert Kunden am Tag mit dem Auto kommen, ist es übervoll", ergänzt Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Merja Biedermann.

Versprochene Einbahnen kamen nicht

Till setzt sich mit mehr als hundert Nachbarn für eine Verkehrsberuhigung ein und fand auch Gehör. Durch Einbahnen und weniger Parkplätze sollen Ikea-Kunden gar nicht nach Parkplätzen suchen, mehr Bäume und Grünflächen sollen die Lebensqualität erhöhen. Einen konkreten Plan gibt es seit einer Bürgerbefragung vergangenen Herbst, provisorische Einbahnschilder waren für die Eröffnung versprochen. Passiert ist bisher nichts.

Dafür, dass SPÖ-Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal dieses Versprechen nicht halten kann, macht er die Stadt und das ebenso rot geführte Verkehrsressort verantwortlich. Die Stadt lasse tausende Bewohner mit dem Verkehr alleine, schreibt er in einem wütenden Facebook-Beitrag. Die Stadt verweist hingegen darauf, dass alles wie geplant kommt. Weil die Baustellencontainer noch stehen, und die Wiener Linien eine der künftigen Einbahnstraßen im Oktober für einen Schienenersatzverkehr benötigen, ist das Provisorium nicht möglich.

Matthias Till sieht die Geduld der Anrainer an der Kippe. Als gelernte Wiener würden viele befürchten, dass aus der Verspätung eine Verkleinerung oder gar eine Absage der Grünflächen werden könnte. Der Verkehr dürfte zumindest in den ersten drei Tagen nicht eskalieren. In einer Parkgarage in der Nähe ist das Parken dann kostenlos.

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