Coronavirus Ärztekammer will wieder telefonische Krankschreibung

Mit der vierten Welle wird auch die Ansteckungsgefahr in den Wartezimmern der Arztpraxen wieder zunehmen. Die Delta-Variante beunruhigt Mediziner zusätzlich.

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Wartezimmer-Cluster sollen vermieden werden © (c) APA/dpa/Daniel Karmann
 

"Die Ärztekammer fordert eine rasche Wiedereinführung der telefonischen Krankschreibung. Vizepräsident Johannes Steinhart begründete die Forderung am Montag damit, dass mit der vierten Welle der Corona-Pandemie auch die Infektionsgefahr in den Ordinationen wieder steige.

"Etwa 40 Prozent der Menschen in Österreich sind ungeimpft. In Kombination mit der hochansteckenden Delta-Variante ist damit das Risiko, dass sich Patientinnen und Patienten in Wartezimmern gegenseitig anstecken, extrem hoch", erklärt Steinhart. Um dem entgegenzuhalten, habe sich die telefonische Krankschreibung während des bisherigen Pandemieverlaufs "bestens bewährt".

Steinhart fordert daher, dass "alle symptomatischen Personen, die potenziell Corona haben könnten, wieder telefonisch krankgeschrieben werden können". Dies sei "absolut notwendig, um die Ordinationen mit dem dort arbeitenden Gesundheitspersonal sowie die anderen Patientinnen und Patienten bestmöglich zu schützen".

Immer per Telefon?

Die Möglichkeit, sich telefonisch beim Arzt krankschreiben zu lassen, war mit der Aufhebung zahlreicher Corona-Beschränkungen mit Ende Juni ausgelaufen.

Die ÖGK betonte aber, dass die telefonische Krankschreibung von "symptomatischen Personen, die potenziell Corona haben könnten, immer möglich war und nach wie vor möglich ist". Bis auf Widerruf können Personen, die als COVID-19-Verdachtsfall gelten und Krankheitssymptome aufweisen, "ohne persönlichen Ordinationsbesuch auf Basis einer telemedizinischen Begutachtung arbeitsunfähig gemeldet werden", hieß es in einer Stellungnahme der Gesundheitskasse.

Und die ÖGK verweist auch darauf, dass eine generelle telefonische Krankschreibung auch wieder eingeführt werden könnte: "Sollte es aufgrund epidemiologischer Entwicklungen notwendig werden, so kann die telefonische Arbeitsunfähigkeitsmeldung jederzeit mittels Obmannverfügung wieder für alle eingeführt werden."

Kommentare (1)
kritik53
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Warum?

Bei Verdachtsfällen selbstverständlich möglich. Ich kenne im Umfeld mehrere Personen, die sich - sofern die Möglichkeit bestünde - mehrere Male pro Jahr krank schreiben lassen bzw. in der Vergangenheit krank schreiben haben lassen, obwohl ihnen nichts fehlt bzw. fehlte.
Dadurch wird dem Missbrauch neuerlich Tür und Tor geöffnet.