Coronavirus 1328 Neuinfektionen, 326 Covid-Patienten im Spital

Durchaus besorgniserregend sind die steigende Zahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Österreich.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© (c) AP (Michael Probst)
 

Durchaus besorgniserregend im Steigen begriffen sind die Zahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Österreich. 326 Covid-Patienten mussten am Samstag in den Spitälern behandelt werden, ein Anstieg um 25 binnen 24 Stunden und der höchste Wert seit 12. Juni. 1328 Neuinfektionen meldeten Innen- und Gesundheitsministerium binnen eines Tages, um 70 mehr als am Freitag. Das entsprach dem höchsten Wert seit 7. Mai.

Die jüngsten Infektionszahlen lagen damit deutlich über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage (1.081). Interessant erscheint ein Vergleich, wenn man sich die Infektions- und Spitalzahlen in Österreich im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 vor genau einem Jahr ansieht. Am 21. August 2020 wurden 331 Neuansteckungen gemeldet - fast genau ein Viertel dessen, was am Samstag rapportiert wurde. 112 an Covid-19 Erkrankte mussten damals stationär behandelt werden - etwas mehr als ein Drittel des aktuellen Spitalsbelags. Auf den Intensivstationen lagen auf den Tag genau vor einem Jahr 22 Corona-Infizierte - weniger als ein Drittel als die 70, die am Samstag in Österreich intensivmedizinisch behandelt wurden. Die Anzahl der intensivpflichtigen Covid-Patienten ist hierzulande innerhalb einer Woche um 19 gestiegen.

Die meisten Covid-Patienten liegen derzeit in der Bundeshauptstadt in Krankenhäusern, nämlich 98. Davon bedürfen 22 intensivmedizinischer Betreuung. 53 Patienten, davon elf auf Intensivstationen, wurden am Samstag in Niederösterreich verzeichnet, 50 in Oberösterreich, wovon acht schwere Fälle waren, und 44 in der Steiermark, wovon elf intensivmedizinische Behandlung erfuhren.

Die Sieben-Tages-Inzidenz - die täglichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner - beträgt mittlerweile in Österreich 84,7. Zum Vergleich: in Deutschland erreichte die Sieben-Tages-Inzidenz am Samstag 51,6. Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz ist derzeit Wien mit 107,7, gefolgt von Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg (105,4, 93,8 bzw. 92,7). Danach folgen Tirol (73,3), die Steiermark (71), Niederösterreich (67,5), Kärnten (53,4) und das Burgenland (47,3).

23.960 Impfungen sind am Freitag durchgeführt worden. Wie "impfmüde" die heimische Bevölkerung ungeachtet zahlloser Impfappelle geworden ist, macht ein Blick auf die Impfzahlen an den vorangegangen Freitagen deutlich. Vor exakt vier Wochen - am 23. Juli - wurden österreichweit fast drei Mal so viele, nämlich rund 71.000 Schutzimpfungen gegen Covid-19 verabreicht. Am 30. Juli waren es noch deutlich mehr als 55.000, am 6. August knapp 45.500, am vorletzten Freitag, dem 13. August, dann nur mehr 25.568. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses rund 5,431 Millionen Menschen zumindest eine Teilimpfung erhalten, was 60,8 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Rund 5,104 Millionen und somit 57,1 Prozent der Österreicher sind bereits voll immunisiert.

Am höchsten ist die Durchimpfungsrate im Burgenland mit 67,9 Prozent. In Niederösterreich sind 63,7 Prozent der Bevölkerung geimpft, in der Steiermark 60,9 Prozent. Nach Tirol (60), Wien (59,2), Vorarlberg (58,9), Kärnten (57,3) und Salzburg (57,2) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 56,4 Prozent.

Mit Samstag gab es in Österreich 11.748 aktive Fälle, um 612 mehr als am Freitag. Genesen sind seit Ausbruch der Epidemie 652.896 Personen, innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden 716 wieder gesund. In den vergangenen sieben Tagen wurden neue Todesfälle registriert, seit Freitag kam kein weiterer dazu. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch 10.761 Menschen in Österreich das Leben gekostet. Pro 100.000 Einwohner sind seit Beginn der Pandemie 120,5 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

469.788 PCR- und Antigenschnell-Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden eingemeldet. Davon waren 91.861 aussagekräftige PCR-Tests, deren Positiv-Rate betrug 1,4 Prozent. Dieser 24-Stunden-Wert liegt unter dem Schnitt der vergangenen Woche, als durchschnittlich 1,7 Prozent der PCR-Tests positiv ausfielen.

Kommentare (28)
feringo
2
9
Lesenswert?

Die Infektionszahl ist zu streichen

Diese Infektionszahlen haben doch nicht mehr die Aussagekraft wie etwa vor einem halben Jahr. Auch dann, wenn alle geimpft wären, würden die Infektionszahlen steigen - was sagt das aus? Eben, die Infektionszahl ist nicht mehr das richtige Kalkül.
Man wird eine aussagekräftigere Zahl suchen müssen, um die Lage besser darzustellen. Geimpfte und ungeimpfte Erkrankte in Hospitalisierung müssen erkannt, erklärt und dargestellt werden.
Katschy hat schon die richtige Frage gestellt. Und, axe, so wie steiermark.orf.at die Lage dargestellt hat, sollte es Standard sein, täglich.

Ba.Ge.
1
6
Lesenswert?

Auch im Artikel

wurden nicht nur die heutigen Neuinfektionen mit denen vor einem Jahr verglichen. Ja, damals wurde viel weniger getestet - aber das ändert bestimmt wenig an der Anzahl der Intensivpatienten, welche aktuell mehr als 3mal so hoch wie letztes Jahr ist.

rehlein
6
11
Lesenswert?

Lt. Ages:

"Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hat am Freitag erstmals die Sieben-Tage-Inzidenzen bei Geimpften und Ungeimpften (getrennt je nach Altersgruppe) veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass jene bei den Ungeimpften kontinuierlich ansteigt. Am höchsten ist sie bei den 18- bis 59-Jährigen (192,3). Zum Vergleich: Bei den immunisierten Menschen dieser Altersgruppe betrug die Inzidenz nur 34,88. Der Wiener Forscher und Molekularbiologe Martin Moder kommt daher zu einem klaren Fazit: „Es sind die Ungeimpften, die die Zahlen steigen lassen. Wir könnten diese Pandemie jederzeit beenden“, schrieb er auf Twitter."

"Die nunmehr veröffentlichten Daten zur unterschiedlichen Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz bei geimpften und ungeimpften Menschen in Österreich zeigen, dass die Corona-Schutzimpfung hocheffektiv ist."

ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

frogschi
6
10
Lesenswert?

Liebes rehlein

Wieviele der Geimpften werden denn noch getestet? Geschieht dies nicht meist erst bei Symptomen, da sich ja viele gerade deswegen impfen lassen um der Testerei zu entgehen. Andererseits werden die Ungeimpften, frei von Symptomen, getestet um einen Bruchteil ihrer "Grundrechte" wieder zu erlangen. Deren Zahl dürfte daher unter den Getesteten weitaus höher sein als die Anzahl der Geimpften. Ist dann ein Vergleich der Inzidenzen wirklich fair und aussagekräftig?

rehlein
6
6
Lesenswert?

@frogschi

Nein, diejenigen, die sich impfen haben lassen, sind auch meistens so gewissenhaft, dass sie sich weiter testen lassen.
Als halbwegs informierter Geimpfter weiß man dass man trotzdem angesteckt werden kann, und infektiös sein kann, deshalb testen sich die meisten weiterhin.
Und ich bin nicht der Meinung, dass sich die meisten Geimpften impfen haben lassen um der Testerei zu entgehen, sondern weil sie wissen, dass sie damit vor schwerer Erkrankung und Tod besser geschützt sind.
Bei wenigen mag stimmen, dass sie dem Testen entgehen, aber nicht beim Großteil.

Irgendwo gab es einen Artikel, ich glaube im standard, dass sich sogar mehr Geimpfte als Ungeimpfte REGELMÄSSIG testen lassen - bin mir aber nicht mehr sicher, wo ich das gelesen habe.

Ich kenne aber sehr viele Ungeimpfte, die sich aus dem gleichen Prinzip nicht testen lassen, wie sie sich auch nicht impfen lassen: einfach aus "Prinzip", und weil man es als Schikane emfindet.

Und der Beleg, dass die Infiziertenzahl bei den Ungeimpften höher ist, als bei den Geimpften, ist, dass der Großteil der Hospitalisierten ungeimpft ist - diese Zahl ist von der Inzidenz unabhängig und sehr wohl aussagekräftig.

Ich versteh bei den ganzen Diskussionen um Geimpfte und Ungeimpfte nicht, warum die Ungeimpften nicht wahrhaben wollen wie die Fakten sind,
Und ich will bei Gott keine Spaltung, denn das ist das letzte was wir jetzt brauchen können. Im Gegenteil.

Warum gibt es immer ein "ABER", wenn man Fakten aufzeigt?

frogschi
5
5
Lesenswert?

@rehlein Ich sollte also meinen Bekanntenkreis wechseln.

Dieser ist zwar voller Geimpfter, doch da testet sich keiner. Habe scheinbar das falsche Nest gewählt, wenn es überall sonst ganz anders ist. Ich bin erschüttert ;-)

feringo
3
7
Lesenswert?

@rehlein : Lt.Ages ...

Rehlein, danke für Ihren Beitrag, der zeigt, dass sich da was tut.

VH7F
6
5
Lesenswert?

Laut ORF Heat Map vor allem 15 bis 25 jährige

Die alten Leute sind eh alle geschützt. 0G ab sofort.

Heike N.
23
17
Lesenswert?

Oh mein Gott

3hundertwieviel Stationäre? Bei ca. 64.000 Krankenbetten. Also 0,5% belegt

Ich bin kein Impfgegner oder Leugner, sogar mein12Jähriger ist geimpft. Aber ich hab jetzt die Schnauze voll und will mein Leben zurück

Ba.Ge.
9
14
Lesenswert?

Haben sie den Vergleich mit den Zahlen vor einem Jahr gelesen?

Können sie sich noch an den Herbst/Winter erinnern, wo dann ehrlich schon fast Feuer am Dach war?
Ich versteh ganz ehrlich nicht, warum Leute denken können wie Sie. Die Impfung ist eine Hilfe, dass sie das Problem komplett beendet, war leider nie der Plan. Mir wurde spätestens Ende 2020 klar, dass dieses Jahrzehnt Corona nicht mehr wegzubekommen ist - leider.

Heike N.
2
4
Lesenswert?

Ich hab halt genug von der Panikmache

Obwohl der Impfstoff erst seit etwas über einem halben Jahr verfügbar ist, hat es lt den offiziellen Statistiken 10.000 Tote an und vor allem mit Corona gegeben, ungefähr die gleichen Zahl jeweils an Alkoholikern und Rauchern sterben jedes Jahr, wobei der Staat da noch mitverdient.

Nachdem ja behauptet wurde, durch die Impfung gibt es eine Übersterblichkeit und dieses sofort widerlegt wurde gibt es ergo auch keine Übersterblichkeit durch das Virus selbst. Wozu also die Aufregung?

Die Impfung soll uns vor einem schweren Verlauf schützen, wozu also die Angst vor der Infektion. Es hatten alle die Möglichkeit eine Impfung zu erhalten, wer nicht will der hat schon.

Und - ganz im Vertrauen - der Mensch ist nicht unsterblich, niemals und auch nicht mit Impfung.

Katschy
5
23
Lesenswert?

Ein Geheimnis?

Wieso schafft man es nicht, dei den hospitalisierten Coronakranken auch die Anzahl der doppelt Geimpften anzugeben?

Man könnte so den Impfgegnern und Coronaleugnern den Wind aus den Segeln nehmen.

Stony8762
1
5
Lesenswert?

Katschy

Vielleicht sind es so wenige, dass es nicht all zu erwähnenswert ist!

axe
3
14
Lesenswert?

War grstern hier, steiermark.orf.at

und in weiteren Medien zu lesen.
Intensiv: alle ungeimpft
Normalstation: 80 % ungeimpft, die 20% geimpften hauptsächlich nur 1 Impfung und/oder mehrere Vorerkrankungen
(Impfgegner leben oft so in ihrer Blase dass die selbstvdie Infos, die sie immer einfordern (absichtlich?) überlesen… 🤷‍♂️)

Ch.Gschiel
4
15
Lesenswert?

Von 11 Corona-Fällen auf Intensiv...

... in der Steiermark, waren 0 geimpft. War gestern zu lesen.

Katschy
6
5
Lesenswert?

o Geimpfte

aber diese Angaben sind nur aus der Steiermark, wieso kann es nicht bundesweit diese Daten geben?

In etwa, 301 Personen im Spital davon ** doppelt geimpft, und 72 in Intensiv davon ** doppelt geimpft.

Stony8762
1
1
Lesenswert?

Katschy

Ein Tip! Versuch mal, die Regionalausgaben anzuklicken z.B. für Wien, Salzburg usw.

Stony8762
26
30
Lesenswert?

---

Lockdown für alle Impfgegner! Früher oder später fallen die sowieso durch Infektionen, Erkrankungen und Long-Covid-Folgen aus, falls sie es überleben!

kukuro05
2
9
Lesenswert?

Bumsti...

...das sind viele!

Badfox
19
18
Lesenswert?

Was machen wir in Österreich falsch?

In anderen Ländern wird auf „Normalmodus“ umgestellt.
Nur in Österreich ist noch in einem besorgniserregenden Zustand.

Stony8762
14
22
Lesenswert?

Badfox

In anderen Ländern gibt es anscheinend nicht so viele Idioten, die sich wegen einer Impfung ansche...!

neuernickname
10
16
Lesenswert?

@Badfox ja in Australien habens den Lockdown bis Ende September verlängert

Und in Deutschland führens die 3 G Regel ein.
In Russland ist es dem Putin offenbar powidl, 800 bestätigte Tote am Tag (die Dunkelziffer wird dort wohl enorm sein in Putins sozialem Paradies) - kümmert den nicht.

Ja, wir machen einfach alles falsch in Österreich.

jorg
13
31
Lesenswert?

selbstgemacht

In Österreich werden täglich 400.000 Tests gemacht in Deutschland nur 500.000 pro Woche dh. 70.000 pro Tag. Auf die Bevölkerung umgerechnet müsste Österreich nur 7000 tägliche Tests machen um das zu vergleichen.....
Seit Beginn der Pandemie hat Österreich absolut gleich viele Tests gemacht wie Deutschland, dh. 10 mal so viele Tests pro Kopf.
Klar dass dann die Inzidenz relativ hoch ist!

Stony8762
8
5
Lesenswert?

Jörg

Aber sicher, Jörg! Augen zu! Was man nicht sieht, gibt es nicht! (ironie)

rehlein
5
20
Lesenswert?

@jörg

Wenn es nur um die Testzahl ginge, dann gäbe es keinen Anstieg der Hospitalisierungen.

Denn egal ob in Österreich oder in Deutschland - mit ganz vielen oder weniger Tests - die Zahl der Menschen, die ins Spital müssen, steigt - in beiden Ländern.

Es ist somit völlig egal ob in einem Land 1 Million Tests pro Tag oder nur 10.000 gemacht werden - wenn die Hospitalisierungen steigen, nimmt das Infektionsgeschehen Fahrt auf.

Wenn dem nicht so wäre, dann könnte man noch so viele Tests oder gar keine machen - man hätte keine, oder nicht steigende Zahlen von Hospitalisierten.

Man bekommt mit der Testzahl vielleicht weniger oder mehr Infektionsfälle, aber auf diese Zahl soll man ja jetzt nicht mehr schielen, sondern nur darauf wieviele ins Krankenhaus müssen, und diese Zahl hat nichts mit der Anzahl der Tests zu tun.

Oder glauben Sie, dass wenn wir nun eine Woche nicht mehr testen würden, dass dann auch niemand mehr mit Covid ins Krankenhaus muß?

Und auf die Inzidenz soll man ja jetzt nicht mehr als alleiniges Kriterium achten.

DannyHanny
11
24
Lesenswert?

Jorg

Keine Tests - keine Infizierten - Juhu Covid ist vorbei!
Interessant wird es erst für jene, die warum auch immer, ein Spitalsbett brauchen!

 
Kommentare 1-26 von 28