Schwere UnwetterJetzt geht es ans große Aufräumen

Ein heftiges Unwetter hat erneut Salzburg getroffen - Assistenzeinsatz des Bundesheeres für die Gemeinde Wald im Pinzgau angefordert - Noch einige Straßen gesperrt - Lage hat sich nach abklingenden Regenfällen etwas entspannt.

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SALZBURG: AUFRAeUMARBEITEN NACH MURENABGAeNGEN UND UeBERFLUTUNGEN / REINBACHSIEDLUNG
© APA/BARBARA GINDL
 

Eine neuerliche Gewitterfront mit Starkregen hat am Montagabend vor allem im Pinzgau und Pongau erneut für Murenabgänge und Überflutungen gesorgt. In Dienten im Pinzgau erfasste eine Mure einen Reisebus, dabei wurden drei Personen verletzt, eine davon schwer. Im Pongau mussten wegen Murenabgängen rund 70 Personen aus ihren Autos gerettet werden. Im St. Johanner Ortsteil Reinbachsiedlung wurde Zivilschutzalarm ausgelöst und im Pinzgau der Bahnhof Krimml evakuiert.

Am Dienstag wurden die Aufräumungsarbeiten fortgesetzt, einige Straßen waren in der Früh noch gesperrt. Für die besonders betroffene Gemeinde Wald im Pinzgau wurde ein Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert

Das Ausmaß der schweren Schäden wird nun bei Erkundungsflügen begutachtet. Die Lage hat sich mit den abklingenden Regenfällen am Dienstag etwas entspannt, auch an der Salzach im Oberpinzgau. Die Aufräumungsarbeiten werden vermutlich noch Wochen dauern, ebenfalls die Schadenserhebungen. Der Zivilschutzalarm für den St. Johanner Ortsteil Reinbachsiedlung wurde um 8.00 Uhr aufgehoben.

Rund 700 Einsatzkräfte von 40 Feuerwehren waren am Montag um 21.00 Uhr zu rund 300 Einsätzen ausgerückt. Später erhöhte sich die Zahl auf rund 500 Einsätze, 52 Feuerwehren und rund 1.400 Feuerwehrleute. Auch an die 70 Wasserretter standen im Einsatz. Auch sie halfen, Personen in Sicherheit zu bringen und sicherten die Bergearbeiten. "Es kann von großem Glück gesprochen werden, dass es bei diesen Wassermassen keine Vermissten oder Tote zu beklagen gibt", wurde seitens Salzburger Wasserrettung betont.

Auf der Straße zwischen St. Johann und Wagrain saßen rund 70 Personen zwischen zwei abgegangenen Muren in ihren Autos fest. Sie wurden von Einsatzkräften in Sicherheit gebracht und im Kongresszentrum St. Johann versorgt.

Gemeinde Krimml von Außenwelt abgeschnitten

Der Bahnhof Krimml, der sich auf dem Gemeindegebiet von Wald im Pinzgau befindet, wurde vorsorglich evakuiert. In Mittersill musste die Hubbrücke an der Salzach angehoben werden, um Verklausungen zu verhindern. Der Pegelstand lag um 22.00 Uhr bei 5,19 Meter, das bedeutete Alarmstufe zwei laut dem Hydrographischen Dienst des Landes Salzburg. Im Laufe der Nacht wird mit einem Pegelstand von rund 5,50 gerechnet.

"Wir werden am Dienstagmorgen sofort, wenn das Wetter es zulässt, Erkundungsflüge machen, um uns einen Überblick über die Lage in den Tälern zu machen", erklärte der Pongauer Bezirkshauptmann Harald Wimmer. Dabei werden die Sperren von Wildbachverbauungen begutachtet, wie sehr sie angefüllt wurden. "Und dann werden wir viele Sofortmaßnahmen brauchen, um für eventuelle weitere Regenfälle wieder bestmöglich gerüstet zu sein."

Hilfseinsätze: Unwetter in Österreich

Straße sowie Bahngeleise wurden in Wald im Pinzgau unterspült, nachdem ein Gewitter zu Überflutungen der Krimmler Ache geführt hatte.

APA/EXPA/JFK

Die verschüttete Zuggarnitur in Wald im Pinzgau

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Im Gemeindegebiet von Dienten wurde ein Pkw von den Wassermassen erfasst.

APA/LV SALZBURG/WASSERRETTUNG

Die Wasserrettung musste zu Hilfe kommen, so dramatisch war die Situation.

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Vom Pkw blieb nur ein Blechhaufen.

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Zerstörte Straße im Salzburger Pongau

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Drei Personen wurden verletzt, als eine Mure in Dienten einen Reisebus erfasst.

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Vermurte Straße im Salzburger Pongau.

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Aufräumarbeiten nach dem Unwetter im St. Johanner Ortsteil Reinbachsiedlung.

APA/BARBARA GINDL

Auch in Niederösterreich kam es zu Überflutungen

APA/BFK MÖDLING/STUR

Weiter Fotos von den Unwetterschäden

APA/BFK MÖDLING/MATHIAS SEYFERT
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Laut einem ORF-Bericht war am Montagabend im Pinzgau die Gemeinde Krimml von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem eine Mure auf die Landesstraße (L113) abgegangen war. Im Pongau ging in St. Johann-Alpendorf eine Mure auf die Großarler Landesstraße (L109) ab, und zwischen Schwarzach und Lend verlegte eine Mure die Pinzgauer Straße (B311). In Wagrain und Altenmarkt soll es zu Überflutungen gekommen sein.

Die Feuerwehren hatten auch in anderen Salzburger Gemeinden wegen der Schäden nach dem Unwetter alle Hände voll zu tun. Straßen wurden überflutet oder waren wegen umgestürzten Bäumen vorübergehend nicht mehr passierbar wie in Mittersill im Pinzgau. Der Bezirkshauptmann des Pinzgaus, Bernhard Gratz, bedankte sich wie sein Kollege aus dem Pongau bei den Einsatzkräften für ihre Hilfe.

Rund 600 Haushalte ohne Strom

Wie der heimische Energieversorger Salzburg AG informierte, kam es wegen des heftigen Gewitters gegen 18.00 Uhr zu Stromausfällen im Pongau und im Flachgau. Betroffen davon waren rund 600 Haushalte in Teilen von Mühlbach, St. Johann und Wagrain im Pongau sowie von Strobl im Flachgau.

Die Techniker der Salzburg Netz GmbH seien sofort vor Ort gewesen, um an der Behebung der Störung zu arbeiten, hieß es. In Strobl konnte die Versorgung bereits wieder hergestellt werden. Im Laufe des Abends sollten auch alle Kunden im Pongau wieder mit Strom versorgt sein.

420 Feuerwehreinsätze in Niederösterreich

Heftige Niederschläge und Sturm haben in Niederösterreich am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag zu 420 Feuerwehreinsätzen geführt. Mehr als 200 überflutete Keller mussten ebenso ausgepumpt werden wie mehrere Straßenunterführungen. 150 Bäume waren in Strom- und Telefonleitungen gestürzt und zu beseitigen, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando. Knapp 2.000 Helfer von 180 Feuerwehren rückten aus.

Mehrere Brücken drohten durch Verklausungen weggerissen zu werden. "Das konnte durch den Einsatz von Feuerwehrkränen und Baggern jedoch verhindert werden", teilte Resperger mit. Vom Unwetter am stärksten betroffen waren dem Sprecher zufolge die Bezirke Amstetten, St. Pölten, Melk, Tulln, Baden und Mödling. Der Feuerwehrnotruf habe im Minutentakt geläutet. "Nach Mitternacht beruhigte sich die Lage", so Resperger.

75 Unwettereinsätze hat es allein im Bezirk Mödling gegeben, teilte das Bezirkskommando mit. Hotspots waren Gumpoldskirchen, Guntramsdorf, Biedermannsdorf und die Stadt Mödling. Auch in Achau, Brunn am Gebirge, Gießhübl, Hinterbrühl, Laxenburg, Maria Enzersdorf, Perchtoldsdorf, Vösendorf und Wiener Neudorf mussten die Helfer ausrücken.

Im Industriezentrum NÖ Süd stand die Autobahnunterführung unter Wasser. Eine Großpumpe kam zum Einsatz. Bei den Aufräumarbeiten in Guntramsdorf stürzte eine Person und verletzte sich so schwer, dass sie von einer Notärztin versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden musste, teilte die Feuerwehr mit.

Starkregen zog durch Oberösterreich

Starkregen hat am Montagabend eine Schneise durch Oberösterreich gezogen - von Gmunden am Traunsee bis Wolfern im Bezirk Steyr-Land. 1.500 Mitglieder von 100 Feuerwehren wurden zu über 500 Einsätzen gerufen. Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, Wasser im Wohnraum und aufgeschwommene Kanaldeckel waren die Alarmierungsgründe vor allem in den Bezirken Gmunden, Kirchdorf und Steyr-Land, berichtete das Landesfeuerwehrkommando.

Von 18.00 bis etwa 21.00 Uhr prasselte der Regen im Bundesland nieder. Feuerwehrleute aus den drei hauptbetroffenen Bezirken wurden zur Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen an die besonders in Mitleidenschaft gezogenen Orte Gmunden, Kremsmünster, Bad Hall, Pfarrkirchen und Wolfern entsandt. Auch in den Nachtstunden waren sie noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Rund 200 Einsätze in Tirol

Schwere Gewitter mit Starkregen und vereinzelt Hagel haben die Feuerwehren in einigen Teilen Tirols von Montagnachmittag an bis zum Abend auf Trab gehalten. Insgesamt kam es Unwetter bedingt zu rund 200 Feuerwehreinsätzen, hieß es von der Leitstelle zur APA. Ab dem frühen Abend beruhigte sich die Lage dann. Im Zillertaler Stummerberg kam es jedoch noch zu einem Blitzeinschlag, bei dem zwei Wochenendhäuser in Vollbrand gerieten.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruches gegen 20.30 Uhr hielten sich laut Polizei jedoch keine Personen in den Häusern auf. Der Blitz dürfte ersten Informationen zufolge im Bereich der Hochspannungsleitungen eingeschlagen haben. An mehreren umliegenden Häusern entstanden Beschädigungen an den Verteilerkästen und der Strom aus. Die Höhe des Sachschadens war vorerst nicht bekannt.

Ansonsten waren am Montag kleinere bis mittlere Muren auf Straßen abgegangen, lokal standen teilweise Garagen und Keller unter Wasser. Verletzte wurden keine gemeldet. Der Schwerpunkt lag im östlichen Mittelgebirge bzw. Bezirk Innsbruck-Land sowie im Raum Landeck und Paznauntal. Schwere Unwetter mit vereinzelten Schäden gab es aber auch etwa im Zillertal.

Auch etliche Straßen waren betroffen. Es kam zu Sperren, die aber Dienstagfrüh großteils wieder aufgehoben waren, erklärte ein Sprecher der Leitstelle. Die Fernpassstraße zwischen Nassereith und Fernsteinsee war beispielsweise durch einen Erdrutsch zum Teil verlegt und die Straße anschließend gesperrt worden. Montagabend teilte das Land schließlich mit, dass die Straße zwischenzeitlich unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen für den Verkehr wieder freigegeben wurde. Es sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung sowie eine sichtbare Straßenabsicherung eingerichtet worden, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Auch auf die Ötztal Straße zwischen Tumpen und Umhausen und auf die Reschenstraße zwischen Landeck und dem Reschenpass gingen am Nachmittag Muren ab.

Kommentare (13)
isteinschoenerName
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Schon interessant. Immer häufiger lese ich, ...

... vorallem von politischer Seite, man hätte
"das nicht voraussehen können". DOCH, DOCH, liebe Politiker! Was jetzt passiert ist nur ganz genau das, was euch die Wissenschaftler schon seit Jahren und Jahrzehnten prognostiziert haben. Aber ihr habt sie ignoriert und diffamiert, ihnen "Alarmismus" und "ideologische" Befunde vorgeworfen. Für die finanziellen Gewinne euer Günstlinge war euch die Zukunft der nächsten Generation absolut egal. Aber für den Schaden bezahlen müssen nun alle.

SOEDING1956
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wo bleiben jetzt die Hilfen aus dem Ausland

WENN EIN BAUM IN GRIECHENLAND UMFÄLLT WERDEN SOFORT HILSKRÄFTE HINGESCHICKT UND SPENDENKONTEN EINGERICHTET - ICH GLAUBE NUR WIR HABEN NACHBAR IN NOT

Ch.Gschiel
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BIMAZ?

Bist du's?

Ch.Gschiel
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Schau, schau...

der BIMAZ postet hier als SOEDING1956

checker43
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Im

Gegensatz zu den Waldbränden in Griechenland sind das Peanuts.

kukuro05
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Vielleicht weil wir reich sind?

Und weil die Starken den Schwächeren beistehen?
So jedenfalls wurde es mir von meinen Eltern beigebracht...

SOEDING1956
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weil wir reich sind?

UND WIE SIEHT ES MIT FRANKREICH DEUTSCHLAND SCHWEIZ AUS - KEINER IN SICHT

RonaldMessics
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@SOEDING1956 - Gedächtnis ist ihnen fremd - sie sollten sich hier im Forum entschuldigen

Lawinenunglück Galtür:
Mit der größten bisher durchgeführten Luftbrücke in Österreich wurden mit ausländischer Hilfe vom Bundesheer tausende Urlauber ausgeflogen. Auch eine "Medienlawine" bisher unbekannten Ausmaßes und ein Katastrophentourismus ergoss sich über Galtür. Der Tourismusort hatte jahrelang mit den negativen Auswirkungen zu kämpfen.

RonaldMessics
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So einen....

....Blödsinn kann nur ein Neidhammel posten.

SOEDING1956
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EINE FRAGE

SIEHT MAN IN SALZBURG EINE AUSLÄNDISCHE HILFSORGANISATION

nasowasaberauch
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SOEDING1956: DONT FEED THE TROLL

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RonaldMessics
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@SOEDING

Welche zum Beispiel würden sie gerne sehen??? Aus Haiti, aus der Türkei, oder aus Griechenland?? Oder das THW aus Deutschland? Die selbst im Ausland sind?
Österreich ist mit vielen Freiwilligen auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes mehr als nur ein Vorbild. Leider haben viele Länder weder die Organisationen, noch das Geld, noch die Menschen, die mit derselben Einstellung freiwillig arbeiten.
Ich denke, wir (in Anlehnung an eine tolle Frau) werden es schaffen, selbst schaffen. Das ist gut so, genauso wie die Hilfe an Staaten, die eben nicht dieselben Voraussetzungen wie Österreich haben.
>
Also, vorher denken, dann posten.

pescador
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Katastrophenschutz

Wir müssen den Katastrophenschutz unbedingt evaluieren und an Großereignisse anpassen. Mit diesen werden wir in den kommenden Jahren umgehen müssen. Es darf keinesfalls so ablaufen wie im Ahrtal in Deutschland. Dort wurden tagelang Menschen aufgrund der Bürokratie allein gelassen. Meist bleibt es nur dabei, dass man Politiker herankarrt, für Fotos in Gummistiefel steckt, betroffene Gesichter zeigt und dann wieder verschwindet.