Verheerende ZukunftsprognoseÖsterreich drohen bis zu fünf Grad mehr bis zum Jahr 2100

Der Weltklimarat IPCC präsentiert heute in Genf den ersten Teil seines sechsten Sachstandsberichts. Ersten Informationen zufolge dürfte der Bericht dramatisch ausfallen: Uns dürften noch folgenreichere Naturkatastrophen als bisher erwarten, sollte der Klimawandel nicht eingedämmt werden. Zudem droht der Zusammenbruch ganzer Ökosysteme.

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© APA/dpa
 

Der Weltklimarat IPCC warnt mit dem ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts erneut vor den verheerenden Auswirkungen eines ungebremsten Klimawandels. Der letzte Bericht dieser Art war 2013 erschienen. In dem neuen Bericht geht es unter anderem um die Gefahr von Extremereignissen wie den jüngsten Hitzeperioden in Griechenland und der Türkei oder den Überschwemmungen in Deutschland. Die Forschenden äußern sich auch zur Gletscher- und Poleisschmelze und zum Anstieg des Meeresspiegels. 234 Expertinnen und Experten aus 66 Ländern haben an dem Bericht mitgearbeitet.

Wie stark die Erderwärmung auch in Österreich angekommen ist, belegen die umfassenden Statistiken der ZAMG. Demnach ist es hierzulande seit Beginn der Industrialisierung um rund zwei Grad wärmer geworden. Folgt keine Trendumkehr, wird die Erwärmung bis zum Jahr 2100 bei mindestens fünf Grad liegen.

Hitzetage-Rekorde in "derzeit unvorstellbarem Bereich"

Wie stark sich die zwei Grad in Österreich bereits auswirken, sieht man gut an den Hitzetagen mit mindestens 30 Grad. So gab es im Zeitraum 1961 bis 1990 in den meisten Landeshauptstädten Österreichs pro Jahr zwischen fünf und elf Hitzetage und die Rekordwerte lagen bei 20 Tagen. Im Zeitraum 1991 bis 2020 verzeichnete die ZAMG bereits zwischen 16 und 22 Hitzetage und die Rekorde lagen schon bei über 40.

"Das könnte sich fortsetzen: Der derzeit noch extreme Wert von 40 Hitzetagen pro Jahr in Österreich wird bei einem weltweit ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen am Ende des Jahrhunderts der Normalfall sein", so die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in einer Aussendung. Die Rekorde würden dann "in einem derzeit noch völlig unvorstellbaren Bereich von 60 bis 80 Tagen über 30 Grad pro Jahr liegen".

Verteilung der Regenmengen verändert sich

Besonders im Sommer veränderte sich in den vergangenen Jahrzehnten auch die Verteilung der täglichen Regenmengen: Die Zahl der Tage, an denen es wenig regnet, wurden seltener. Um zehn bis 30 Prozent häufiger wurden in den vergangenen 30 Jahren hingegen Tage mit sehr viel Niederschlag. "So kommt es zur scheinbar paradoxen Tatsache, dass im Sommer sowohl die trockenen Phasen als auch die starken Regenereignisse intensiver und häufiger wurden", so die ZAMG.

Die zunehmende Hitze bringt auch enorme Risiken für die Gesundheit: "Hitze wird als Gefahr immer noch unterschätzt, weil es oft schwierig ist, nachzuweisen, dass ein Tod durch z.B. Herz- Kreislaufversagen von einer Hitzewelle verursacht wurde. Zahlreiche Studien belegen aber, dass in Europa deutlich mehr Menschen durch Hitzewellen sterben als durch Stürme, Hochwasser oder andere Wetterextreme", so die ZAMG.

Vegetation wird beeinflusst

Der Klimawandel beeinflusst auch die Vegetation. In Österreich gibt es etwa zwar keinen Trend zu weniger Niederschlag, trotzdem steigt die Gefahr von Dürren. Denn die stetige Erwärmung wirkt sich stark auf die Wasserbilanz aus: Je wärmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit verdunstet aus den Böden in die Luft. Außerdem verlängert ein wärmeres Klima die Vegetationsperiode und die Pflanzen entnehmen über einen längeren Zeitraum Wasser aus den Böden. Untersuchungen für den Alpenraum zeigen weiters, dass in den kommenden Jahrzehnten die Schwankungen der Niederschlagsmenge von Jahr zu Jahr größer werden könnte, wodurch die Dürregefahr zusätzlich steigt.

Auch auf den Schneefall hat der Klimawandel enorme Auswirkungen. Den Prognosen der ZAMG zufolge bleibt es in den kommenden Jahrzehnten nur mehr oberhalb von etwa 1.500 bis 2.000 Meter noch kalt genug für Schneefall. In tiefen Lagen wird es stattdessen immer öfters regnen. Zum Beispiel hat in Österreich die Zahl der Tage mit einer Schneedecke in Wien, Innsbruck und Graz in den vergangenen rund 90 Jahren um etwa 30 Prozent abgenommen. Bei weltweit ungebremsten Emissionen von Treibhausgasen wird die Schneedeckendauer bis zum Jahr 2100 in Lagen unterhalb von etwa 400 Meter Seehöhe um rund 90 Prozent abnehmen, in Lagen um 1.500 Meter um etwas mehr als 50 Prozent.

Auswirkungen können noch gedämpft werden

Aber auch die ZAMG betonte, dass die verheerenden Zukunftsprognosen nicht eintreffen müssen, wenn noch gegengesteuert wird. Bei Einhaltung des Pariser Klimaziels könnte sich die Erwärmung in Österreich und weltweit in den nächsten Jahrzehnten knapp über dem aktuellen Niveau einpendeln. "Uns als nationalem Wetterdienst ist wichtig, möglichst detailliert die neuesten Erkenntnisse zur Vergangenheit und Zukunft des Klimas in Österreich bereitzustellen, damit eine sachliche Diskussion am aktuellen Stand der Forschung stattfindet und über wichtige langfristige Maßnahmen entschieden werden kann", sagte Marc Olefs, Leiter der Klimaforschung an der ZAMG. "Ein wichtiges Ergebnis der Forschung ist, dass mit einem ambitionierten Klimaschutz immer noch möglich ist, die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu dämpfen."

Kommentare (33)
schadstoffarm
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Teil der Führerscheinprüfung

sollte sinnerfassendes Lesen sein. Jeder kriegt ein Kapitel aus Anna Karenina und muss es sinngemäß nacherzählen. Es kann nicht sein dass jemand über 30kW gebietet, die Verhundertfachung der Leistungsfähigkeit, mit einem Gehirn welches für bescheidenere Fähigkeiten dimensioniert ist.

future4you
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Wieviele Prognosen

braucht der Mensch noch, bis dass er endlich aufwacht aus seinem Traum, der in Wahrheit bereits zu einem Albtraum geworden ist.

peso
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future4you

ich möchte Sie ja nicht aus IHREM Traum aufwecken, aber wissen Sie eigentlich - weil Sie ja mit anderen Worten schreiben, dass der Mensch noch nicht begriffen hat - wieviel Energie benötigt wird, um Ihren Kommentar hier überhaupt zu ermöglichen? Und wissen Sie eigentlich, dass wir Menschen den Planeten ohnehin in ca. 1,5 Mrd. Jahren verlassen müssen, weil die Sonne uns ein klein wenig verbrennen wird und es auch in unserem Sonnensystem mit dem Ansiedeln nichts wird? Das ist keine Prognose unter den Voraussetzungen "könnte" oder "möglicherweise", wie es die Klimaforscher standardmäßig machen, sondern eine Tatsache, die wir nicht ändern können!

Gotti1958
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peso

Du hast nichts verstanden. Dir geht es nur darum, jetzt gut zu leben. Wie deine Kinder und Enkelkinder und deren Nachkommen leben werden, ist dir vollkommen egal. Du sprichst von 1,5 Millionen Jahren und bist nicht in der Lage, mit der derzeitigen Situation fertig zu werden. Du jammert im höchsten Maße wegen der derzeitigen Flüchtlingslage und begreifst nicht, was future4you geschrieben hat. Klimaflüchtlinge werden schon in den nächsten 100 Jahren in Massen losziehen. Erkläre das deinen Nachkommen.

peso
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Gotti1958

noch einmal die Bitte, informieren Sie sich endlich einmal vor dem Posten!
Den Klimawandel gibt es seit rund 4 Mrd. Jahren und daran werden Sie, ich oder auch sonst niemand was ändern können/wollen, denn ohne Klimawandel (den gibt es nämlich nur wegen der Atmosphäre) gäbe es kein Leben auf der Erde. Sie müssen auch die Berichte des IPCC genauer und vollständig lesen, dann würden Sie erkennen, dass es sich immer nur um theoretische MÖGLICHKEITEN handelt und nicht wie in den Medien abgedruckt eine 99%ige Tatsache

VH7F
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Was ist bitte derzeit ein Albtraum am Leben?

Bis aufs Coronadesaster geht es uns sehr gut?

hans31
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Genau

Uns geht es gut und wen uns die nächste Flut unser Heim nimmt, schimpfen wir über die Regierung die uns im Stich gelassen hat und bitten die anderen um Unterstützung....
Peso wird Ihnen sicher gerne helfen, sollten Sie keinen Migrationshintergrund haben, also retten Sie zumindest Ihren Stammbaum Nachweis....

future4you
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Ein paar Beispiele:

Verschmutzung der Meere, das durch menschen verursachte massive Artensterben, die Versiegelung und Kontaminierung fruchtbarer Böden, die Abholzung des Regenwaldes, die CO2Belastung der Atmosphäre, Tierfabriken, die jeglichen artgerechten Ansatz vermissen lassen, u.u.u.
Ja, uns geht es gut, aber wir tun so, als gäbe es nur uns Menschen als Art und auch nur unsere Generation!

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