SalzkammergutVier Rollstuhlfahrer aus Bergnot gerettet

Aufgrund des steilen Wegs hatten sich bei den Elektrorollstühlen die Überhitzungssicherungen der Motoren ausgelöst. Die Betreuer der Gruppe holen schließlich Hilfe.

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© Sonja Berger
 

Vier Personen mit elektrischen Rollstühlen sind am Samstag am Grünberg in Gmunden in Bergnot geraten. Auf einer steilen Wegpassage mit grobem Untergrund lösten bei allen vier Rollstühlen die Überhitzungssicherungen der Elektromotoren aus und die insgesamt achtköpfige Gruppe mit Menschen mit Beeinträchtigung sowie Betreuern konnte nicht mehr weiter. Alle Beteiligten wurden schließlich mit Fahrzeugen auf den Grünberg retour gebracht und fuhren mit der Seilbahn ins Tal.

Die achtköpfige Gruppe aus Personen mit Beeinträchtigung – darunter vier mit elektrischen Rollstühlen – und deren Betreuern unternahm am Samstag einen Ausflug auf den Grünberg in Gmunden. Die Gruppe fuhr mit der Grünbergseilbahn auf den 1.004 Meter hohen Berg hinauf. Hinunter wollte man zu Fuß in Richtung Traunsee-Ostufer gehen und mit dem Schiff zurück zum Ausgangspunkt, der Grünbergseilbahn-Talstation, fahren.

Beim Abstieg über die Forststraße und in weiterer Folge über den Wanderweg Dürrenberg in Richtung Gasthof Hoisn wurde der Untergrund nach rund 3,5 Kilometern Wegstrecke aber immer schlechter und die Forststraße ging schlussendlich in einen Traktor- bzw. Wanderweg über. Bei diesem gab es für die E-Rollstuhlfahrer kein Weiterkommen mehr und die Gruppe drehte geschlossen wieder um. Da jedoch die Wegpassage relativ steil war und der Untergrund mit sehr großen Steinen zu grob für die Rollstühle war, lösten schließlich bei allen Rollstühlen die Überhitzungssicherungen der Elektromotoren aus und daraufhin musste die Gruppe gegen 17.40 Uhr einen Notruf absetzen.

Für Rettung Polizeiauto umgebaut

Der Bergrettungsdienst Gmunden und ein Beamter der Alpinpolizei Gmunden begaben sich mit einem Bergrettungs- und einem Polizeifahrzeug zum Einsatzort. Nachdem die Personen von deren Rollstühlen in das Bergrettungsfahrzeug umgelagert wurden, wurden die Sitzbänke des Polizeifahrzeuges ausgebaut, um die rund 100 Kilogramm schweren Rollstühle in das Fahrzeug in zwei Fahrten zum Grünberg zu fahren.

Alle Beteiligten blieben unverletzt und konnten mit der letzten Fahrt der Grünbergseilbahn ins Tal fahren. Zu dieser Zeit waren die Motoren der Rollstühle auch wieder abgekühlt und der Antrieb funktionierte wieder.

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Danke für Ihr Verständnis.

dieRealität2020
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Es wäre vielleicht günstig wenn man vorher unter derartigen Umständen das Terrain kennen würde.

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Eine ziemlich starke und zugleich schöne Aufgabe mit so einer Wandergruppe im Berg unterwegs zu sein. Warum nicht? Finde ich gut. Da die Kontrollmechanismen bei den Rollstühlen funktioniert hatten, kein Problem. Und für derartige Zwecke sollte ja auch eine Bergrettung vorhanden sein.

morbidalex
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Websites mit Empfehlungen für barrierefreie Unternehmungen oft falsch.

Bin selber Rollstuhlfahrerin, E-Antrieb alleine, manueller Rolli mit Begleitung und oft ist die sorgfältigste Planung für die Katz. Erst mitten in der Unternehmung kommt man drauf, dass jegliche Angaben zur Barrierefreiheit, in meinem Fall besonders die Rollstuhltauglichkeit, kompletter Müll sind.

calcit
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Ja, versteh ich schon...

...aber wenn man davon ausgehen kann, dass websites und Empfehlungen immer wieder falsch sind. sollte dann nicht etwa eine Betreuung vorab einmal den beabsichtigten Weg begehen?