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Nach ÜberflutungenNachschärfen beim Hochwasserschutz und drohende Murenabgänge

Erfahrungen aus Überflutungen sollen laut Kufsteins Bürgermeister einfließen - Freiwillige helfen bei Aufräumarbeiten mit. Aufräumarbeiten gibt es auch in Nieder- und Oberösterreich, wo nachts weitere Regenfälle niedergingen.

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© APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL
 

Die Stadt Kufstein will nach der Überflutung der Innenstadt am Wochenende in den Hochwasserschutz investieren. Dies werde nicht den Inn betreffen, sondern die innerstädtischen Bäche, sagte Bürgermeister Martin Krumschnabel am Dienstag im APA-Gespräch. Diese Bäche wurden der Stadt zuletzt auch zum Verhängnis, da sie die Stadt mitsamt starker Verklausungen unter Wasser gesetzt hatten. Die Aufräumarbeiten seien mittlerweile "extrem weit fortgeschritten", berichtete Krumschnabel.

Bereits vor dem Hochwasser beschäftigte sich der Gemeinderat mit mehreren Hochwasserschutz-Projekten. Das Stadtparlament hatte sich für eine Variante entschieden, die ein Auffangbecken vorsehen würde.

Selbst Experten waren erstaunt

Ein solches Auffangbecken würde zehn bis zwölf Millionen Euro kosten, schätzte Krumschnabel. Ein Ausweiten der Bäche sei im innerstädtischen Bereich sehr schwierig, meinte Krumschnabel. Aber nun müssten die Erfahrungen aus dem jüngsten Ereignis in die Entscheidung miteinfließen. "Man muss sich jetzt genau anschauen, ob das auch geht", sagte der Bürgermeister. Er sei gespannt auf die Analysen der Experten, die von der Masse des angespülten Materials sehr erstaunt gewesen seien.

Über die Höhe der Schäden konnte der Stadtchef noch keine Schätzung abgeben, zumal noch nicht alles gemeldet wurde. Der Bevölkerung wurde zugesagt, dass sie Hilfe aus dem Katastrophenfonds des Landes erhaltet. Hier werden 50 Prozent der Schadenssumme erstattet, wobei davon die Hälfte sofort ausbezahlt wird.

Die Aufräumarbeiten in der Stadt sollten mit Ende der Woche abgeschlossen sein. Die großen Feuerwehreinsätze seien Montagabend beendet worden, sagte Krumschnabel. Nun seien vor allem Freiwillige am Zug, die beim Putzen und Ausräumen der Keller helfen würden. Dafür sei eine zentrale Stelle eingerichtet worden, bei der sich Freiwillige melden können.

Weitere Muren drohen

Die Ötztalstraße (B 186) bleibt nach einem Felssturz am Montag zwischen Leck- und Klammgalerie weiterhin gesperrt, teilte das Land am Dienstag mit. Hoch- und Untergurgl sowie das Timmelsjoch auf Tiroler Seite waren dadurch nicht erreichbar. Wie lange die Sperre aufrecht bleibt, sei derzeit nicht absehbar. Es könnte noch weiteres Gesteins- und Erdmaterial abgehen.

Am Donnerstag wurden zwei Felsblöcke gesprengt, berichtete Landesgeologin Petra Nittel-Gärtner. "Mittlerweile sind noch zusätzlich zwei Muren an der gleichen Stelle abgegangen, die ein Auffangbecken fast aufgefüllt haben. Eine dieser Muren hat einen noch nicht gesicherten, dritten Felsblock nach unten mitgerissen, sodass jetzt die vorläufigen Sicherungsarbeiten vollumfänglich durchgeführt werden können", sagte Nittel-Gärtner.

Wieder Regen in Oberösterreich

In Oberösterreich hat es der Nacht auf Dienstag erneut starke Regenfälle und in der Folge Feuerwehreinsätze gegeben - jedoch weitaus weniger als zuletzt. Für ein Aufatmen sorgte, dass die Pegelstände weiter gesunken sind.

Feuerwehreinsätze wegen Überflutungen und Sturmschäden wurden am Dienstag vor allem aus dem Innviertel und dem Traunviertel gemeldet. Montagabend waren die Helferinnen und Helfer auch im Mühlviertel zu derartigen Einsätzen ausgerückt.

Die Pegelstände an der oberösterreichischen Donau waren am Dienstag bereits unter den Warngrenzen, in Schärding am Inn war das zeitnah zu erwarten. Zwar rechnete der Hydrographische Dienst Oberösterreich für den Abend und die Nacht erneut mit teils gewittrigen Regenschauern. Die Wassermengen dürften aber insgesamt nicht ergiebig sein, örtliche Überflutungen an kleineren Gewässern wurden jedoch nicht ausgeschlossen. Laut Wetterdienst seien für die kommenden Tage keine hochwasserrelevanten Niederschläge mehr prognostiziert.

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