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Nur ein Drittel der Radfahrer mit Helm unterwegs

Das Fahrrad erfreut sich weiter zunehmender Beliebtheit, der dazugehörige Helm nicht. Bei knapp 9.200 Unfällen wurden im Vorjahr österreichweit 40 Radler getötet.

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© APA/THEMENBILD
 

Immer mehr Menschen in Österreich fahren mit dem Rad, nicht zuletzt die Coronavirus-Pandemie hat den Boom noch verstärkt. Bei knapp 9.200 Unfällen wurden im Vorjahr österreichweit 40 Radler getötet. Viele Radfahrer sind ohne Helm unterwegs. Für Erwachsene gibt es auch keine gesetzliche Helmpflicht. Laut einer Erhebung des ÖAMTC trägt nur rund ein Drittel - 35 Prozent - einen Helm. Der Club hat dafür in allen Landeshauptstädten 14.600 Radler beobachtet.

Der Anteil der helmtragenden Männer war mit 37 Prozent höher als bei den Frauen, da trugen nur 32 Prozent einen Helm. Im Vergleich der Landeshauptstädte zeigten sich teilweise große Unterschiede, berichtete der ÖAMTC. Während etwa in St. Pölten und Klagenfurt nur je 16 Prozent der Radfahrer einen Helm trugen, waren es in Eisenstadt 47 und in Linz sogar 72 Prozent. In Bregenz waren 27 Prozent mit Helm unterwegs, in Graz 29, in Wien 35 Prozent, in Tirol 37 Prozent und in Salzburg waren es 40 Prozent.

"Es ist anzunehmen, dass ein Helm am Weg zu Geschäfts- oder Büroterminen in der Stadt eher als unpassend und hinderlich empfunden wird als beispielsweise bei privaten Wegen oder am Weg zu ausgedehnten Radtouren, die oftmals in Städten ihren Ausgangs- und Endpunkt haben", erklärte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose. Eine Einteilung der Erhebungsstandorte in Strecken mit (überwiegend) Freizeit- oder Alltagsverkehr sowie Routen mit (überwiegend) gemischtem Radverkehr zeigten Tendenzen, welche oben genannte Einschätzung unterstützen. Erhebungen an Freizeitstrecken brachten eine Helmtragequote von rund 39 Prozent, an Alltagsstrecken 31 Prozent zutage.

Dass immer mehr Menschen aufs Rad umsteigen, spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wider. So hat sich die Zahl der unfallbeteiligten Radfahrer seit 2012 um ein Drittel erhöht. Die Zahl der getöteten Radler ist im selben Zeitraum jedoch um 23 Prozent zurückgegangen, wertete der ÖAMTC aus. Im Jahr 2020 wurden laut Statistik Austria 9.348 Radfahrer (E-Bike und E-Scooter eingeschlossen) bei Unfällen auf Österreichs Straßen verletzt. Seit 2013, damals waren es 6.386 Verunglückte, ist diese Zahl nahezu stetig gestiegen.

Die Aufschlüsselung nach Unfalltyp zeigt, dass insbesondere Alleinunfälle (wo kein anderer Verkehrsteilnehmer involviert war) mit rund 70 Prozent deutlich zugenommen haben und bereits ein Drittel aller Fahrradunfälle ausmachen. Ein Drittel der getöteten Radfahrern verunglückte im Kreuzungsbereich.

Laut Daten der ÖAMTC-Unfallforschungsdatenbank liegt der Anteil an verunglückten Radfahrenden ohne Helm, die schwere bis tödliche Kopfverletzungen aufwiesen, bei 57 Prozent. Bei Radlern, die mit Helm unterwegs waren, ist dieser Prozentsatz mit 26 Prozent deutlich geringer. "Auch wenn nicht alle Unfälle ohne weiteres miteinander vergleichbar sind, zeigt sich doch, dass das Tragen eines Helmes eine der wenigen Möglichkeiten ist, sich als Radler bei einem Sturz oder Unfall vor Kopfverletzungen zu schützen oder zumindest die Unfallfolgen deutlich abzuschwächen", sagte Nose.

Im Rahmen der Erhebung der Helmtragequote von Radfahrenden wurde auch die Helmverwendung bei E-Tretrollerfahrenden bei über 600 Nutzern erhoben. Wesentliche Erkenntnis dabei war, dass nicht einmal einer von zehn Scooter-Fahrenden einen Helm verwendet hatte. Dies weist klar auf die Problematik hin, dass trotz herausfordernder fahrdynamischer Eigenschaften (bspw. bei Notbremsungen oder Armzeichengeben bei Abbiegemanövern) das Sicherheitsbewusstsein bei Rollerfahrenden sehr gering ist - insbesondere bei Nutzern von Leih-Scootern, meinte der ÖAMTC.

Kommentare (5)
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eleasar
0
1
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In Graz fahren leider auch nur wenige mit Helm.

Selbst Eltern, die eine Vorbildrolle erfüllen, fahren ohne, setzen aber den Kindern einen Helm auf. Als langjähriger täglicher Radfahrer war ich oft auch ohne Helm unterwegs. Seit meinem letzten Sturz inklusive Kopflandung fahre ich nur mehr mit. Der nächste Unfall ist nur eine Frage der Zeit. Leider muss oft erst etwas passieren, bevor etwas passiert.

dieRealität2019
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Wundert mich nicht im Geringsten diese Entwicklung.

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"Ein Drittel der getöteten Radfahrern verunglückte im Kreuzungsbereich." Ist zu sehen wenn man einige Zeit bei exponierten Punkten verweilt und den Verkehr "nicht nur die Radfahrer" beobachtet.
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Einige Radfahrer egal welchen Alters bewegen sich oft auf allen öffentlichen Flächen ohne Verkehrstafeln oder Hinweise (Fahrverbote - Gehsteige) zu beachten. Man sieht sich im Recht alle diese Flächen zu benutzen. Reicht, mag da nicht mehr ins Detail eingehen

madmote
2
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Ja und,

jeder Erwachsene kann für sich selbst entscheiden, bei Kindern gibt es eh eine Helmpflicht.

yzwl
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Wer

kein Hirn hat, braucht auch nichts schützen!

einheimischer
3
2
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Eine Reform der regeln im Strassenverkehr muss her

Wichtiger wäre es wenn diese Fahrräder mit anständiger Lichtausrüstung fahren würden....natürlich mit Helm und gelber Sicherheitsweste oder auffälliger Bekleidung.....das würde ich auch von den sogenannten Hobby Radrennfahrern verlangen....das Licht zb wiegt heute nicht viel und jedes Gramm mehr am Rad an Sicherausrüstung sorgt dafür das diese Leute noch fitter werden als sie es und das sie gesehen werden.....weiters würde ich bei den teuren Fahrrädern eigene Versicherung und nummertaferln einführen....man will ja wissen mit wem man es zu tun hat auf der Strasse und wer einem einen stinkfeiner zeigt.....weiters sollen diese Räder da wo es Fahrradwege gibt.....diese auch nützen müssen.....oder man sollte wieder breite Strassen bauen die dann mittels weisser Linie die Radfahrer und Autofahrer trennen.....den die derzeitigen Radwege nützen die wenigsten ....die Polizei sollte weniger die Autos abzocken und hinter Holunderstauden Anonymanzeigen machen mittels Lasermessungen sondern auch ab und zu die Fahrräder kontrollieren ob diese Fahrräder fahrtauglich und strassentauglich sind.....auch in der Dämmerung darauf schauen wie es mit Licht am Fahrrad aussieht.......fahren ohne licht ist bei Fahrrad kein Kavaliersdelikt sondern Dummheit....es kann leben kosten.....das gleiche gilt für diese E-Bikes und R-Roller....die fahren mehr oder weniger auch ohne Regeln auf der Strasse