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Kommission prüftMehrheit für Aus von 1- und 2-Cent-Münzen

70 Prozent der Befragten sind dafür, diese Münzen nicht mehr auszugeben. In Österreich sind es sogar noch mehr.

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Eine mögliche Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen stößt in vielen Ländern der Eurozone auf Gegenliebe - und in Österreich ist diese besonders groß. Eine öffentliche, aber nicht repräsentative Konsultation der EU-Kommission ergab, dass 70 Prozent der Befragten dafür sind, diese Münzen nicht mehr auszugeben, hierzulande sogar 76 Prozent. Grundsätzlich hielten nur 49 Prozent der Befragten fest, täglich überhaupt Cash zu verwenden.

71 Prozent sprachen sich dafür aus, Preise auf die jeweils nächstgelegenen Fünf-Cent-Schritte zu runden. Drei Viertel der Teilnehmer sind für verpflichtende Rundungsregeln, die in der Eurozone einheitlich sein sollten, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Zusammenfassung der Konsultation hervorgeht.

Die EU-Kommission untersucht derzeit die Auswirkungen einer möglichen Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Abhängig vom Ergebnis könnte sie einen Gesetzesvorschlag für die Abschaffung sowie für einheitliche Rundungsregeln vorlegen. Schon jetzt gelten Rundungsregeln in den Euroländern Finnland, Niederlande, Irland, Italien und Belgien.

An der öffentlichen Konsultation haben zwischen Ende September und Mitte Jänner nach Angaben der EU-Kommission unter anderem Bürger, öffentliche Institutionen, Unternehmen, Handels- sowie Verbraucherverbände und Nichtregierungsorganisationen teilgenommen. Insgesamt sind mehr als 17.000 Antworten eingegangen, von denen fast 79 Prozent aus Deutschland kamen. 9,4 Prozent der Antworten kamen bereits aus Österreich, dahinter folgte Frankreich mit 6,8 Prozent der Antworten. Der Anteil der Antworten aus anderen EU-Staaten ist verschwindend gering und lag nur noch aus Italien bei knapp mehr als einem Prozent. Knapp 98 Prozent der Teilnehmenden waren EU-Bürger.

Auswirkungen auf weniger Kaufkräftige

78 Prozent der Antworten liefernden Österreicher (1.601) sagten, dass 1-Cent-Münzen nicht sinnvoll seien; 71 Prozent sagten das auch über die 2-Cent-Münzen. 49 Prozent sagten, sie horten oder verlieren 1-Cent-Münzen, 39 Prozent tun dies den Angaben zufolge auch bei 2-Cent-Münzen. Die ablehnende Haltung war somit in Österreich am höchsten. Das galt auch für die Antworten, ob zur nächsten 5-Cent-Stelle gerundet werden solle (70 Prozent dafür) oder eben nicht und ob die 1- und 2-Cent-Münzen nicht mehr ausgegeben werden sollten (76 Prozent für Nicht-Fortsetzung).

Generelle Preissteigerungen aufgrund des Rundens sehen 49 Prozent der befragten Österreicher nicht, 39 Prozent schon. Auswirkungen auf geringer verdienende Haushalte werden eher als negativ eingeschätzt als auf besser verdienende. 67 Prozent orten positive Auswirkungen auf die Umwelt, sollten die kleinsten Münzen auslaufen. 76 Prozent würde ihre Münzen beim Auslaufen zur Bank tragen, 13 Prozent behalten, 4 Prozent wegwerfen (Rest auf 100 bei allen Angaben wegen "keiner Meinung").

Kommentare (6)
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Civium
0
1
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Bitte den Eineuro und den Zweieuroschein

einführen, wie in der USA es zb Eindollar gibt.

stadtkater
6
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Die Herstellungskosten

übersteigen vielfach den aufgeprägten Wert.

So etwas kann sich nur der Staat leisten!

Schwupdiwup
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.

Blick auf die aktuelle Regelung in den Niederlanden:

Die einzelnen Produkte z.B. im Ladenregal können nach wie vor 1 Cent-Schritten ausgepreist werden. An der Kasse werden dann alle Produkte die der Kunde kaufen will wie gewohnt zusammenaddiert und erst danach wird der Gesamtbetrag auf den nächsten 5-Centschritt auf-, oder abgerundet:

Z.B.:
Bei einem Gesamtpreis von €19,98 zahlt der Kunde €20,0, jedoch aus €19,97 werden €19,95.
Beim einen Kauf verliert man, beim anderen gewinnt man dafür wieder – gleicht sich also mehr oder weniger wieder aus.

Bei einer Übernahme dieses Systems müssten die derzeit in Österreich geltenden Preise nicht geändert werden.

So ein ähnliches System kennen wir ja übrigens auch bereits von den heimischen Tankstellen:
Dort werden die Literpreise ja bekanntlich in Zehntel-Cent Schritten angegeben und erst die gesamt abgefüllte Menge wird auf 1-Cent genau gerundet.

Hapi67
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11
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Beim Tempo

der EU wird diese Entscheidung Jahre dauern oder wie die Zeitumstellung im Sand verlaufen.

Kein Wunder, dass dieser Bürokratieapparat nicht in der Lage ist große Probleme zu lösen

Vielen Dank

aToluna
3
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Beim Tempo

Werden die Vertreter der 27 Staaten der EU,.... kein Wunder sitzen auch österreichische Vertreter darinn und enscheiden, mittlerweile dank Kurz blockieren ......

Schwupdiwup
1
12
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.

Wenn anscheinden die Mehrheit der Österreicher dafür sind, dann spräche ja eigentlich auch nichts dagegen, wenn das die heimische Regierung einfach auf kurzem Wege sofort nach nationalem Recht bei uns umsetzt.
Finnland, Niederlande, Irland, Italien und Belgien haben es ja bereits vorgemacht wie es geht