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ÖBB-Güterverkehr So sollen mehr Güter auf Schiene kommen

Ausbau und Modernisierung zur Umsetzung dieses Ziels sollen mehr als 25 Milliarden Euro kosten. Straßen- und Luftverkehr seien immer noch begünstigt.

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© (c) APA (ROLAND SCHLAGER)
 

Die ÖBB wollen bis 2026 mehr als 25 Mrd. Euro für den Ausbau und die Modernisierung des gesamten Bahnsystems ausgeben. "Wir ermöglichen durch unsere geplanten Investitionen, die Leistungen im Güterverkehr auf der Schiene bis 2040 zu verdoppeln", kündigte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Donnerstag bei der Präsentation der 2. Ausbaustufe des Terminals Wien Süd an. Mit dieser Ausbaustufe wird die Umschlagkapazität um die Hälfte erhöht.

Der Ende 2016 in Betrieb genommene Terminal Wien Süd ist der Hauptbahnhof des Güterverkehrs in der Ostregion und zentraler Knotenpunkt im europäischen Netz der Transport und Verladewirtschaft. Nach bereits drei Jahren lag die Auslastung bei über 80 Prozent und man entschloss sich zum Ausbau des Terminals. "Wir haben in den Terminal Wien Süd rund 19 Millionen Euro investiert und so weitere 12 Arbeitsplätze am Terminal geschaffen", sagte Matthä. In der ersten Ausbaustufe wurden an dem Standort bereits 246 Mio. Euro investiert.

Derzeit sind dort 45 Leute beschäftigt, gearbeitet wird von Sonntag Mittag bis Samstag 7 Uhr in der Früh durchgehend im 12-Stunden-Schichtbetrieb.

Von der Straße auf die Schiene

"Damit stärken wir die Wirtschaft im doppelten Sinne – sowohl für die Verlader als auch für die Baukonjunktur", sagte Matthä. Zur zweiten Ausbaustufe gehören ein Umschlagmodul für den Staplerbetrieb mit 2 x 700 m Ladegleisen sowie zwei Hochleistungsstaplern für ITE (Intermodale Transport-Einheiten wie Container, Sattelaufleger, Wechselbehälter). Die Umschlagkapazität wurde um 105.000 ITE pro Jahr auf 310.000 Einheiten erhöht. Mit der geplanten 3. Ausbaustufe innerhalb der nächsten Jahre soll die Kapazität auf 400.000 ITE erhöht werden.

Für die verstärkte Transportverlagerung von der Straße auf die Schiene zur Erreichung der Klimaziele seien neben den Investitionen in die Bahn vor allem faire Rahmenbedingungen entscheidend, betonte Matthä. "Die Bahnen in Europa benötigen faire gesetzliche Wettbewerbsbedingungen, damit sie ihre Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können. Es gibt derzeit etwa ein Ungleichgewicht bei der Einpreisung der externen Kosten: Die Schiene zahlt bis zur letzten Meile Maut, aber es gibt immer noch ein Dieselprivileg für die Straße und Flugtickets sind steuerbegünstigt, wohingegen für internationale Bahntickets die volle Mehrwertsteuer zu bezahlen ist." Die gesamte Rail Cargo erspart mit ihren Leistungen etwa fünf Millionen Lkw, sagte Matthä.

Kommentare (5)
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Zwiepack
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Kleine Ladestellen & Lagerhäuser wieder bedienen!

Lagerhäuser waren über Jahrzehnte die besten Kunden der Bahn, es ist auch egal, ob die Kunstdünger- oder Zementsäcke einen Tag früher oder später ankommen - jetzt werden sie einfach nicht mehr bedient, das gleiche gilt für viele kleinere Ladestellen und Anschlussgleise.
Negativbeispiel Bahnhof Hartberg: Vor einigen Jahren mit Millionenaufwand so umgebaut, dass damals regelmäßig frequentierte Anschluss- und Ladegleise abgeschnitten wurden und nie mehr wieder ein Güterwagen be- oder entladen werden kann.
Das muss sich wieder ändern!

kritik53
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Schiene

Die Ansätze sind natürlich gut. Man sollte aber so ehrlich sein, dass man Waren nur über größere Entfernungen auf der Schiene transportieren kann. Es macht nämlich keinen Sinn, Waren zum Bahnhof zu bringen oder dort bei einem Gleisanschluss des Lieferanten die Waggons lange zu verschieben und die Züge richtig zusammen zu stellen, um dann einen Transport von weniger als 400 km zu machen. Dort wiederholt sich der Ablauf für die Auslieferung erneut. Sehr viele Kunden haben keinen Gleisanschluss, wodurch die weitere Auslieferung wieder mit dem Lkw erfolgen muss. Die Ware wäre mit dem Zug zwischen 24 und 72 Stunden unterwegs, die Lieferung mit dem Lkw ist derzeit in 7 Stunden erledigt.
Die Bahn macht dort Sinn, wo lange Strecken zurück zu legen sind, wo etwas nicht just in time erfolgen muss, wo Absender und Empfänger über Gleisanschlüsse verfügen, und wo auf einer Verladeeinheit nicht mehrere Empfänger geladen sind.
Das Argument der Bemautung wäre leicht zu erfüllen. Auf den Hauptstrecken zahlen auch alle Lkw Maut, Flüchtlinge sollten zur Kasse gebeten werden. Auf den Nebenstrecken fährt auch die Bahn mit Lkw. Die Bahn ist übrigens der österreichweit größte Lkw Transporteur, was aber nicht so auffällt, weil sie ja andere private Transporteure beschäftigt.

Patriot
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Die Transit-LKW

gehören von unseren Straßen verbannt!

kritik53
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OK

Für den üblichen Transit Lkw stimmt die Aussage, bei kleinen Abweichungen um einige cm in Breite oder Höhe ist man seitens der Bahn jedoch nicht flexibel.
Solange wir die Klein Lkw ohne Roadpricing, ohne Fahrtenschreiber, ohne Geschwindigkeitsbegrenzer, ohne Wochenendfahrverbot und ohne Gewichtskontrollen durchfahren lassen, wird sich nicht viel ändern bzw. werden unsere Straßen auch von diesen Kleinfahrzeugen überschwemmt. 3 Klein Lkw verbrauchen mindestens soviel Diesel wie 1 großer Transit Lkw, können aber nicht einmal 30% der Lkw Ladung transportieren.

Hako2020
9
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Bekommt

dann jedes Geschäft einen Gleisanschluss?