Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

JahrestagHistorische Teilmobilmachung ist jetzt museumsreif

Vor einem Jahr wurde erstmals die Miliz in Österreich teilmobilgemacht. Das Dokument dazu ist ab nun im Heeresgeschichtlichen Museum zu sehen.

Tanner, Ortner
Klaudia Tanner und Direktor Christian Ortner mit der historischen Einsatzverfügung © BMLV/Pusch
 

Am Dienstag ist es genau ein Jahr her, dass die erste Teilmobilmachung in der Geschichte der Zweiten Republik amtlich wurde. Zur Bekämpfung der Covid-19-Krise bot Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am 4. Mai 2020 die Miliz des Bundesheeres auf. Am Ende waren es rund 1400 Soldatinnen und Soldaten des Milizstandes, die bei 13 Jägerkompanien quer durch Österreich einrückten.

Anlässlich des Jahrestags übergab Tanner das "historisch bedeutsame" Dokument zur Einsatzverfügung dem Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums, Christian Ortner. "Das Schriftstück ist für die Militärgeschichte Österreichs von großer Bedeutung und erhält nun mit der Übergabe einen besonderen Platz", heißt es in einer Aussendung des Verteidigungsministeriums am Montag.

Der Milizeinsatz war nicht ganz unumstritten. Denn tatsächlich kamen die Soldaten erst in den Sommermonaten zum Einsatz, als der Höhepunkt der ersten Welle längst überschritten war und sich die Situation weitgehend stabilisiert hatte. Zudem wurden auf Wunsch der Arbeitgeber viele individuelle Befreiungen erteilt, was den Begriff "Teilmobilmachung" verwässerte. Des Weiteren traten große Unterschiede in der Besoldung zwischen den eingesetzten Soldaten zutage.

Heute argumentiert Ministerin Tanner damit, dass das Bundesheer seine Durchhaltefähigkeit sicherstellen musste. Zum Zeitpunkt der Entscheidung Anfang Mai war noch nicht klar, wie lange und wie umfangreich die Pandemie die Kräfte beim Heer und bei der Polizei noch binden werde. Außerdem wurde zur Überbrückung der Präsenzdienst von 2300 Grundwehrdienern verlängert.

Die Soldaten wurden vorwiegend im Grenzeinsatz sowie bei den gesundheitsbehördlichen Kontrollen an den Grenzübergängen eingesetzt. Insgesamt arbeiteten sie 1,3 Millionen Stunden, um die Pandemie einzudämmen, heißt es aus dem Ministerium. Mit 31. Juli 2020 endete der Einsatzpräsenzdienst für die Miliz.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren