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Impfzwist in TirolKeine Impfdosen für Hausärzte, kein Personal für Impfstraßen

Hausärzte in mehreren Tiroler Gemeinden wollten gemeinsam Impfstraßen starten. Doch das Land will dafür kein Geld bereitstellen.

Gemeinsame Impfstraßen mehrerer Allgemeinmediziner scheitern in Tirol am Geld © APA/EXPA/JOHANN GRODER
 

Möglichst einfach erreichbar sollten die CoV-Impfungen in Tirol sein, das hatte das Land zugesichert, viel war von einer „dezentralen Impfstrategie“ die Rede. Gleichzeitig fühlen sich die Tiroler Hausärzte ungerecht behandelt. So erhielten sie etwa diese Woche gar keinen Impfstoff für Erstimpfungen.

Diese Woche kann unterdessen in den Ordinationen noch weniger geimpft werden. Denn die Impfstofflieferungen für Erstimpfungen bei den Hausärzten fällt diese Woche ganz aus. Zuletzt bekamen die Hausärzte Impfstoff in kleinen Mengen. Doch Termine für diese wenigen Impfdosen zu vereinbaren sei zeitlich ein großer Aufwand, erzählt Allgemeinmedizinerin Sabine Haupt-Wutscher. „Schon bevor diese Schwierigkeiten mit dem AstraZeneca-Impfstoff gewesen sind, war es so, dass wir für 30 Impfungen zwei bis drei Stunden telefonieren mussten, um die Liste vollzukriegen.“

Mit den negativen Schlagzeilen rund um AstraZeneca sei das noch schlimmer geworden. Immer wieder gäbe es auch sehr kurzfristige Absagen. Weil das in der normalen Ordination schwer zu organisieren ist, wollte sie gemeinsam mit den anderen Hausärzten in ihrer Gemeinde eine Impfstraße starten. Mehr Abstand, mehr mögliche Impfungen – „und vor allem jemand, der im Vorfeld telefoniert und die Termine vereinbart.“ Weil das sei der größte Aufwand bei der ganzen Impfaktion.

Kein Geld für Personal

Die Gemeinde sprach sich dafür aus, sie wollte eine Halle zur Verfügung stellen. Es scheitert aber am Geld für das Organisationspersonal, so der Zirler Bürgermeister Thomas Öfner. „Wir können den Ärzte nicht auf Gemeindekosten Hilfspersonal zu Verfügung stellen, und vom Land bekommen wir es nicht refundiert.“ Beim Land heißt es, es habe mehrere Anfragen für solche Impfstraßen gegeben, eine Finanzierung werde aber nicht zur Verfügung gestellt.

Die Hausärzte fühlen sich allein gelassen, dazu tragen auch neue Impfzentren des Landes bei. Sie starten am Freitag mit den Impfungen. Alle Tiroler Hausärzte gehen daher diese Woche leer aus. Sie erhalten keine Impfdosen.

Das soll eine Ausnahme bleiben, versichert Gesundheitsdirektor Thomas Pollak. In den letzten Wochen habe man knappe 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Impfdosen an den niedergelassenen Bereich weitergeleitet. Wenig erfreut ist die Ärztekammer, das Land sorge für große Verunsicherung. Weil die Impfzentren auch per Mail beworben wurden, hätten sich viele Patientinnen und Patienten umgemeldet. Das habe für zusätzliche Probleme bei den Terminvereinbarungen gesorgt. Die Ärztin Sabine Haupt-Wutscher hat sich mit anderen nun bei der Ärztekammer von der Impfliste streichen lassen. Ihnen reicht es.

Für einige Impfwillige wird die Impfung wohl nur in einem Impfzentrum möglich sein. Das Konzept der möglichst dezentralen Impfung wird damit wohl nicht in allen Gemeinden funktionieren.

Kommentare (14)
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georgXV
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???

in Tirol funktioniert gar NICHTS, außer das Abzocken und Sperren der Straßen / Autobahnen !

rebuh
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Komisch, nirgends ist man mit dem impfen weiter als in Tirol

Was wollen diese Ärzte, entweder ist der dazu notwendige Aufwand zu groß, oder ist man doch "scharf" auf die paar extra Euro, die aber doch wieder zu wenig sind! Ist ja fast noch schlimmer wie bei den Lehrern, da jammert die Gewerkschaft wegen nicht impfen, dann kamen am Wochenende von 200 geladenen 80 nicht! Nennt man im Volksmund Rosinenpicker!

voit60
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Bei dem LH und seinem Gesundheitslandesrat

kein Wunder. Tirol hat sich wohl wacker an die letzte Stelle bezüglich Sympathie gekämpft.

Ogolius
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Und....

.... wieder Tirol! Gesunde Vernunft ist ein Status, der in der Spezies Tiroler schwer zu verankern ist. Wie eine Frage nach Hausverstand entsteht, ergeht reflexhaft das Rechthaberische und der Justamentstandpunkt!Diese Meldung erinnert mich an die missglückte Bestellung des Impfstoffes. Diese kopflose Landesregierung ist schon fast unglaublich - da bedarf es schon einer eigenen Hybris. Mit so viel Dreck am Stecken unentwegt nix dazulernen....

mobile49
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ja, ein russisches sprichwort lautet :

nichts wissen ist keine schande
nichts lernen wollen ist eine schande
punkt

scionescio
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Die Message Control feuert mit dem "Impf-Turbo" aus allen Rohren (auch die KZ verwendet diesen schwachsinnigen Begriff brav) ...

... und in der Realität herrscht das reinste Impf-Chaos: selbst wenn wir morgen 10Mio Impfdosen hätten, sind wir in Österreich nach monatelanger Vorbereitungszeit noch immer nicht so organisiert, dass wir sie in kürzester Zeit auch verimpfen könnten ... einfach nur traurig, was der Alpendonald verspricht und wie es in der Realität wirklich zugeht!

georgXV
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???

und dieser total ÜBERFORDERTE und absolut UNFÄHIGE Tiroler Gesundheitslandesrat ist LEIDER nach wie vor im Amt.
Der hier geschilderte "Impfzwist" ist ein weiterer Beweis für meine Aussage.
Ich verstehe wirklich NICHT, warum dieser Mann NICHT DRINGENDST abgelöst / erlöst wird.

mobile49
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wenn "der"

gehen muss , würde es auch eng für platter ( familie)
ironie off

petrbaur
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..

Unser geld für unsere leut

lexi
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Koste es was es wolle...

Solange es nicht da eigene Budget belastet.

dieRealität2020
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Eine der 1.128 divergierenden Meinungen und Ansichten zu einer Situation in der Pandemiezeit. Das ist die österreichische Individualität.

Keine Frage. Da ist sicherlich wieder Kurz schuld.

dieRealität2020
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Allen Ernstes. Was ich vergessen habe.

Wem interessieren dann die bei den Hausärzten schon vereinbarten Impftermine? Aber die Hausärzte hätten müssen wissen, dass Eigeninitiativen nicht geduldet werden. Wo kämen wir dahin wenn versucht wird effizient zu arbeiten? Liebe Hausärzte wir sind in Österreich.

mobile49
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interessanterweise

ist natürlich wieder das " impfende organ " schuld , auch wenn es nichts gibt , dass man verimpfen könnte -
koordiniert wird aber schon an "oberster" stelle !?

informieren_ist_besser
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@dieRealität2020, Ergänzung!

Wo kämen wir dahin wenn versucht wird effizient zu arbeiten? Liebe Hausärzte wir sind in Österreich. unter einer unfähigen Regierung!