Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

"Wange an Wange" gefeiertCoronaparty im Spital: Alle Mitarbeiterinnen entlassen

Die Frauen sollen bei Pensionierungsfeier in der Klinik Hietzing gegen Coronaregeln verstoßen haben. Die Betroffenen streben eine Weiterbeschäftigung an und klagen gegen ihre Entlassung. Der Prozessauftakt war am Montag in Wien.

© sudok1 - stock.adobe.com
 

Am Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG) hat am Montag der Rechtsstreit um die fristlose Entlassung von mehr als einem Dutzend Mitarbeiterinnen der Klinik Hietzing begonnen. Die Stadt Wien hatte sich von den Hausarbeiterinnen und Abteilungshelferinnen getrennt, nachdem bekannt wurde, dass sie Ende Februar bei einer Pensionierungsfeier einer Kollegin gegen die Coronaregeln – Abstandhalten, verpflichtendes Maskentragen – verstoßen haben sollen.

Beim Auftakt zu einem ersten Verfahren – eine vor die Tür gesetzte Mitarbeiterin hat wie 13 weitere, deren Verhandlungstermine in den kommenden Wochen folgen, gegen ihre Entlassung geklagt – bekräftigte der Rechtsvertreter der Stadt Wien, der vom Dienstgeber gesetzte Schritt sei gleichermaßen gerechtfertigt wie unumstößlich. Die Mitarbeiterinnen hätten in einem Zimmer ihre Masken abgelegt und "Wange an Wange" gefeiert, führte Rechtsanwalt Dieter Kieslinger ins Treffen. Dass dies auf einer Station für Onkologie passierte, sei "besonders schwerwiegend", betonte Kieslinger gegenüber Medienvertretern. Da gebe es "null Toleranz".

Wie Kieslinger darlegte, wurde seitens der Stadt Wien mit zwei Betroffenen eine einvernehmliche Lösung gefunden, die beide akzeptiert hätten. Die anderen bestreiten dagegen, einen Entlassungsgrund gesetzt zu haben. Im Namen einer ersten Betroffenen bekräftigte Rechtsanwalt Anton Ehm, der seinen Kollegen Thomas Mödlagl vertrat, am ASG: "Ziel ist eindeutig eine Weiterbeschäftigung. Eine sogenannte Geldlösung ist ausgeschlossen."

Die Rechtsvertreter der Klägerinnen stehen auf dem Standpunkt, die entlassenen Frauen hätten das Recht gehabt, eine halbstündige Pause einzulegen, und sie hätten in dieser Zeit gegessen und antialkoholische Getränke konsumiert. Sie dafür zu entlassen, sei überzogen. "Auch eine Kündigung ist nach so langen Dienstverhältnissen (die Betroffenen waren teilweise 20 Jahre und länger im Spital beschäftigt, Anm.) nicht drin, weil es keinen richtigen Grund gibt", sagte Ehm.

Stadt Wien bleibt hart

Die Stadt Wien bestreitet die Behauptung der entlassenen Hausarbeiterinnen und Abteilungshelferinnen, auch höhergestelltes Personal wäre in der Klinik Hietzing zusammengekommen und hätte gefeiert. Ein Oberarzt habe anlässlich seines 50. Geburtstags zwar eine Torte in die Arbeit mitgebracht. Man habe diese aber nicht in geselligem Beisammensein verzehrt, betonte Kieslinger, der Rechtsvertreter der Stadt Wien: "Es gab keine Feier." Der Arzt habe die Torte "hingestellt und jeder, der wollte, hat sich ein Stück genommen."

Hinsichtlich einer Krankenschwester, die möglicherweise an der Feier der entlassenen Mitarbeiterinnen beteiligt war, gibt es laut Kieslinger einen "Auflösungsvorbehalt". Die Schwester soll einem Patienten einen Krug Wasser geholt haben und dabei an dem Zimmer vorbeigekommen sein, in dem die Pensionierungsfeier stattfand. Sie soll dann gebeten worden sein, Fotos von der Feier zu machen, habe aber nach derzeitigem Wissensstand keine weiteren Aktivitäten gesetzt. Sollte sich herausstellen, dass es doch anders war, "dann werden wir alle gleichbehandeln", deutete Kieslinger für diesen Fall entsprechende arbeitsrechtliche Schritte an.

Die Verhandlung gegen die erste Klägerin wird am 16. Juni fortgesetzt. Neben der entlassenen Frau sollen auch erste Zeugen gehört werden.

Kommentare (11)
Kommentieren
100Hallo
0
0
Lesenswert?

freie Meinung

Scheinbar sind in Österreich genug Pflegepersonal vorhanden, weil man einfach so entlassen kann.

UHBP
45
9
Lesenswert?

Verstehe ich jetzt nicht!

Es soll bei dem Treffen gesagt worden sein: "Abstand, wenn möglich!" Und das ist bekanntlich die Vorgabe der Bundesbasti. Was haben sie falsch gemacht?

Carlo62
4
12
Lesenswert?

Kannst nicht lesen,

oder willst nicht verstehen? Hauptsache schnell noch ein bashing von der Seele geschrieben. Hast halt sonst nichts zu sagen in Deinem Leben.

fritzthecat333
1
23
Lesenswert?

nachdenken

Abstand zu halten wäre leicht möglich gewesen - nur halt ohne Feier.

Wenn Ihr geliebter Verwandter auf der Onko- (das ist Krebs ^^) Station als Patient weilt und der Virus dann "die Runde" geht - weil einige Bedienstete (jaaa, sie sollen Leben retten und erhalten) sich nicht an die elementarsten Regeln gehalten haben, um eine Ansteckung zu vermeiden - daran verstirbt.... würden Sie es dann besser verstehen?

Was ich nicht verstehe: Wie blöd/dumm/unnötig/trollartig kann so ein Posting von Ihnen sein?

Achso, wahrscheinlich war es "Ironie" oder ein "Witzle". Klar...

Mezgolits
52
23
Lesenswert?

... Ende Februar bei einer Pensionierungsfeier einer Kollegin gegen die

Corona-Regeln - Abstandhalten, verpflichtendes Maskentragen - verstoßen haben
sollen. - Vielen Dank - ich meine: Was nicht bekannt gegeben wurde: Falls die be-
troffenen Beschäftigten, am selben Tag alle negativ getestet wurden und zu den
anderen Personen die Corona-Regeln eingehalten haben, gibt es aus meiner Sicht,
kein rechtswidriges Verhalten = wo nichts ist - kann nichts übertragen werden. EM

georgXV
18
23
Lesenswert?

???

und was sagt die Partei und Gewerkschaft zu dieser Massenentlassung ?

duesenwerni
11
64
Lesenswert?

Hoffentlich sagt sie nichts dazu, denn ein derart

verantwortungsloses Handeln von Spitalspersonal muss Konsequenzen haben.

hbratschi
23
11
Lesenswert?

gratuliere, düsenwerni,...

...war ja eh grad oscarverleihung - hättest einen verdient. kategorie: scheinheiligkeit und vernaderei...

Klgfter
25
11
Lesenswert?

waren es etwa alle rote ......

... gewerkschaftsmitglieder ?

georgXV
14
10
Lesenswert?

Du weißt doch ...

... in Betrieben der Gemeinde Wien hast Du sonst KEINE Chance einen Job zu bekommen ...
Und diese Krankenhaus gehört der Stadt Wien.

fritzthecat333
5
8
Lesenswert?

Frage

Wie oft haben Sie es denn probiert, einen Job dort zu bekommen - ohne "rotes Gewerkschaftsmitglied" zu sein?