Unfall in KärntenUrsache für Tod von Familienvater bleibt ungeklärt

Bei Arbeiten an Seilbahn auf dem Goldeck (Bezirk Spittal) kam vor zwei Jahren ein Mann ums Leben. Nachdem Materialprobleme ausgeschlossen wurden, haben jetzt Ermittler eine weitere Unfallursache zu den Akten gelegt.

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Vor zwei Jahren kam es zu dem tödlichen Unfall
Vor zwei Jahren kam es zu dem tödlichen Unfall © Rie-Press (Archivfoto)
 

Auch zwei Jahre nach dem tragischen Tod eines Familienvaters auf dem Goldeck im Bezirk Spittal/Drau bleibt die Ursache für das Unglück ungeklärt. Nachdem die Staatsanwaltschaft bald nach dem Unfall vom 2. April 2019 Fehler im Arbeitsablauf und Materialprobleme ausschließen konnte, wird jetzt eine weitere Ursache zu den Akten gelegt. Für die Variante, dass ein Flugzeug des Bundesheeres das folgenschwere Unglück ausgelöst hat, haben sich offenbar keine Beweise finden lassen. Die Staatsanwaltschaft (StA) Klagenfurt sagt dazu nichts – noch nicht. „Erst müssen alle Beteiligten offiziell informiert werden“, sagt StA-Sprecher Markus Kitz. Das werde nach Ostern der Fall sein.

Seil sprang aus Halterung

Was war geschehen? Bei Wartungsarbeiten ist das Tragseil der Pendelbahn aufs Goldeck aus der Halterung einer Rolle gesprungen. Das Seil hat sich verkeilt und ist dann gerissen. Herumfliegende Metall- und Mauerteile trafen mehrere Männer, die in der Mittelstation auf rund 1600 Meter Seehöhe mit Wartungsarbeiten beschäftigt waren. Ein 45-jähriger Familienvater erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Die anderen drei Männer wurden verletzt.

Etwa zwei Monate nach dem Unglück tauchte eine spektakuläre Variante auf: Ein Heeresflugzeug, das zu Unfallzeit über die Goldeck-Mittelstation geflogen ist, soll das Seil der Pendelbahn so stark in Schwingungen versetzt hatte, dass es aus der Halterung gesprungen ist und den tödlichen Unfall ausgelöst hat. Zwei Zeugen hätten das ausgesagt.

Befeuert wurden diese Gerüchte indirekt auch vom Bundesheer: „Wir wissen von diesen Gerüchten. Aber es war nie ein Hubschrauber das Thema, sondern ein Flugzeug des Typs C-130“, sagte Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, im Juni 2019 zur Kleinen Zeitung. Tatsächlich sei, so Bauer damals, ein Herkules-Frachtflugzeug des Bundesheeres am 2. April „in diesem Raum und zu dieser Zeit“ unterwegs gewesen. Das Unglück hat sich gegen 14 Uhr ereignet. Bereits wenige Tage nach dem Unglück habe man alle verfügbaren Radardaten an die Ermittler weitergeleitet, so Bauer.

Gehen Ermittlungen weiter?

Und diese sowie mehrere Gutachten haben jetzt offenbar zu dem Ergebnis geführt, dass das „zu nahe über der Seilbahn“ fliegende Flugzeug nicht den Unfall ausgelöst hat. Damit wird wohl erneut gegen unbekannte Täter ermittelt werden. Ob die Ursache für dieses tragische Unglück aber jemals geklärt wird, bleibt offen.

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