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Ö1-MorgenjournalWalter Hasibeder: "Zweiwöchiger österreichweiter Lockdown notwendig"

Angesprochen auf den sechstägigen Lockdown, der ab Donnerstag im Osten Österreichs in Kraft tritt, um die Intensivstationen zu entlasten, meint der Intensivmediziner Hasibeder: "Ich bin kein Epidemiologe, aber ich glaube nicht dass das ausreichend ist."

© APA/dpa/Frank Molter
 

Walter Hasibeder ist neuer Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin, und Leiter der Intensivmedizin Zams in Tirol. Bei ihm werde am Krankenhaus erst seit kurzem sequenziert, "aber die Erkrankungen, die wir jetzt haben", so der Mediziner, seien alle verursacht durch die britische Virusvariante.

In der ersten Welle habe man Patienten mit einem Alter von 62 Jahren gehabt, in der zweiten Welle waren es 72 Jahre, also zehn Jahre älter. Die Patienten in der 2. Welle hatten etwas mehr Vorerkrankungen wie arteriellen Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Es habe sich auch die Sterberate ganz massiv verändert gehabt. In der ersten Welle hatte man eine Intensivmortalität von 12,5 Prozent, in der zweiten Welle von 36 Prozent, also eine Verdreifachung. "Das war unserer Meinung nach nicht erklärbar durch das höhere Alter und die Vorerkrankungen, die Patienten waren trotzdem im Durchschnitt sehr gut leistungsfähig. Also haben wir schon in der zweiten Welle vorwiegend die britische Variante als Infektionsverursacher gehabt. Ansteckender und tödlicher."

Osterruhe nicht ausreichend

Angesprochen auf den sechstägigen Lockdown, der ab Donnerstag im Osten Österreichs in Kraft tritt, um die Intensivstationen zu entlasten, meint Hasibeder: "Ich bin kein Epidemiologe, aber ich glaube nicht dass das ausreichend ist. Ich glaube es ist schon wieder zu wenig strikt, was man da durchführt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei einem Sechs-Tage-Lockdown bei dieser Inzidenz von Infektionszahlen, die wir momentan haben, die Infektionszahlen wirklich massiv runterbringen."

Ich glaube, man muss 14 Tage wirklich einen harten Lockdown durchführen.

Walter Hasibeder

Ein Zeitraum, der ihm sinnvoll erscheinen würde, wären 14 Tage. "Ich glaube, man muss 14 Tage wirklich einen harten Lockdown durchführen, und dann gehen die Infektionszahlen aber auch wirklich wieder hinunter und die Intensivstationen sind entlastet." Im Osten sei die Lage derzeit ja sehr angespannt. Er sähe den Kollegen, wie den Intensivmedizinern Klaus Markstaller vom AKH und Thomas Staudinger von der MedUni Wien an, wie belastet sie sind im Moment und wie es da zugehe teilweise.

Vermehrt junge Menschen

Das läge zum einen an der britischen Variante, zum anderen daran, dass Menschen sich nicht an die Regeln halten würden. "Das Problem ist, dass eine Gefahr, die man nicht unmittelbar erkennt, für die meisten Menschen, die in der Medizin tätig sind und sehen, was wir sehen, im Krankenhaus und auf der Intensivstation, einfach nicht existent ist. Jeder vergisst, dass er der nächste Infizierte sein kann." Von seinen Kollegen im Osten wüsste er, dass zunehmend auch junge Menschen auf die Intensivstationen kommen würde, denen es sehr, sehr schlecht ginge. Viele Menschen würden direkt von der Notaufnahme auf die Intensivstation kommen, weil es ihnen schon so schlecht ginge.

Sein Appell an die Bevölkerung vor den Osterfeiertagen: "Bitte sich nicht mit allzuvielen Leuten treffen, testen, testen, testen, bevor man sich trifft, FFP2-Maske tragen - und ausharren. Die Impfung ist da, ich hoffe, dass die Impffrequenz zunimmt und wir vielleicht in zwei, drei Monaten ausreichend viele Menschen geschützt haben, sodass wir nur noch eine geringe Infektionszahl haben."

Österreichweiter Lockdown nötig

Seiner Ansicht nach müsse man über einen österreichweiten Lockdown nachdenken, das sei nur eine Frage der Zeit. "Bei uns in Tirol ist in den vergangenen drei Wochen die Zahl der Patienten im Krankenhaus und in den Intensivstationen relativ konstant geblieben. Aber jetzt sieht man, jetzt zieht es an. Es geht jetzt sehr rasch exponentiell nach oben."

Kommentare (11)
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samro
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wie herr hasibeder

sollten noch mehr mediziner aufstehn und reden!
das sind die menschen die in erster front kaempfen muessen.

das unterstuetzt auch die politker die entscheidungen treffen muessen gegen das geschwurbel der leugner und blablaler.

was wurde hier gegen popper und andere gehetzt? das wovor vor 2 monaten gewarnt wurde ist aber genau eingetroffen.
wo sind die querexperten heute die noch vor einem jahr sich ergossen haben, dass ein lockdown nicht hift? dass corona ein luefterl ist?
von vielen haben wir nie mehr gehoert.
mir fallen da viele lustige ein, die die regierung in oesterreich und deutschand als experten verschwurbelt haben und die bevoelkerung spalteten. wo sid die heute? wissen diese was sie angerichtet haben?
solche haetten zur verantwortung gezogen werden sollen.
mein respekt an hasibeder und alle, die aber in der realitaet stehen und um die menschenleben kaempfen! bleibt gesund und danke fuer euren einsatz!

lucie24
9
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Schluss, aus!

Wir haben seit 6 Monaten Lockdown. Es reicht!!!

samro
5
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wandern sie aus

in bali zb ists sicher schoener.
gute reise.
alles gute.

samro
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wieviele virologen

muessen noch warnen?
wann machen wir endlich zu?
jetzt haben wir eine impfung und in ein paar monaten koennte sich alles zum besseren wenden. wollen wir jetzt riskieren noch weitere mutationen anzuzuechten und dann wieder barfuss dazustehen?
besser jetzt zu und runter in den zahlen aber mit einer impfung erfolgreich vorgehen koennen, als zuwarten.

goje
11
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Wenn ich sehe, dass diverse Gruppierungen sich aufregen,

dass die Arbeitszeitregelung für Impfpersonal verändert wurde, um überhaupt mit dem Impfen begonnen werden kann, kann ich mich nur wundern. In anderen Ländern geht ein lockdown mit 24/7 Impfstraßen einher. Alles machbar, jedoch diskutieren wir uns hier lieber in den nächsten Wischiwaschi lockdown. Virologen, Intensivmediziner... Scheinbar ist deren Aussage nichts mehr wert. Aber ganz wichtig, der Babykanzler ist mal wieder abgetaucht. Klar, nach dem, was der U-Ausschuss zu Tage bzw. ins Licht am Ende des Tunnels befördert.

lage
1
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Stimmt so nicht

Unser Nachbar Land Slowenien geht ab Donnerstag in einen 2 Wöchigen harten Locktown. Da auch da soviele sich nicht an das große Ganze halten. Nicht der Kanzler nur die vielen Verweiger lähmen unsere Wirtschaft und schreien ! Bin Unternehmer ab was da abgeht ohne auf die Arbeitsplätze zu achten, da bin ich Fassungslos

kukuksei
1
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@lage

Mein Antwort auf Ihren vollkommen richtigen Kommentar wurde gelöscht.
Die KlZt sieht sich als Beschützerin der Querdenker und Quertreiber!

KleineZeitung
0
4
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Kein Kommentar gefunden

Hi @kukuksei!
Wir haben die Liste aller Ihrer Kommentare auf unserer Website durchgesehen, auf dieser sind auch gelöschte Kommentare sichtbar. Wir konnten keinen Kommentar auf diesen Beitrag finden. Vielleicht war das ein Fehler Ihrerseits, in solch einem Fall können wir Ihre Kommentare nicht sehen.

Zu Ihrem Vorwurf, dass wir uns als "Beschützer der Querdenker und Quertreiber" sehen würden: falsch! Wir sehen uns hier als Beschützer unserer Forenregeln, solange Sie diese beachten, haben Sie nichts zu befürchten.

Freundliche Grüße,
Ihr Kleine Zeitung Team

DavidgegenGoliath
43
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Wie soll ein Lockdown, die Risikogruppen schützen?

Gar nicht!

X22
8
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Mal einfach erklärt,

wenn sie einmal 14 Tage keine Kommentare abgeben, ..........

samro
6
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x22

perfekt
dem kann man nichts hinzufuegen!