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LinzMesserattacke vor Lokal: Jetzt Prozess um Mordversuch

25-Jähriger soll 22-Jährigen vor Lokal schwer verletzt haben. Angeklagter bekannte sich nicht schuldig.

PROZESS WEGEN MORDVERSUCHS NACH MESSERSTECHEREI IN LINZ
© APA/HEINZ ZIEGLER
 

Ein Prozess um einen mutmaßlichen Mordversuch durch eine Messerattacke hat am Freitag im Landesgericht Linz begonnen. Angeklagt ist ein 25-jähriger Iraker, der einen 22-Jährigen vor einem Lokal in Linz mit einem Schnitt im Kopfbereich schwer verletzt haben soll. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig. Er verwies zudem auf eine Erinnerungslücke.

In der Nacht auf den 23. August des vergangenen Jahres war es in einem Lokal an der Linzer Landstraße zu einem Tumult gekommen: Das spätere Opfer glaubte dort einen angeblichen Beteiligten einer früheren Messerstecherei erkannt zu haben und stellte ihn zur Rede. Die Türsteher verwiesen beide des Lokals.

Auf der Straße stand man noch herum. Dann soll plötzlich auf der anderen Straßenseite der Iraker aufgetaucht sein, "Was ist los" gerufen und auf den 21-Jährigen zugekommen sein. Er habe ihn von hinten mit einem Messer attackiert. Das Opfer erlitt eine rund 23 Zentimeter lange tiefe Schnittverletzung vom Kopf bis zum Hals mit Durchtrennung des Kopfnickmuskels, weiters leichtere Verletzungen an einer Hand. Der 21-Jährige blutete danach stark. Augenzeugen gaben bei der Polizei an, er sei "wie ein Schwein geschlachtet" worden. Auch ein Freund erlitt eine leichte Verletzung an einer Hand.

Angreifer rasch ausgeforscht

Der mutmaßliche Angreifer wurde kurz danach in einem Lokal festgenommen. Er hatte Blut an seinem T-Shirt. Er ist nicht geständig und sagt, er könne sich nicht erinnern, weil er durch Wodka und Drogen - zwei Joints und Kokain - beeinträchtigt gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft hält das aber für eine Schutzbehauptung, denn ein Alkotest ergab nur 1,2 Promille. Der Mann hatte schon früher im Zusammenhang mit Gewaltdelikten mit der Justiz zu tun. Er befindet sich sei 2015 in Österreich, aktuell ist er Asylwerber.

Sein Verteidiger bemängelt, dass das Blut auf dem T-Shirt nicht untersucht worden sei, ob es vom Opfer stamme. Der Angeklagte sei nämlich auch selbst verletzt worden. Im Anhalteprotokoll der Polizei steht jedoch, dass keine Verletzungen an ihm festgestellt worden seien, zudem nur eine leichte Beeinträchtigung durch Alkohol und Suchtmittel. Es seien zudem insgesamt drei Messer sichergestellt worden, jedoch keines bei seinem Mandanten. Auch an den Messern sei keine DNA-Spuren untersucht worden. Der 25-Jährige habe kein Motiv. Der Angeklagte sei nur einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Der Verteidiger ließ durchblicken, dass er noch Beweisanträge stellen werde. Deswegen war Freitagmittag zu erwarten, dass die Verhandlung vertagt werden würde. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Angeklagten zehn bis 20 Jahre Haft oder lebenslang.

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